Die Unterschiede in den Arbeitsmärkten der Lausitz sind weiterhin bemerkenswert. Während die Quoten im Süden des Landes bei fast zehn Prozent liegen (Forst 9,5, Guben 9 Prozent, Senftenberg 8,7), kann man von Arbeitslosigkeit in Dahme-Spreewald nicht mehr ernsthaft sprechen. Dieser Trend zeigte sich auch im traditionell eher „schwachen“ Monat Januar überdeutlich. Luckau liegt mit 3,2 Prozent definitiv im Bereich der Vollbeschäftigung, Lübben (4,4) und Königs Wusterhausen (3,8) dürfen dieses Prädikat ebenfalls in Anspruch nehmen.

Fachkräftemangel in Dahme-Spreewald

Die Arbeitsmarktlage ist also genau umgekehrt. Alle Zeichen stehen in Dahme-Spreewald auf Fachkräftemangel. Fast 2000 Stellen sind unbesetzt. Die Januar-Statistik fügt dem noch eine weitere Rekord-Zahl hinzu: 67 neue offene Stellen meldeten Arbeitgeber allein im Bereich der Lübbener Geschäftsstelle. Boris Müller, Bereichsleiter des Geschäftsstellenverbunds Dahme-Spreewald, macht es anschaulich: „Geht man für den Januar von 20 Arbeitstagen aus, so sind an jedem mehr als drei freie Arbeitsplätze bei uns eingegangen.“

Trotzdem gibt es – teilweise saisonbedingt – weiterhin arbeitslose Männer und Frauen. 1203 sind in Lübben statistisch gesehen arbeitssuchend, 617 sind es in Luckau. Im Jahresvergleich aber sank die Quote in beiden Städten um ein halbes Prozent.

Die Luckauer pendeln häufiger zur Arbeit

Die in Luckau extrem niedrige Quote erklärt Boris Müller unter anderem mit demografischen und Mobilitäts-Faktoren. In der Berstestadt gebe es im Verhältnis mehr Menschen, die bereits im Ruhestand sind. Lübben sei etwas mehr städtisch geprägt, so dass es ein höheres Potenzial an Erwerbspersonen gebe. Diese wiederum seien im Luckauer Raum offenbar etwas mobiler, was höhere Zahlen an Auspendlern zeigen würden.