Betrug in Lübben: Stadtwerke warnen vor falschen Mitarbeitern, das ist zu beachten

Achtung Betrug: Die Kontaktaufnahme der vermeintlichen Mitarbeiter der Stadt- und Überlandwerke GmbH Lübben (SÜW) erfolgt bei den Kunden sowohl telefonisch als auch an der Haustür.
Sebastian Gollnow/dpa- In Lübben geben sich Unbekannte als SÜW-Mitarbeiter aus und fordern Daten/Unterschriften.
- Kontakt per Haustür, Telefon und E-Mail; E-Mails nicht im SÜW-Layout, teils angeklickt.
- SÜW: keine Haustürabschlüsse, keine Vertragsmails; Technikerbesuche werden angekündigt.
- Kunden fühlten sich bedrängt; Unterschriften als „Bestätigung“ wurden als Verträge genutzt.
- Tipps: Ausweise prüfen, niemanden reinlassen, nichts unterschreiben, 14 Tage Widerrufsrecht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Stadt- und Überlandwerke GmbH Lübben (SÜW) erreichen vermehrt Hinweise auf Personen, die im Netzgebiet unterwegs sind und sich unrechtmäßig als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgeben. Darauf weisen derzeit die Stadt Lübben sowie die SÜW hin. „Die Kontaktaufnahme erfolgt direkt an der Haustür, telefonisch und auch über E-Mail“, erzählt Annika Kühn aus dem Marketingbereich der SÜW auf Nachfrage der Redaktion.
Wie sie sagt, sind entsprechende Hinweise in den vergangenen Tagen verstärkt beim Kundendienst des Energieversorgers eingegangen. „Unsere Kunden berichten, dass die Personen, die sich als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgeben, über keine persönlichen Kundendaten verfügen, aber gezielt danach fragen würden. So wünschen sie, Rechnungen von uns einzusehen, und fragen nach Kontodaten der Kunden. Dabei stellen sich die Personen gezielt als Mitarbeiter der Stadtwerke vor“, berichtet Annika Kühn.
Wie sie weiter sagt, hätten sich die betroffenen Kunden von den Personen an der Haustür sehr bedrängt gefühlt – gerade die älteren Kunden. „Sie berichten, dass ihnen die Unterschrift förmlich aufgezwungen wurde. Dabei erzählen die vorgetäuschten Mitarbeiter den Kunden, dass sie noch eine Unterschrift als Bestätigung benötigen, um zu bezeugen, dass sie vor Ort waren. Und diese Unterschrift wird dann als Vertragsabschluss genutzt.“
Betrug in Lübben: Stadtwerke versenden für Abschluss keine E-Mail
Die E-Mails, die die Kunden der Stadtwerke erhalten, scheinen laut Annika Kühn nicht im Layout der Stadtwerke zu sein. Es habe jedoch tatsächlich schon Kunden gegeben, die in der E-Mail etwas angeklickt haben. „Sie sind dann aber direkt zu uns gekommen, weil sie sich letztlich doch unsicher waren und gefragt haben, ob das von uns ist und was sie jetzt machen können“, erzählt Annika Kühn. „Wir haben ihnen gesagt, dass diese E-Mail nicht von uns ist und das eher wie ein Betrug aussieht. Wir weisen dann darauf hin, dass jeder von seinem Widerrufsrecht innerhalb von 14 Tagen Gebrauch machen kann und sollte.“
Wie Annika Kühn erzählt, versenden die Stadtwerke für einen Vertragsabschluss keine E-Mails. Diese erhalte man von den Stadtwerken nur, wenn man bei ihnen auf der Internetseite das Kontaktformular ausfüllt und dann daraufhin eine E-Mail als Bestätigung erhalte. „Wir werben grundsätzlich nicht per E-Mail für einen Vertragsabschluss mit unserem Haus.“
Stadtwerke-Mitarbeiter schließen an der Haustür keine Verträge ab
Annika Kühn weist ausdrücklich darauf hin, dass die Stadtwerke keine Mitarbeiter im Außendienst haben, die Verträge an der Haustür abschließen. „Das hatten wir noch nie und das wird es auch weiterhin nicht geben. Niemand klingelt an der Tür und verlangt eine Unterschrift. Wenn wir vor Ort sind, dann handelt es sich um Besuche unserer Techniker. Diese Besuche werden jedoch im Vorfeld von uns entsprechend angekündigt – etwa auf unserer Internetseite oder in der Zeitung. Zudem können sich die Mitarbeiter der Stadtwerke mit einem Dienstausweis ausweisen.“
Annika Kühn warnt eindringlich davor, persönliche Daten weiterzugeben und Formulare oder Verträge an der Haustür zu unterschreiben: „Im Zweifel kann man immer unseren Kundenservice anrufen und nachfragen, ob es sich wirklich um einen Mitarbeiter der Stadtwerke handelt und der Besuch tatsächlich in Ordnung ist. Unsere Kunden können sich jederzeit an uns wenden.“ Der Kundenservice der SÜW sei unter der Telefonnummer (03546) 2779 70 zu erreichen.
Wie sie sagt, hätten sich die Kunden bisher richtig verhalten und die Stadtwerke über die vorgetäuschten Mitarbeiter informiert. „Bisher ist zum Glück kein Fall bekannt, wo es zu einem Schaden gekommen ist.“
Betrug: Landespräventionsrat Brandenburg gibt Verhaltenstipps
Der Landespräventionsrat Brandenburg vom brandenburgischen Innenministerium hat in einem Faltblatt Tipps und Informationen zum Thema Haustürgeschäfte veröffentlicht – mit entsprechenden Verhaltenstipps. Darin heißt es, dass man immer misstrauisch sein soll, wenn Unbekannte an der Tür klingeln. Sofern vorhanden, soll man seine Wohnungstür nur mit vorgelegter Kette öffnen beziehungsweise erst einmal durch den Spion in der Tür schauen.
Auf keinen Fall soll man Unbekannte in die Wohnung lassen, heißt es weiter. Ebenso soll man sich einen Ausweis zeigen lassen und zusätzlich einen zweiten, anderen Ausweis mit einem Foto. Damit könnten dann die Namen und das Foto zwischen beiden Ausweisen abgeglichen werden.
Weiterhin rät der Landespräventionsrat Brandenburg, sich nicht überrumpeln und sich zu nichts überreden zu lassen. Ebenso soll man keine größeren Bargeldmengen zu Hause aufbewahren und niemandem Auskunft über persönliche Vermögensverhältnisse geben.
Zudem soll man keinen Vertrag unterschreiben, bevor man sich nicht ausgiebig und in Ruhe mit dem Vertragsinhalt beschäftigt hat. Idealerweise tausche man sich mit einer vertrauten Person zum Vertragsangebot aus. Auch soll man niemals in Vorkasse gehen. Und falls man einen Vertrag abgeschlossen habe, stehe einem ein 14-tägiges Rücktrittsrecht zu. Dieses sollte man schriftlich formulieren, sonst sei es nicht verbindlich.


