Wahl 2024 in Sachsen: Das sind die Kandidaten aus der Region Hoyerswerda für den Landtag

Sehnsuchtsziel Landtag. 15 Kandidaten kämpfen in Hoyerswerda und dessen Umfeld um den Einzug.
Robert Michael/dpa19 Parteien und Vereinigungen treten am 1. September zur Landtagswahl in Sachsen an. Etwas übersichtlicher werden die Wahlzettel in den Hoyerswerda und die umliegenden Kommunen umfassenden Wahlkreisen 54/Bautzen 3 und 55/Bautzen 4 ausfallen. In Bautzen 3 treten acht Parteien und Vereinigungen an, in Bautzen 4 sieben.
CDU, AfD, Linke, Bündnis90/Die Grünen, SPD, FDP und Freie Wähler sind in beiden Wahlkreisen mit eigenen Kandidaten am Start, BSW - Das Bündnis Sahra Wagenknecht nur in Bautzen 3.
Es stehen zwei große Duelle an. CDU und AfD kämpfen darum, stärkste Kraft zu werden. Die Christdemokraten wollen die 2019 verlorenen Direktmandate zurückgewinnen, die AfD diese verteidigen. Landesweite Umfragen sehen derzeit die AfD knapp vorn. Platz drei könnte in Bautzen 4 an BSW gehen. Grüne und SPD dürften den Einzug in den Landtag schaffen, Linke, FDP und Freie Wähler müssen bangen.
Im Wahlkreis 54/Bautzen 3 treten acht Parteien an
CDU-Direktkandidat ist Thomas Haink. Der 43-jährige ist Inhaber und Geschäftsführer eines familiengeführten Pflegedienstes in Bernsdorf. Eine starke Wirtschaft und ein gutes Miteinander der Generationen liegen ihm am Herzen. Gute Bildung und Ausbildung der Kinder und Jugendlichen seien dafür die Voraussetzung.
Für die AfD will Timo Schreyer sein Direktmandat verteidigen. Der 59-jährige Dachdeckermeister aus Königsbrück tritt für die Elektrifizierung der Strecke Dresden-Görlitz ein. Er setzt sich für die Schließung der Grenzen, ein Ende der Energiewende und eine Umkehrung der Migration ein, will das Gendern abschaffen.
Als BSW-Kandidatin tritt Kathleen Liebschner an. Die 1976 geborene Diplom-Bauingenieurin will sich für den Frieden engagieren und Bürokratie abbauen. Sie tritt für einen besseren Zugang aller Bürgerinnen und Bürger zu Bildung, Sport und Kultur ein, will zudem die sorbische Sprache und Kultur fördern.
Gesundheits- und Sozialwesen sowie Mittelstand stärken
Alex Scholze kandidiert für die SPD. Der 1992 geborene Hauptamtsleiter der Gemeinde Elsterheide will die Verwaltungen modernisieren und die ländlichen Strukturen stärken. Der Abbau bürokratischer Hürden soll dem Mittelstand neue Energie verleihen und so die wirtschaftliche Entwicklung Sachsens voranbringen.
Maria Untch kandidiert für Bündnis 90/Die Grünen. Die 1983 geborene Diplom-Chemikerin tritt für die Stärkung von Bürgerrechten und Demokratie, mehr direkte Demokratie für die Bürgerinnen und Bürger ein. Sie ist seit Jahren in der Minderheitenpolitik engagiert, will die sorbische Kultur und Sprache fördern.
Lydia Berger kandidiert für die Linke. Die 1999 geborene Praxismanagerin einer Facharztpraxis will das Gesundheits- und Sozialwesens stärken, um den Zugriff aller Bürgerinnen und Bürger auf die medizinische Versorgung zu sichern und zu verbessern. Sie engagiert sich für queere Menschen und deren Lebens- und Liebesformen.
Auf die Region schauen und mit Brandenburg kooperieren
Die FDP schickt Kristin Schiewart ins Rennen. Die 35-jährige Qualitätsingenieurin will sich als Mittelstandskümmerer, Ausbildungs- und Schulkümmerer profilieren, um Sachsen und die Region voranzubringen. „Wir schauen auf die Unternehmen in der Region, aber auch auf die Menschen, die für diese Unternehmen arbeiten“.
Die Freien Wähler setzen auf Marcel Linack. Dem 1979 geborenen Betriebswirt und Eventmanager geht es um weniger Staat und mehr Selbstverwaltung. Er will den finanziellen Spielraum der Kommunen durch eine deutliche Reduzierung des Förderwildwuches und durch weniger Bürokratie erweitern.
