Ohne Kürzung Start 2022

Ihre Darstellung, dass der Gesundheitscampus Brandenburg und die FGW „exotische’ Projekte oder „Verlegenheitslösungen“ seien, ist nicht korrekt. Erst einmal gibt es in Deutschland viele Gesundheitsregionen (mehr als 50), andererseits ist auch die FGW kein exotischer, sondern ein innovativer Ansatz des Landes entsprechend seiner Aufgabe der Daseinsvorsorge, hier Gesundheit.
Der Gesundheitscampus Brandenburg hat als Netzwerk von universitärer und außeruniversitärer Forschung seit 2015 eine leistungsfähige Verbundforschung hervorgebracht (sieben einrichtungsübergreifende Clusterprojekte des Landes), die sich auf die Schaffung innovativer Lösungen für Medizin und Gesundheit des Alterns konzentriert. Unter der Forderung an den Gesundheitscampus „neue Wege zur Gesundheit“ aufzufinden und gangbar zu machen, wurde auf der Grundlage von Landtagsbeschlüssen 2018 und 2019 die FGW mit genanntem Forschungsthema aufgebaut. Das Konzept der Fakultät zielt auf Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Das ist ein Anspruch, der über einen Aufbau einer ärztlichen Ausbildung hinausgeht und diese ergänzt, man kann beide klug vernetzen.
Es ist in den Gesundheitswissenschaften ein offenes Geheimnis, dass eine bessere Versorgung sicher von einer guten ärztlichen und pflegerischen Versorgung abhängt, aber man verschenkt große Potenziale, wenn man nicht an die  Förderung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung denkt. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden wird an der FGW geforscht, Studiengänge aufgebaut und der Dialog mit der Bevölkerung gesucht.

Sie führen aus, dass der Beginn von Studiengängen an der FGW nicht absehbar sei. Das ist nicht richtig. Um die Qualität des jeweiligen Studiengangs zu sichern haben diese längere Vorlaufzeiten von etwa zwei Jahren. Der Abschluss bildet ein Begutachtungsverfahren (Akkreditierung), bei einem Studiengang (Versorgungsforschung) läuft die Begutachtung, ein Vororttermin ist im Januar. Da der Studiengang von erfahrenen Hochschullehrern konzipiert wurde, sind wir optimistisch, dass er im Sommersemester 2022 beginnen wird. Für einen weiteren Studiengang (PHEN: Public Health Exercises Nutrition) ist alles für die Akkreditierung vorbereitet. Er sollte auch 2022 starten, da aber für seine Durchführung eine weitere Professur besetzt sein muss, hat die Fakultät nach Bekanntwerden des Sparbeschlusses der Landesregierung erst einmal gestoppt.
Ein weiteres Studiengangskonzept der FGW (Seelische Gesundheit und Begleitung) ist innerhalb der Universität Potsdam positiv bewertet und zur Vorbereitung auf die Begutachtung aufgefordert worden.  Der Studiengang greift das in den englischsprachigen Ländern entwickelte Konzept ‚Spiritual and pastoral care’ auf, bildet aber säkular und interreligiös aus. Die Absolventen können Patienten und deren Angehörige in menschlich schwierigen Situationen beraten und ihnen helfen, ihre Widerstandsfähigkeit (Resilienz) zu stärken. (...)  Auch dieser Studiengang kann ohne Besetzung der Professur für Seelische Gesundheit und Verhaltensmedizin nicht starten. 

Lange Vorlaufzeiten ärgerlich

Aus dieser Feststellung wird hoffentlich deutlich, dass eine Aussage, die FGW könnte  zusammen mit ihren Trägereinrichtungen ihre Arbeit fortsetzen, nicht nachvollziehbar ist. Es fehlen halt die notwendigen Mittel.
Was die Berufungen betrifft, sind wir auch nicht begeistert, dass zu den üblichen Zeiten (durchschnittlich 1 1/2 Jahre bis 1 3/4 von der Ausschreibung bis zur Besetzung) durch die speziellen Bedingungen der FGW mindestens sechs Monate hinzu kommen. Man könnte, trotzdem qualitätsgesichert, diese Zusatzzeiten komplett vermeiden,  wenn angemessene gesetzliche Rahmenbedingungen bei der Gründung der Fakultät geschaffen worden wären.
Nicht richtig ist, dass eine staatliche Forschungsförderung der MHB unzulässig sei. Das Gegenteil ist richtig. Forschung können wir unterstützen (und tun es umfangreich), in der ausschließlich gebührenfinanzierten Lehre kann nicht mit staatlichen Geldern geholfen werden.
Cornelius Frömmel,
Schulzendorf (LDS)