Foodie-Podcast in Brandenburg: Die besten Ölmühlen für Leinöl und mehr

Eins der bekanntesten naturbelassenen Öle aus Brandenburg ist Leinöl. Aber es gibt noch viel mehr Sorten. Wo sind die besten Ölmühlen in Brandenburg?
Christin Klose/dpa-tmn/dpa- Podcast stellt vier Ölmühlen in Brandenburg vor – mit Fokus auf kalt gepresste Öle.
- Ölmühle Katerbow: regionale Saaten, Pizza-Öl im Sommergarten, Mix aus Schwarzkümmel- und Hanföl.
- Ölmühle im Bogenluch: Rohkostqualität, Erläuterungen zu Saat-Reife und Presszeitpunkt.
- Kanow-Mühle Spreewald: seit 1527 Leinöl, 24 Ölsorten, Reststoffe werden zu Mehl und Müsli.
- Gut Ogrosen: eigener Lein vom Feld bis zur Flasche, Demeter, Gold- und Braunlein getrennt.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ob mit frischem Brot aufgetunkt oder in einem dünnen Strahl über die noch heiße Pizza gegossen – jedes Speiseöl schmeckt anders, je nachdem, welche Samen oder Nüsse dafür gepresst wurden. Am aromatischsten sind naturbelassene, kalt gepresste Öle aus handwerklichen Ölmühlen. Davon gibt es einige im Land Brandenburg.
Im Podcast „Brandenburg, lass uns über Essen reden“, der gemeinsam von der Märkischen Oderzeitung und der Lausitzer Rundschau produziert wird, haben wir ausgewählte Produkte von vier Mühlen getestet.
Der Podcast erscheint alle zwei Wochen und beleuchtet Themen rund um handwerklich hergestelltes Essen und Getränke regionaler Erzeuger, Produzenten und Produzentinnen und Gaststätten. Er kann auf allen gängigen Plattformen, einschließlich YouTube, kostenlos abgerufen werden.
Foodie-Podcast stellt Ölmühlen in Brandenburg vor
Im „Luisenhof“ betreibt Anke Stamer die Ölmühle Katerbow. Ihre handwerklich gepressten Öle laufen viele Stunden lang Tropfen für Tropfen durch die kleinen Mühlen. Kalt gepresstes, frisches Öl habe andere Aromen als industriell hergestelltes, das manchmal für mehrere Stunden im Kanister stehe und oft auch im Verkauf nicht vor Licht und Wärme geschützt sei, so Stamer.
Die Saaten und Nüsse für ihre Produktion findet sie allesamt bei Erzeugern aus Brandenburg. Ob es die Gold- oder Braunsaat des Leinöls ist, die sie vom Gut Ogrosen bezieht, Walnüsse von der Walnussmeisterei in Herzberg, oder die dunkelgrünen Kürbiskerne von Ölkürbissen aus dem Syringhof in Beelitz.
Tipp 1: Pizza mit Würzöl in der Ölmühle Katerbow in OPR
Beliebt ist ein eigens angerührtes „Pizza-Öl“ aus Katerbow, eine würzige Mischung, die besonders gut auf der selbst gemachten Pizza schmeckt, die den Gästen im Sommer regelmäßig im Garten des „Luisenhofs“ angeboten wird.

Anke Stamer ist Inhaberin der Ölmühle Katerbow auf dem „Luisenhof“ in Ostprignitz-Ruppin.
Elisabeth VoigtAuch Schwarzkümmelöl hat Stamer im Sortiment, weil es oft von Kunden angefragt wird. Es soll Verdauungsbeschwerden lindern und Entzündungen entgegenwirken. Das dichte, schwarze Öl ist jedoch auf der Zunge medizinisch und scharf. Für manchen ist das zu intensiv. Darum mischt sie es als „Vital-Öl“ mit dem mild-grasigen Hanföl.
Tipp 2: Ölmühle im Bogenluch in Borgsdorf
Ob Haselnussöl, Senföl oder Sonnenblumenöl: Auch Jean Lubenow, Inhaberin der Ölmühle im Bogenluch in Borgsdorf (Hohen Neuendorf) produziert charakteristische Öle in Rohkostqualität. Sie ist oft auf Besuchermessen in der Region anzutreffen. „Mir geht es auch darum, zu zeigen, wie frisch gepresstes Öl gemacht wird“, erklärt Lubenow.
Sie kennt sich mit den verschiedenen Nüssen und Saaten aus. „Die Walnuss hat anfangs einen sehr hohen Wasseranteil“, so Lubenow. „Später im Jahr, in kalten Nächten, lagert sie Öl ein, um so vor Frost geschützt zu sein – denn Öl friert nicht.“