Im Wahlkreis 55/Bautzen 4 bewerben sich sieben Parteien
Dort treten CDU, AfD, Linke, Grüne, SPD, FDP und Freie Wähler an. Doreen Schwietzer will ihr Landtagsmandat für die AfD verteidigen. Die 1972 geborene Bilanzbuchhalterin will die Elternbeiträge in Kitas deckeln, für ein kostenfreies, gesundes Mittagessen für alle Schüler sorgen. Eine bessere Zusammenarbeit von Sachsen und Brandenburg soll die Lausitz stärker voranbringen.
Frank Hirche will für die CDU zurück in den Landtag, wo er 2009 bis 2019 Abgeordneter war. Der 1961 geborene Elektromonteur, der den Transferraum Heimat in Knappenrode leitet, will in Dresden die Wahrnehmung Hoyerswerdas und der Region wiederherstellen. Er fordert mehr Geld für örtliche Projekte und das Seenland-Klinikum.
Silvio Lang tritt erneut für die Linke an. 1983 geboren, ist er Mitarbeiter im Wahlkreisbüro der Bundestagsabgeordneten Caren Lay. Er will den Strukturwandel in der Region für die Bürgerinnen und Bürger transparenter gestalten, die Möglichkeiten zur Mitwirkung vor Ort verbessern. Lang will als Stimme für das Seenland wirken.
Bildungssystem stärken und Sorbisches fördern
Für die Grünen tritt Hagen Domaschke an. Der 1986 geborene Biologe, der seit Jahren im Serbski Sejm stark verwurzelt ist, will für mehr direkte Demokratie und eine stärkere Bürgermitwirkung streiten. Er setzt sich daher für die Schaffung von Bürgerräten ein, will die sorbische Sprache, Kultur und Mitwirkung stärken.
Die SPD vertraut auf Kristin Kentsch. 1986 in Hoyerswerda geboren, tritt für die Gewerkschafterin und Betriebsrätin in einem Energiekonzern für tarifgebundene Löhne und die Sicherung des Fachkräftebedarfes ein. Gesellschaftlicher Zusammenhalt statt Spaltung ist ihr wichtig. Sie will Veränderungen anstoßen und mitgestalten.
Politisches Handeln ändern und mehr Volksinitiativen
Eddie Friedrich, der für die FDP antritt, wurde 2005 in Hoyerswerda geboren und damit der jüngste Kandidat beider Wahlkreise. Er studiert Jura in Leipzig, wohnt in Wittichenau. Er will sich dafür einsetzen, das „weltbeste Bildungssystem“ zu etablieren. Zudem tritt Friedrich dafür ein, dass sich politisches Handeln mehr an den Problemen und Lebensumständen der Menschen vor Ort orientiert.
Dirk Nasdala kandidiert für die Freien Wähler. Der 1966 geborene Jurist in einer Rechtsbehelfsstelle will den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Die Demokratie soll durch direktdemokratische Elemente wie obligatorische und fakultative Volksabstimmungen und Volksinitiativen gestärkt werden.
Die Landtagswahl in Sachsen
Wahlberechtigte, die in das Wählerverzeichnis eingetragen sind, erhalten auf Antrag einen Wahlschein. Wahlberechtigte, die nicht in das Wählerverzeichnis eingetragen sind, erhalten auf Antrag bei Vorliegen einer Berechtigung einen Wahlschein,
Jeder wahlberechtigte Bürger hat bei der Landtagswahl zwei Stimmen: die Erst- und die Zweitstimme. Die Wählerinnen und Wähler machen auf dem Stimmzettel zwei Kreuze und entscheiden so über die Verteilung der 120 Landtagsmandate. Die Erststimme wird für die Wahl eines Direktkandidaten aus dem Wahlkreis verwendet, von denen es 60 gibt. Die Zweitstimme wird für die Landesliste einer Partei oder Vereinigung abgegeben.
Der Wahlkreis 54/Bautzen 3 umfasst Bernsdorf, Stadt; Königsbrück, Stadt; Laußnitz; Neukirch; Oßling; Ottendorf-Okrilla; Radeberg, Stadt; Schwepnitz; Wachau; Wittichenau, Stadt. Die Landeszentrale für politische Bildung lädt am 15. August um 19 Uhr in das Rathaus Königsbrück zum Wahlforum mit den Kandidaten ein.
Der Wahlkreis 55/Bautzen 4 umfasst Elsterheide; Hoyerswerda, Stadt; Königswartha; Lauta, Stadt; Lohsa; Neschwitz; Puschwitz; Radibor; Spreetal. Die Landeszentrale für politische Bildung lädt am 23. August um 17 Uhr in das Lausitz-Center Hoyerswerda zum Wahlforum mit den Kandidaten ein.






