Von Ingvil Schirling

Hellbraun ist die Farbe für die Stimmzettel mit den künftigen Kreistagsabgeordneten, die am Sonntag zu wählen sind. Wahlkreis fünf umfasst den Bereich Lübben und Luckau, Lieberose/Oberspreewald und Heideblick. Hier ein Überblick über die wichtigsten Kandidaten.

Platz eins von elf auf der Liste der SPD Dahme-Spreewald für diesen Bereich hält Sylvia Lehmann. Die langjährige Kreistagsabgeordnete wurde 1954 geboren und lebt in Dollgen/Märkische Heide. „Mit unserem Pilotprojekt ,Gemeindelotse’ wollen wir das Leben in den kleinen Orten fördern. Ein starker Tourismus und eine regionale Wirtschaft mit gut bezahlter Arbeit sollen unsere Region lebenswert machen. Dazu gehören gute Bildungsangebote und ein kostenloser Schülerverkehr.“

Olaf Schulze aus Cahnsdorf, seit vielen Jahren im Kreistag dabei, führt die Liste der CDU für den südlichsten Teil des Landkreises an. Sieben Namen finden sich mit dem 1966 geborenen Polizeivollzugsbeamten darauf. „Ich setze mich ein für den Ausbau der Infrastruktur“, nennt er seine Schwerpunkte. „Dazu gehören Radwege, schneller Mobilfunk sowie Breitband und der Nahverkehr. Um die Region vor allem für junge Menschen attraktiver zu machen, will ich die Ansiedlung von Wirtschaft unterstützen, Wohngrundstücke schaffen und ein ausgewogenes soziales Umfeld. Wichtig ist mir die medizinische Versorgung.“

Die Linke tritt mit einer sechsköpfigen Liste und – neu – Ilka Gelhaar-Heider an der Spitze an. Die Sozialarbeiterin aus Neu Zauche wurde 1966 geboren. „Einen Kita-Platz für jedes Kind, bezahlbaren Wohnraum für alle, ortsnahe medizinische Versorgung, ausreichende Pflegeangebote, vielfältige kulturelle und sportliche Angebote, mehr Mobilität im ÖPNV, schnelles Internet, Stärkung aller Initiativen für eine weltoffene und demokratische Gesellschaft“ nennt sie als Ziele.

Die AfD geht im Wahlkreis fünf mit Benjamin Filter aus Schwerin und drei Kandidaten ins Rennen. Der 1981 geborene Referent sagt: „Unsere Politik wird sich beharrlich an den Bedürfnissen derer ausrichten, die ihre Heimat erhalten und lebenswerter machen wollen. Der Süden des Landkreises braucht die Kehrtwende – Fürsorge für die Alten, Bleibeperspektiven für die Jungen, moderne Infrastruktur und starke regionale Unternehmen.“

15 Kreistags-Kandidatinnen und Kandidaten hat Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis fünf auf der Liste. Spitzenkandidat ist Lothar Treder-Schmidt, der schon in der jetzt endenden Wahlperiode Mitglied des Gremiums war. Er will streiten „für ein gutes Landleben: Wohnen auf dem Lande neu gedacht (Baurecht), Business von Dorf und Kleinstadt aus (schnelles Internet), Mobil-Medizin, auch vom Dorf mobil (ÖPNV-Modelle, Bahn), geschützte Natur mit naturnaher Landwirtschaft, klaren Gewässern, Wäldern, Alleen und Artenvielfalt – offen für Stadtflüchtlinge.“

Die Freie Wählergruppe Bauern geht mit Heiko Terno an der Spitze und 13 weiteren Kandidaten ins Rennen um die Kreistagssitze. Der 1972 geborene Geschäftsführer eines Agrarbetriebes aus Kümmritz bei Luckau ist ebenfalls schon viele Jahre Mitglied in dem Entscheidungsgremium und sagt: „,Mit Sachverstand für Stadt und Land’ ist unser Motto, denn für uns zählen Fakten statt Ideologien. Wir kämpfen für gute Bildung und sichere Arbeit in der Heimat, Netz in jedem Haus und an jedem Baum, flächendeckende Mobilität und medizinische Versorgung sowie ein verantwortungsvolles Wolfsmanagement.“

Als alter Hase dürfte Frank Selbitz gelten, der die Liste der UBL mit insgesamt 16 Bewerbern anführt. Sie vereint Initiativen wie die Wählergemeinschaft Heideblick und die Bürgerinitiative gegen Erdöl- und Gasbohren im Oberspreewald. Selbitz, 1959 geboren, Lehrer und Nachtwächter, sagt: „Unabhängig, bürgernah, lösungsorientiert – wer heute nichts bewegt, lebt morgen wie gestern. Das heißt für mich, sich für ein aktives Miteinander aller Menschen im LDS einzusetzen, den Landkreis als eine Einheit zu betrachten, Visionen der Gestaltung zu entwickeln.“

Die FDP tritt im Wahlkreis fünf mit 13 Kandidaten an. Listenplatz eins hat Jens Graßmel. Der 1963 geborene Luckauer Arzt sagt: „Wir setzen uns mit Nachdruck für Belange der strukturschwachen Region im südlichen Landkreis ein. Im gesamten Landkreis gilt es, die medizinische Versorgung vor Ort zu gewährleisten. Wir setzen uns dafür ein, die existierenden Krankenhausstandorte zu erhalten.“

Für die Vereinigung „Wir für KW“ tritt im Süden Ronny Friedrich an. Der 1992 geborene Angestellte reagierte jedoch bis Redaktionsschluss nicht auf die LR-Anfrage, sich mit einem Bild und den Kernaussagen zu positionieren.

Die Freien Wähler gehen mit dem Rentner Christoph Bräunlich (1955) aus Schönefeld in die Wahl. Er fordert gerechte Regelungen für Altanschließer, gebührenfreie Kitas, größere Mindestabstände von Windrädern sowie „eine Stärkung von landwirtschaftlichen Familienbetrieben und mittelständischen Landwirtschaftsbetrieben ohne völlige Abhängigkeiten von EU-Subventionen“.

Der Lieberoser Gärtnermeister Jürgen Willenberg (1956) kandidiert für die Lausitzer Allianz (Luzyska Alianca). „Sorben und Wenden haben ein Recht auf ihre Sprache und Kultur“, sagt er zu seinen Anliegen. „Eingemeindete Dörfer dürfen nicht zu Kolonien der Städte und Gemeinden werden.“

Soweit der Überblick über die wichtigsten Kreistagskandidaten für den südlichsten Teil des Landkreises Dahme-Spreewald. Weitere Infos im Wahlnavigator auf www.lr-online.de.