Jean Lubenow stellt in ihrer Ölmühle im Bogenluch in Borgsdorf, einem Ortsteil von Hohen Neuendorf frisch gepresste Speiseöle her.
Elisabeth VoigtIm Frühjahr wird wieder Feuchtigkeit aufgenommen, sodass die Walnussbäume wachsen können. „Die Kunst besteht darin, die lebendige Saat im richtigen Augenblick zu nutzen“, erklärt sie.
Jede Saat benötigt zum Pressen eine andere Temperatur und muss zum richtigen Zeitpunkt gepresst werden. „Von Jahr zu Jahr hat die Leinsaat einen höheren oder niedrigeren Ölanteil – der auch vom Wetter abhängig ist“, so Lubenow. Im Schnitt erhalte sie aus Leinsamen ein Drittel Öl und zwei Drittel Zellulose.
Tipp Nr. 3: Leinöl der Kanow-Mühle im Spreewald
Seit 1527 wird auf dem Gelände der Kanow-Mühle in Sagritz im Spreewald Leinöl gepresst – mit Ausnahme der DDR-Zeit –, seit 1815 ist die Mühle im Familienbesitz.
Der aktuelle Chef Christian Behrendt verkauft inzwischen 24 Sorten Öl in seinem Hofladen und im Onlineshop, auch in regionalen Supermärkten gibt es Teile seines Sortiments. Außerdem produzieren die Behrendts Mehle und Müsli-Zutaten aus den Resten ihrer gepressten Saaten und Nüsse.
Den Lein, immer noch der bekannteste Rohstoff, bezieht die Kanow Mühle nach eigenen Angaben, soweit wie möglich, aus dem Spreewald, andernfalls aus anderen ostdeutschen Regionen. Das ist bei einem solch regionalen Produkt wichtig zu wissen, denn günstiger ist Leinsaat aus dem Ausland, beispielsweise Kasachstan.
Tipp Nr. 4: Vom Feld in die Flasche auf Gut Ogrosen
Gut Ogrosen baut nicht nur Lein an, den es unter anderem an die Kanow-Mühle und an die Ölmühle Katerbow liefert. Es produziert auch selbst verschiedene Leinöle, die es vorwiegend im Hofladen und auf Wochenmärkten verkauft.
Das Konzept, Lein selbst anzubauen, selbst zu pressen und dann das Öl selbst zu verkaufen, hat das Gut als Alleinstellungsmerkmal. Zudem sind die Öle Demeter-zertifiziert, entsprechen also strengen Bio-Standards.
Gut Ogrosen produziert neben Öl aus gemischten Leinsaaten auch Öl ausschließlich aus Goldlein und ausschließlich aus Braunlein. Die Berliner Tageszeitung „Tagesspiegel“ hat im Juli 2025 18 Leinöle verkostet und das Produkt von Gut Ogrosen zum Sieger gekürt.
Unsere vier getesteten Ölmühlen in Brandenburg
Ölmühle im Bogenluch, Friedensallee 20, 16556 Hohen Neuendorf.
Luisenhof Katerbow, Ölmühle, Dorfstr. 29 in 16818 Katerbow
Kanow-Mühle Spreewald, Kanowmühle 1, 15938 Golßen GT Sagritz
Gut Ogrosen, Ogrosener Dorfstraße 35, 03226 Vetschau
