Müll in Königs Wusterhausen
: Gelbe Tonne statt Gelber Sack in LDS – ab wann?

Der Südbrandenburgische Abfallzweckverband (SBAZV) will rund um Königs Wusterhausen den Wechsel vom Gelben Sack zur Gelben Tonne. Ab wann und was noch bekannt ist.
Von
Maria Häußler
Königs Wusterhausen
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Mit Ablauf des Jahres 2024 endet die Ära des Gelben Sacks in Märkisch-Oderland. Denn ab dem 1. Januar 2025 werden die Wertstoffe mit dem Grünen Punkt in einer Tonne abgeholt.

„Bye, bye Gelber Sack“, könnte es bald auch in Königs Wusterhausen, Wildau, Schönefeld, Zeuthen und Co heißen.

Patrick Pleul/dpa
  • Gelber Sack soll in Königs Wusterhausen durch Gelbe Tonne ersetzt werden, ab 2026.
  • SBAZV plant rechtliche Schritte, falls keine Einigung mit Dualen Systemen.
  • Tonne schützt besser vor Tieren, ist sauberer und nachhaltiger.
  • Umfrage: 56% wollen Gelben Sack behalten, SBAZV plant trotzdem Umstellung.
  • Andere Landkreise in Brandenburg haben bereits Gelbe Tonne eingeführt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Gelber Sack oder Gelbe Tonne? Diese Diskussion gibt es in vielen Teilen Brandenburgs seit Jahren. Während in Erkner und Oder-Spree die Entscheidung noch aussteht, gibt es in direkter Nachbarschaft einen Vorstoß des kommunalen Müllentsorgers: Die Gelbe Tonne soll nun auch im Norden von Dahme-Spreewald und ganz Teltow-Fläming kommen.

Der Südbrandenburgische Abfallzweckverband (SBAZV) hat dazu eine neue Rahmenvorgabe über die Art der Sammlung von Leichtverpackungen verfasst. Sie ist Teil des neuen  Abfallwirtschaftskonzeptes des SBAZV für das kommende Jahr. Die neue Vorschrift soll ab 1. Januar 2026 im Verbandsgebiet des SBAZV gelten. Das umfasst unter anderem Königs Wusterhausen, Schönefeld, Eichwalde, Mittenwalde, Wildau, Schulzendorf, Zeuthen und Mittenwalde.

Landkreis LDS stimmt für Gelbe Tonne

Ob der Verband dies durchsetzen kann, sei noch ungewiss, teilt Verbandsvorsteher Holger Riesner mit. Denn bisher sei keine Einigung mit den Dualen Systemen erzielt worden. Duale Systeme organisieren bundesweit die Sammlung von Müll. Sie werden als „Dual“ bezeichnet, da privatwirtschaftliche Gesellschaften, wie etwa der Grüne Punkt, als zweites System neben der bereits bestehenden öffentlichen Entsorgung eingeführt wurde.

In der Verbandsversammlung, in der der Landkreis Dahme-Spreewald Mitglied ist, sei die Einführung der gelben Tonne beschlossen worden, teilte eine Sprecherin des Landkreises mit. „Der LDS hat für die Einführung der gelben Tonne gestimmt.“

SBAZV will die Gelbe Tonne notfalls vor Gericht durchsetzen

Der SBAZV will notfalls gerichtliche Schritte einleiten, um eine Umstellung auf die Gelbe Tonne durchzusetzen. Dann würde sich die Umstellung verzögern. „Der SBAZV selbst hat ‚nur‘ alle drei Jahre die Möglichkeit, die Art des grundsätzlichen Sammelsystems mit den Dualen System abzustimmen bzw. notfalls vorzugeben“, sagt Riesner. „Letzteres ist jetzt passiert, das endgültige Ergebnis noch ungewiss“.

Ein Hauptargument für die Gelbe Tonne ist, dass Tiere die Säcke häufig zerreißen. Eine Tonne sorge dagegen für ein saubereres Stadtbild. Außerdem müssten die Säcke nicht im Haushalt gelagert werden und Tonnen sind nachhaltiger. Ab 2023 habe der SBAZV den Zwischenweg über etwas reißfestere Säcke gewählt, sagt Riesner. „Diese haben sich aber in den ländlichen Gegenden gegenüber Tierverbiss nicht wirklich besser bewährt“.

Gelbe Tonne in LDS: „Die Kosten bezahlen die Bürger“

Ein Gegenargument für die gelbe Tonne ist laut SBAZV, dass das Volumen nicht immer zum Haushalt passe: Mal sei sie zu groß, mal zu klein. Trotzdem sieht der Verband in seinem neuen Beschluss nur zwei Größen für die Tonnen vor: 240 Liter und 1100 Liter. Auch die Farbe ist bereits festgelegt: dunkel, mit gelbem Deckel.

2022 hatte sich der SBAZV nach einer nicht repräsentativen Umfrage noch gegen die Gelbe Tonne entschieden. Über 4000 Menschen hatten per E-Mail teilgenommen, 56 Prozent hatten sich damals schon für die Gelbe Tonne ausgesprochen. Die Umstellung sei wegen der Kosten nur möglich, wenn eine überwiegende Kundenmehrheit für die Tonne stimmt, hieß es.

Für Grundstücksbesitzer ergeben sich aus der Neuregelung noch einige Fragen. Kommen zusätzliche Kosten auf Hausbesitzer zu? Wird die Tonne angeliefert? Ist ein Antrag nötig?

„Die Finanzierung der dabei entstehenden Kosten bezahlt jeder Bürger mit dem Kauf des jeweiligen Produktes – unabhängig davon, ob eine Sammlung mit Sack oder Tonne durchgeführt wird“, schreibt Riesner dazu. Ein extra Antrag sei nicht notwendig. Die Organisation übernehme Ende 2025 ein durch die Dualen Systeme beauftragter Entsorger, im Moment wäre das Alba.

Repräsentative Umfrage in LDS spricht für den Gelben Sack

Laut SBAZV hatten sich viele Befragte die Möglichkeit gewünscht, zusätzlich Gelbe Säcke zu verwenden, falls das Volumen nicht ausreicht. Das schließe das Duale System aus, also die bundesweiten Vorgaben. Besitzer von kleinen Grundstücken sorgten sich außerdem, ob eine zusätzliche Tonne überhaupt auf ihr Grundstück passt.

Im November 2023 führte die SBAZV durch die Gesellschaft für Sozialforschung forsa eine repräsentative Umfrage durch. 56 Prozent der 1001 Befragten gaben dabei an, den Gelben Sack weiter behalten zu wollen. Nur 41 Prozent sprachen sich für die Entsorgung über eine Gelbe Tonne aus. Dennoch will der SBAZV den Beschluss jetzt offenbar durchsetzen. „Das Land Brandenburg sieht nun in einer Fortschreibung der Landesgesetzgebung die verstärkte Nutzung von Tonnen im ländlichen Raum vor“, sagt Verbandsvorsteher Riesner. „An dieser Vorgabe haben wir uns bei der Entscheidung orientiert.“

Märkisch-Oderland führt die Gelbe Tonne bereits 2025 ein. Andere Landkreise in Brandenburg haben die Gelbe Tonne bereits: Potsdam-Mittelmark seit 2022, der Landkreis Oberhavel seit 2020. Die Tonnen wurden dort kostenlos angeliefert und aufgestellt.