Von Andreas Staindl

Das Amt Unterspreewald hat das Engagement seiner Freiwilligen Feuerwehren mit einer „Dankeschönveranstaltung“ gewürdigt. Hunderte Kameradinnen und Kameraden aus den Ortswehren verbrachten einen schönen Abend im Kongress Center von Tropical Islands.

„Sie haben es sich verdient, denn sie leisten fantastische Arbeit“, sagt Unterspreewalds Amtsdirektor Henri Urchs. „Das, was die Kameradinnen und Kameraden leisten, ist psychisch und körperlich belastend. Ihr Engagement geht oft bis an die Grenzen der eigenen Gesundheit.“ Für ihren „unbezahlbaren Beitrag in unserer Gesellschaft“ wurde den Feuerwehrleuten jetzt Danke gesagt. Es war das erste Mal, dass eine solche Festveranstaltung im Amt Unterspreewald stattgefunden hat.

„Große Hochachtung vor dem Amt für diese Veranstaltung“, sagt Peter Rublack. „Die Kameradinnen und Kameraden haben es sich verdient.“ Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverband Dahme-Spreewald war einer der zahlreiche Gäste, die das Engagement der Feuerwehrleute würdigten. Kreisbrandmeister Christian Liebe schlug in die gleiche Kerbe. Er brachte es mit wenigen Worten auf den Punkt: „Wir können uns auf euch verlassen. Danke dafür.“

Dass auf die Einsatzkräfte aus dem Unterspreewald Verlass ist, haben sie auch im Vorjahr bewiesen. „2018 gab es besonders viele Einsätze, das war für unsere Feuerwehren extrem“, sagt Henri Urchs. „Sie sind 264-mal ausgerückt, wobei 4862 aktive Kräfte beteiligt waren. Insgesamt leisteten sie 7918 Stunden.“ Der Amtsdirektor verglich dies mit einem normalen Arbeitnehmer, der es jährlich auf etwa 1760 Arbeitsstunden bringt.

Das außergewöhnliche Engagement blieb auch der Führung des Landkreises Dahme-Spreewald nicht verborgen. Wirtschaftsdezernent Heiko Jahn (SPD) überbrachte den Feuerwehrleuten die besten Wünsche des Landrats Stephan Loge (SPD): „Anerkennung und große Wertschätzung für ihre ehrenamtliche Arbeit. Der Landkreis wird auch künftig ein starker Partner der Feuerwehren sein.“ 458 aktive Kameradinnen und Kameraden sowie 190 passive Mitglieder engagieren sich in den 25 Ortswehren. Das sind etwa sieben Prozent der Einwohner des Amts, wie Henri Urchs erklärt. Die Nachfolger stehen schon in den Startlöchern.

„Der ländliche Raum hat viel weniger Nachwuchssorgen als die großen Städte“, sagt Werner-Siegwart Schippel, Präsident des Landesfeuerwehrverbands in Brandenburg. Er verwies zudem darauf, dass „die Aufgaben der Feuerwehren immer vielfältiger und anspruchsvoller werden“. 206 Kinder und Jugendliche werden derzeit im Amt Unterspreewald darauf vorbereitet. Der Großteil der Arbeit wird in Golßen und Schlepzig geleistet. Wie der Amtsdirektor sagt, werden dort jeweils mehr als 40 junge Leute fit für einen späteren Einsatz in der aktiven Wehr gemacht: „Die hohe Zahl vor allem in Schlepzig ist etwas Besonderes.“

Das Engagement für den Nachwuchs hat Folgen, es gibt Wartelisten. „Wir bräuchten noch mehr Betreuer“, sagt der Verwaltungschef. Er dankte am Freitagabend allen, die sich für die Feuerwehr engagieren, auch den Arbeitgebern, die ihre Mitarbeiter freistellen, wenn diese zum Einsatz müssen.

Tropical Islands, Gastgeber der „Dankeschönveranstaltung“, hat sich bei der Feuerwehr auf ganz eigene Weise bedankt. „Wir haben im vergangenen Jahr 72 000 Freikarten für Feuerwehrleute im Land Brandenburg zur Verfügung gestellt und ihnen damit vor allem für ihren Einsatz während der zahlreichen Waldbrände gedankt“, erzählt der Marketing-Manager Kim Schäfer. „An unserer Unterstützung für die Feuerwehr wird sich nach dem Verkauf von Tropical Islands nichts ändern.“

Auch Claus Weselsky unterstützt Kameradinnen und Kameraden im Unterspreewald. Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat der Freiwilligen Feuerwehr in Neuendorf am See 3800 Euro spendiert. Das Geld stammt von Gästen seines 60. Geburtstags, den er kürzlich gefeiert hat. Zufall ist die Aktion nicht. Der Gewerkschaftschef hat ein Ferienhaus in Neuendorf am See. Für sein Engagement wurde er ebenso wie verdienstvolle Kameradinnen und Kameraden mit einem Präsent bedacht. Zudem nutzte der Amtsdirektor die Gelegenheit, langjährigen ehrenamtlichen Bürgermeistern, die nicht wieder kandidieren, zu danken: „Sie genießen genau wie die Kameradinnen und Kameraden unserer Feuerwehren ein sehr hohes Ansehen.“