Asklepios-Klinikum Lübben: Nach Streik ‒ mehr Geld und weniger Arbeit für Beschäftigte

Der Eingang zum Asklepios-Klinikum in Lübben (Archivfoto).
Frank HammerschmidtNach wochenlangen Tarifverhandlungen und mehreren Streiks an den Klinik-Standorten in Lübben, Teupitz und Brandenburg (Havel) haben sich die Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH und die Gewerkschaft Verdi auf einen Tarifabschluss geeinigt. Er gilt bis Dezember 2025.
Das Verhandlungspaket umfasst die Erhöhung der Werte aller Entgelttabellen, die Anhebung der Vergütung von Pflegekräften, die Erhöhung von Zulagen für Pflegekräfte und eine Arbeitszeitreduzierung auf 39 Stunden für Vollbeschäftigte. Zusätzlich sind für das Jahr 2024 Zahlungen von Inflationsausgleichsprämien vorgesehen.
Das umfasst der neue Tarifvertrag bei Asklepios konkret
■ Die Tarifparteien haben eine Erhöhung aller Tabellenentgelte ab 1. Juli 2024 um 235 Euro brutto vereinbart. Ab dem 1. März 2025 werden die Tabellenentgelte um weitere 5,5 Prozent erhöht.
■ Abweichend zu diesen Erhöhungen erhöhen sich die Entgeltstufen der Entgeltgruppen P1 und P2 mindestens auf eine monatliche Vergütung, die Stundenvergütungen steigen ab dem 1. Juli 2024 und ab dem 1. Juli 2025 erneut.
■ Ab September 2024 erhöhen sich die Pflegezulagen für alle Beschäftigten, die Grund-Behandlungspflege durchführen, auf 120 Euro monatlich. Diese Zulage wird mit den auf den im Januar 2026 folgenden Tariferhöhungen dynamisiert.
Einmalige Inflationsausgleichsprämie für alle Beschäftigten
Die Beschäftigten der Asklepios Fachkliniken Brandenburg, die mindestens an einem Tag im Zeitraum von Januar bis Juni 2024 Anspruch auf Entgelt haben, erhalten auf Grundlage eines separaten Tarifvertrages eine einmalige Inflationsausgleichsprämie bis zu einer Höhe von 1.500 Euro pro Vollkraft für das Jahr 2024. Bei Auszubildenden beläuft sich der Betrag auf maximal 750 Euro pro Vollkraft für das Jahr 2024. Das Geld bekommen die Beschäftigten frühestens mit der Vergütungsabrechnung im Juni 2024 ausgezahlt.
Ab Juli 2024 reduziert sich die wöchentliche Arbeitszeit eines Vollbeschäftigten auf 39 Wochenstunden. Die Tarifparteien haben zudem vereinbart, Verhandlungen über weitere Arbeitszeitreduzierungen in der nächsten Tarifrunde fortzusetzen.
So kommentiert Geschäftsführer Thesing den Abschluss
„Wir freuen uns, in den wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten gemeinsam mit Verdi einen Tarifabschluss erzielt zu haben, der den berechtigten Interessen beider Tarifpartner Rechnung trägt“, so Volker Thesing, Geschäftsführer der Asklepios Fachkliniken Brandenburg GmbH. „Uns war es wichtig, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeitnah von einem Tarifabschluss profitieren und wir Instrumente wie die Inflationsausgleichsprämie nutzen, damit die Beschäftigten auch von der Steuer- und Sozialabgabenfreiheit partizipieren können.“

