Flüchtlinge in Dahme-Spreewald: Weniger Zuwanderung – Land korrigiert Aufnahmezahl

Lärmschutzwand mit Holzverkleidung an der Parkstraße in Lübben: Hier entsteht die neue Flüchtlingsunterkunft. (Archivfoto)
Daniel PreikschatDer Landkreis Dahme-Spreewald wird im Jahr 2024 voraussichtlich deutlich weniger Geflüchtete aufnehmen und unterbringen als zunächst geplant. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Zuwanderungszahlen hatte das Brandenburger Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz dem Landkreis ursprünglich ein Aufnahmesoll von 1212 Personen für 2024 mitgeteilt.
Die Zuweisung von Geflüchteten erfolgt über die Zentrale Ausländerbehörde (ZABH) des Landes Brandenburg in Eisenhüttenstadt. Die Unterbringung ist eine Pflichtaufgabe und dem Landkreis zur Erfüllung nach Weisung vorgegeben.
Neue Zahlen zu Flüchtlingen in Dahme-Spreewald
Inzwischen liegen für das laufende Jahr neue Zahlen vor. Demnach hat das Land dem Landkreis Dahme-Spreewald nunmehr ein neues Aufnahmesoll von 1062 Personen (150 Personen weniger) mitgeteilt, wie Kreissprecherin Kathrin Veh mitteilt.
Veh berichtet weiter: Im Zeitraum Januar 2024 bis Juni 2024 (Stichtag: 30. Juni 2024) hat die ZABH dem Landkreis Dahme-Spreewald insgesamt 436 Personen zugewiesen.
Die fünf Hauptherkunftsländer dieser Menschen sind die Ukraine (106 Personen), Syrien (94), Türkei (89), Afghanistan (45) und Kamerun (17). Weitere Herkunftsländer sind Irak, Armenien, Pakistan, Vietnam, Russische Föderation, Libyen, Iran, Kenia, Sudan, Serbien, Ghana, Südafrika und Eritrea.
Im Juni 2024 hat der Landkreis 92 Personen aufgenommen. Hinzu kommen drei Personen, die für den Zeitraum von Januar bis Mai nacherfasst wurden.
Bau der neuen Unterkunft in Lübben liegt im Zeitplan
Indes steht nach Angaben von Kreissprecherin Veh inzwischen fest, dass die bauliche Fertigstellung der neuen Gemeinschaftsunterkunft in Lübben wie zuletzt geplant im dritten Quartal des Jahres erfolgt. Zugleich geht der Landkreis nach wie vor von einer Inbetriebnahme der Unterkunft in der Parkstraße Anfang Oktober aus. Es handelt sich um zwei eingeschossige Wohnbauten in Modulbauweise.
Voraussichtlich bis zu 100 Plätze sollen dort zur vorläufigen Unterbringung von Asylbewerbern und geflüchteten Menschen zur Verfügung stehen. Betreiber wird das Diakonisches Werk Elbe-Elster e.V., welches bereits die Unterkunft in der Friedrich-Ludwig-Jahn-Straße in Lübben betreibt.
Insgesamt gibt es aktuell 21 Unterkünfte in Dahme-Spreewald
Am Standort Pätz (Gemeinde Bestensee) hatte der Landkreis zuletzt im März 2024 eine neue Gemeinschaftsunterkunft an den Betreiber DRK Flüchtlingshilfe Brandenburg gGmbH übergeben. Die Einrichtung verfügt über 163 Plätze.
Aktuell sind Geflüchtete in insgesamt 21 Unterkünften im Landkreis Dahme-Spreewald untergebracht. Angesichts der Entwicklung der Flüchtlingszahlen plant der Kreis zurzeit keine weiteren Einrichtungen, wie Landrat Sven Herzberger (parteilos) jüngst berichtete. „Mit insgesamt 22 Einrichtungen im Landkreis ist eine faire Verteilung der Geflüchteten im gesamten Landkreis gegeben“, sagte Herzberger im Mai – mit Blick auf die noch in Betrieb zu nehmende neue Einrichtung in Lübben.
Ansprechpartnerin
Kontakt zur Migrationsbeauftragten des Landkreises Dahme-Spreewald, Antje Jahn:
● Telefon: 03546 200 oder
● E-Mail: migration@dahme-spreewald.de


