Personensuche in Dahme-Spreewald: Kreis bietet einmaligen Service per Mausklick

Kreisarchivar Thomas Mietk (r.) zeigt LDS-Landrat Sven Herzberger das neue Online-Findbuch.
Stephanie Kunert/LKDSWer in Dahme-Spreewald Familien- und Ortsgeschichtsforschung betreiben will, kann jetzt auf ein neues Angebot des Kreisarchivs zurückgreifen: Seit wenigen Wochen stellt es eine neue Recherchemöglichkeit zur Verfügung: In einem Online-Portal können Interessierte in historischen Personenstandsurkunden ab 1874 frei suchen.
Das Portal umfasst Geburts-, Ehe- und Sterbeurkunden von rund 310.000 verstorbenen Dahme-Spreewäldern. Die Suche funktioniert ganz einfach – über Namen, Geburtsdaten oder Wohnort. So können historische Familiendaten recherchiert und die entsprechenden Urkunden als PDF-Dateien runtergeladen werden.
Jede einzelne Urkunde digitalisiert
Nachdem das Kreisarchiv schon vor einigen Jahren Vorreiter im Online-Stellen seiner Findhilfsmittel und einzelner Personenstandsbücher im Land Brandenburg war, geht es nun also noch einen Schritt weiter, um den Benutzerkomfort weiter zu verbessern. Kreisarchivar Thomas Mietk sagt: „Die eingeschränkten Öffnungszeiten des Kreisarchivs während der Corona-Jahre haben wir dazu genutzt, jede einzelne Urkunde zu digitalisieren und nach Namen, Geburtsdatum und Wohnort zu indexieren.“
Ein Beispiel: Wer im neuen Online-Portal nach Otto Theodor Freiherr von Manteuffel (1805 bis 1882) sucht, findet mehrere Einträge; darunter auch die handschriftlich ausgestellte Sterbeurkunde des berühmten Lübbeners, der von 1850 bis 1858 preußischer Ministerpräsident war.
Zu finden ist etwa auch die originale Eheurkunde von Robert Franz Behla (1850 bis 1921). Der Mediziner aus Luckau forschte er über Protozoen, akute Exantheme und Krebs. Aus dem Eintrag geht hervor, dass er 1885 Emma Wilhelmine Pauline, geborene Paschke, in Lübben heiratete.
Landrat: Wunderbare Hilfestellung zur Personenforschung
Landrat Sven Herzberger begrüßt das Online-Stellen der Archivalien: „Dieses Projekt stellt ein weiteres neues Serviceangebot der Kreisverwaltung dar. Ich freue mich, dass es nach vier Jahren umfangreicher Arbeit abgeschlossen werden konnte. Den zukünftigen Archivnutzern in unserem Landkreis bietet es eine wunderbare Hilfestellung zur Familien- und Personenforschung.“
Dass ein Landkreis diese Daten online und kostenfrei zur Verfügung stellt, dürfte in der bundesdeutschen Archivlandschaft ein Novum sein, berichtet Kreisarchivar Mietk. Bisher mussten mühsam Namensregister durchforstet oder das Archiv für eine Suche schriftlich beauftragt werden. Mit dem neuen Online-Tool entfallen diese Schritte.
An die Nutzer richtet Thomas Mietk trotzdem eine Bitte: „Da auch uns bei der Transkription der historischen Handschriften Fehler unterlaufen sein werden, würden wir uns über eine Benachrichtigung von fehlerhaften Digitalisaten freuen. Jedem Eintrag wurde daher eine Kommentarfunktion hinterlegt, die es ermöglicht, mit dem Archiv in Kontakt zu treten.“
Insgesamt befinden sich rund 324.000 Personenstandsurkunden aus den Jahren 1874 bis 1993 im Kreisarchiv. Sie umfassen Geburteneinträge (1874-1913), Eheeinträge (1874-1944) und Sterbeeinträge (1874-1993). Da Urkunden teilweise Angaben von noch möglichen lebenden Angehörigen enthalten, wurde auf eine komplette Onlinestellung aus Datenschutzgründen verzichtet.
Ein Standesamt fehlt
Das Digitalisierungsprojekt umfasste sämtliche Standesämter im Landkreis. Eine Ausnahme bildet der heutige Standesamtsbezirk Königs Wusterhausen (einschließlich seiner Vorgänger). Dessen Unterlagen befinden sich im Stadtarchiv Königs Wusterhausen.
Das Online-Findbuch ist unter www.kreisarchiv-lds.findbuch.net zu erreichen.


