Den angekündigten bundesweiten Warnstreik im Öffentlichen Personennahverkehr werden am Dienstag, 29. September, auch die Cottbuser zu spüren bekommen. Am späten Montagnachmittag kann das Cottbuser ÖPNV-Unternehmen Cottbusverkehr noch keine endgültigen Auskünfte darüber liefern, welche Linien am Dienstag teilweise bedient werden können und welche nicht. In einem Notfallfahrplan hat das Unternehmen die Linien aufgeführt, die trotz Streik bedient werden sollen. Aktuell informieren will Cottbusverkehr laufend auf der Internetseite und im Sozialen Netzwerk Facebook.
So gut wie sicher sei, dass die Straßenbahnen in der Stadt ab Streikbeginn um 3 Uhr am frühen Dienstagmorgen gar nicht mehr fahren würden, sagte Christin Heldt, Stellvertretende Sprecherin bei Cottbusverkehr, noch am Montag. Inzwischen konnte Cottbusverkehr jedoch mitteilen, dass sie am Dienstag einen Betrieb der Straßenbahnlinie 4 anbieten kann. Dieser erfolgt im 20-Minuten-Takt. Darüber hinaus wurde Montagabend der Streikfahrplan noch einmal aktualisiert und erweitert.

Cottbusverkehr bietet keine Schwimmfahrten an

Ebenfalls könne Cottbusverkehr die planmäßigen Schwimmfahrten am Dienstag nicht sicherstellen. Daher hat das Unternehmen die geplanten Fahrten bereits abgesagt und Schulen und Schulämter darüber in Kenntnis gesetzt.
Priorität hätten vor allem die Schulfahrten, sagt Christin Heldt. Trotzdem empfiehlt sie Eltern, für den Dienstag Alternativen für den Schulweg ihrer Kinder zu suchen.
Dass Cottbusverkehr trotz des angekündigten Streiks überhaupt Linien anbieten kann, liegt daran, dass für das Unternehmen Subanbieter tätig sind, deren Mitarbeiter nicht durch die Gewerkschaft Verdi zum Streik aufgefordert sind. Geöffnet bleiben am Dienstag mit Stand von Montagnachmittag allerdings die Cottbusverkehr-Kundenzentren an der Stadtpromenade und am Hauptbahnhof, kündigt Christin Heldt weiter an. Dort werde man auch aktuelle Auskünfte erteilen können.
Auch die Linien der DB Regio sind vom Streik betroffen. Das vermeldet das Unternehmen auf seiner Internetseite. Konkret geht es um alle Strecken der Spree-Neiße-Busse.
Während in Berlin der Streik bereits zur Mittagszeit beendet werden soll, wird in Brandenburg und damit auch in Cottbus 24 Stunden lang gestreikt, Fahrgäste müssen sich demnach bis Betriebsschluss auf Fahrtausfälle einrichten.
Nutzer der VBB-App müssen sich am Streiktag darauf einstellen, dass stattfindende Fahrten dort nicht angezeigt werden. Grund sei, dass die Daten über Nacht nicht eingespielt werden können, heißt es auf der Facebook-Seite von Cottbusverkehr.

Warnstreik unterstreicht Forderungen für 87 000 Beschäftigte

Neben Forderungen für rund 87 000 Beschäftige im ÖPNV bundesweit nach einheitlichen Regelungen in Fragen der Nachwuchsförderung, der Entlastung und des Ausgleichs von Überstunden sowie Zulagen für Schichtdienste geht es der Gewerkschaft in Berlin und Brandenburg um eine „möglichst schnelle Angleichung der Entgelttabelle auf das Niveau der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Die Einschränkungen für Nutzer des Verkehrs nimmt Verdi dabei in Kauf.
„Uns ist klar, dass der Streik für die Fahrgäste viele Unannehmlichkeiten mit sich bringen wird“, sagt Jeremy Arndt, Fachbereichsleiter Verkehr im Verdi-Landesbezirk Berlin-Brandenburg. Dennoch bleibe der Gewerkschaft keine andere Wahl, um auf die „unverständliche Blockadehaltung der Arbeitgeber“ mit einem Streik zu reagieren. Die hätten sich gegen die Aufnahme von Tarifverhandlungen ausgesprochen.

Streik auch bei DB Regio Nord Ost

Auch bei der DB Regio Nord Ost wird am Dienstag im ÖPNV gestreikt. Betroffen sind diesbezüglich in der Region die Linien des Spree-Neißes Busses und der Busverkehr Oder-Spree GmbH, die auf ihrer Website einen „flächendeckenden Ausfall“ der markanten roten Busse für die Fahrgäste ankündigt.
Es hänge davon ab, wie viele Mitarbeiter sich am Warnstreik beteiligen würden. Daher könne nicht vorhergesagt werden, welche Linien konkret betroffen sind, hieß es auf Nachfrage von einer Sprecherin der Deutschen Bahn in Berlin. Betroffen sei allerdings auch der Schülerverkehr der Linien des Spree-Neiße-Busses und der Busverkehr Oder-Spree GmbH.
Cottbusverkehr-Mitarbeiter treten in Warnstreik

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