Tarifstreit
: Streikwoche bei Bautz’ner Senf gestartet

Beim Senfhersteller Bautz’ner wird seit Sonntagabend (20. September) gestreikt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert für die Belegschaft, dass Lohnunterschiede zu anderen Standorten des Konzerns Develey abgebaut werden.
Von
cw
Bautzen
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  • Schon im März dieses Jahres hatten Mitarbeiter der Bautz'ner Senf und Feinkost GmbH in Bautzen einen Warnstreik durchgeführt. Jetzt soll eine ganze Woche gestreikt werden.

    Schon im März dieses Jahres hatten Mitarbeiter der Bautz'ner Senf und Feinkost GmbH in Bautzen einen Warnstreik durchgeführt. Jetzt soll eine ganze Woche gestreikt werden.

    Olaf Klenke NGG
  • Beim Senfhersteller Bautz'ner ist die Belegschaft in eine Streikwoche getreten.

    Beim Senfhersteller Bautz'ner ist die Belegschaft in eine Streikwoche getreten.

    Olaf Klenke
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Mit Beginn der Nachtschicht am Sonntagabend, 20. September, ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zu einem längeren Streik beim Senfhersteller „Bautz’ner“ auf. Der Streik soll zunächst bis zum Freitag andauern. Hintergrund ist die Blockade des Unternehmens Develey, ernsthaft über einen Abbau der bestehenden Lohnunterschiede zu anderen Standorten zu verhandeln.

Bereits mehrmals hat die Gewerkschaft das Unternehmen dazu aufgefordert. Aber seitens der Arbeitgeberseite habe es dazu keine Einlassung gegeben, informiert Verhandlungsführer Olaf Klenke von der Gewerkschaft NGG. Das letzte Angebot des Arbeitgebers sehe im Wesentlichen vor, die bestehenden Lohnunterschiede bis 2025 fortzuschreiben. Die Gewerkschaft fordert dagegen, die Löhne und Gehälter bis September 2022 um 310 Euro anzuheben.

Enorme Lohnunterschiede zwischen Bautzen und Düsseldorf

Die Lohnabstände zu anderen Betrieben der Unternehmensgruppe Develey, zu der Bautz’ner Senf gehört, reichen im monatlichen Entgelt bei Facharbeitern von 694 Euro beim Werk in Dingolfing (Niederbayern) bis zu 941 Euro bei Löwensenf in Düsseldorf.

Neben dem Abbau der Lohnunterschiede fordert die Gewerkschaft, die untere Lohngruppe auf mindestens 12 Euro Stundenlohn zu erhöhen, um armutsfeste Löhne zu erreichen. Die anderen Lohngruppen sollen entsprechend angepasst werden.

Bautzner wollen nicht Beschäftigte zweiter Klasse sein

„Bei Bautz‘ner Senf muss sich jetzt endlich etwas bewegen! In vielen Betrieben gibt es bereits erfolgreiche Tarifabschlüsse. Wir haben dem Arbeitgeber deshalb einen konkreten Vorschlag zur Lösung des Konfliktes unterbreitet“, erklärt Olaf Klenke, Verhandlungsführer der NGG. „Die Beschäftigten bei Bautz’ner wollen nicht mehr Beschäftigte zweiter Klasse sein. Ihre Arbeit muss genauso viel Wert sein, wie die der Kolleginnen und Kollegen im Westen“, so Klenke weiter.

„Die Kolleginnen und Kollegen machen ihre Arbeit gerne! Aber sie wollen auch so viel verdienen, dass sie im Alter nicht in Armut leben müssen. Deshalb fordern wir einen armutsfesten Stundenlohn von mindestens zwölf Euro auch in der untersten Lohngruppe!“, ergänzt Dana Wünsche, Mitglied der NGG-Tarifkommission und seit 32 Jahren bei Bautz´ner Senf beschäftigt.

Erfolgreiche Tarifabschlüsse der Gewerkschaft NGG

Bei anderen Unternehmen der Ernährungswirtschaft Sachsen hat es nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten bereits Verhandlungsergebnisse gegeben. So steigen bis zum September 2022 die Löhne der Beschäftigten bezogen auf einen Facharbeiter beim Tiefkühlhersteller FRoSTA in Lommatzsch um 394 Euro, beim Cargill-Öl-Werk in Riesa um 358 Euro und beim Fruchtsafthersteller Sonnländer (Edeka-Tochter) in Rötha um 310 Euro. Auch im Unilever-Knorr Werk in Auerbach steigt der Facharbeiterlohn nach mehreren Warmstreiks um 513 Euro bis 2022. Beim Vandemoortele-Margarinewerk Dresden steigt der Facharbeiterlohn in diesem Zeitraum um 317 Euro.

Ähnliche Lohnangleichungen fordert die Gewerkschaft auch für die Belegschaft bei Bautz’ner Senf.