Selenskiy am Flughafen BER: Dieser Spionage-Jet fliegt über Schönefeld

Eine Boeing E-3A Sentry im Einsatz. Die Nato als Bündnis hat derzeit 14 dieser hochmodernen Überwachungsflugzeuge flugbereit.
Chris Braun/NATO AWACS- Nach Selenskyjs Landung am BER zeigte sich Militärpräsenz am Himmel.
- Eine Boeing E‑3A der Nato flog um 12.21 Uhr über das Regierungsterminal.
- Laut Luftwaffe war es Standardbetrieb, mit Einsatzschwerpunkt in Polen.
- Weitere Militärflüge: C27J aus Slowenien, Litauen, Portugal sowie Bundeswehr-Helis.
- Selenskyjs Maschine startete in Rzeszów und flog später weiter nach Madrid.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Das Flugzeug mit Wolodymyr Selenskyj an Bord landete um 10.03 Uhr am Dienstagmorgen (3.11.) auf der Nordlandebahn des Flughafens Berlin-Brandenburg. Die Maschine des ukrainischen Präsidenten war nicht, wie man erwarten würde, in Kiew gestartet, sondern in der polnischen Stadt Rzeszów, etwa auf halber Strecke zwischen der deutschen und der ukrainischen Hauptstadt. Wohl aus Sicherheitsgründen.
All diese Details kann man aus öffentlichen Flugdaten ablesen, die auch einige Militärmaschinen zeigen. Auf den Flug-Tracker-Webseiten ist daher nachvollziehbar, was in den vergangenen zwei Tagen im Luftraum während der Sicherheitskonferenz über Brandenburg und Berlin los war.
Denn neben der Landung und der feierlichen Begrüßung des ukrainischen Staatsgastes am Regierungsterminal gab es einiges an Militärpräsenz über und um den Flughafen in Schönefeld.

Flugdaten vom Dienstagmorgen: Die ukrainische Regierungsmaschine von Wolodymyr Selenskyj fliegt aus dem südöstlichen Polen zum Flughafen BER.
Till Eichenauer (Screenshot von www.globe.adsbexchange.com)Besonders auffällig: In zehn Kilometern Flughöhe erschien am Dienstag eine Boeing E-3A Sentry, das fliegende Radar der Nato-Partner, um 12.21 Uhr über Schönefeld. Auf Anfrage erklärt ein Sprecher vom Luftwaffenstützpunkt in Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen, dass das Flugzeug nicht mit der Landung des ukrainischen Präsidenten kurz vorher in Zusammenhang steht. Der Flug sei Teil des Standardbetriebs und eine „erweiterte Überwachungsmission in Polen, bei der wir die Luftüberwachung an der Ostflanke der Nato und im Ostseeraum sicherstellen“, so Sprecher Donny Demmers.
Nato-Flieger laut Flugdaten direkt über Flughafen BER
Die Positionsdaten des Radarflugzeugs zeigen jedoch, dass die Maschine trotz ihrer Höhe und etwa 1000 Kilometer langen Flugstrecke von Westdeutschland nach Ostpolen praktisch metergenau über das Regierungsterminal am BER geflogen ist. Dort, wo etwa zwei Stunden vorher Wolodymyr Selenskyj begrüßt wurde. Danach flog die Maschine tatsächlich nach Polen, wie auch ein weiteres Flugzeug der niederländischen Armee, und kreiste dort zwischen Berlin und der belarussischen Grenze.

Boeing E-3A Sentry direkt über dem Regierungsterminal im nördlichen Teil des Flughafens BER.
Till Eichenauer (Screenshot von www.globe.adsbexchange.com)Auf dem Rückweg, gut drei Stunden später, flog die umgebaute Boeing nicht wieder über Schönefeld zur Nato-Basis zurück, sondern über das Stadtgebiet von Königs Wusterhausen, südlich des Flughafens. Bereits im September 2025 kreiste einer der Überwachungsflieger über der Region.
Durch eine Kombination aus Höchstleistungs-Doppler-Radar, schneller Datenverarbeitung und abhörsicherer Echtzeitkommunikation dienen die Maschinen vom Typ Boeing E-3A Sentry nicht nur als Aufklärungsflugzeug, sondern im Ernstfall auch als eine Art fliegender Gefechtsstand.

Der Luftraum über Brandenburg und Polen am Dienstagnachmittag: Es kreist ein Aufklärungsflugzeug nahe der polnischen-belarussischen Grenze und ein Tankflugzeug östlich von Berlin. Ein niederländisches Transportflugzeug ist im Landeanflug auf Berlin.
Till Eichenauer (Screenshot von www.globe.adsbexchange.com)Die Langstreckenflieger waren aber nicht die einzigen Besucher in Schönefeld. Um 13.53 Uhr landete ein slowenischer Militär-Transporter vom Typ C27J von einer Militärbasis im Osten des Landes am BER. Um 15.45 Uhr startete das baugleiche Propellerflugzeug der litauischen Streitkräfte von dort. Zwei Minuten später landete eine Transportmaschine der portugiesischen Luftwaffe.
Dazwischen kamen und gingen immer wieder die kleineren Businessjets der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums aus Katar, Krakau oder Tallinn. Zudem waren am Dienstag und Mittwoch immer wieder auch Helikopter der Bundeswehr am Himmel über Berlin im Einsatz, meist im Norden der Hauptstadt.
Am Mittwoch um 12.35 Uhr landete dann ein niederländischer Militärtransporter vom Typ C-130 Hercules am Flughafen BER, ebenfalls vom Flughafen im polnischen Rzeszów, wie tags zuvor die Maschine von Selenskiy. Etwa eineinhalb Stunden später hob dann die A319 des ukrainischen Präsidenten wieder vom Flughafen BER ab. Sie flog aber nicht zurück an die polnisch-ukrainische Grenze, sondern in die spanische Hauptstadt Madrid.

