Bürgermeister Lars Kolan (SPD) und Peter Rogalla (Linke), Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, legten Freitag auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof einen Blumenkranz niedergelegt. Sie gedachten damit der Opfer des Zweiten Weltkrieges, der in Europa am 8. Mai vor 75 Jahren endete. Der Kranzniederlegung durch die Stadtspitze folgten einige weitere Lübbener. Wegen der Corona-Beschränkungen gab es kein gemeinsames Gedenken.

„Rund 55 Millionen Tote sind ein beredtes Zeichen der Schrecken dieses Krieges“, sagte Peter Rogalla. Fielen dem Krieg rund 6,3 Millionen Deutsche zum Opfer, seien auf sowjetischer Seite 26 Millionen Menschen gefallen, begründete er, warum es wichtig sei, an diesem Gedenktag das Mahnmal am Rande des Lübbener Hains zu besuchen.

Lübben besonders hart von Zerstörungen betroffen

Bürgermeister Lars Kolan verwies auf die Vieldeutigkeit dieses Datums, das für viele Menschen der „Tag der Befreiung“ ist, für andere wiederum das Ende eines Krieges, der das Leben von Familienangehörigen gefordert habe. Für ihn sei es „wichtig, diese vielen Bedeutungen zu reflektieren“, so der Bürgermeister.

Lübben war, weil die Stadtkommandantur 1945 nicht kapitulierte, besonders hart von den Zerstörungen der letzten Kriegstage betroffen: Nahezu die komplette Innenstadt lag Ende April 1945 in Schutt und Asche. An den Wiederaufbau und die Überwindung der Kriegsfolgen in Lübben wird im Herbst eine Themenwoche unter dem Titel „Auferstanden aus Ruinen“ mit Ausstellungen, Gesprächsrunden und Konzerten unter Federführung der TKS Lübben erinnern. Die Stadtverwaltung plant ein Fotobuch mit dem Titel „Lübben – Einst und Jetzt“.