Die Türen der Aula der neuen Oberschule im Hoyerswerdaer WK I sind noch nicht geöffnet, da ist draußen schon emsiges Treiben. Rund 50 Neugierige warten darauf, einen Blick in das alte, neue Gebäude werfen zu können.

In der Aula machen sich die Schüler bereit, etwas über ihre Schule zu erzählen. Es sind Stationen aufgebaut: Chemie, Biologie, Physik, WTH (Wirtschaft, Technik, Haushalt/Soziales) und das Produktive Lernen, das die Oberschule „Am Stadtrand“ einbringt. Mittendrin steht Romy Stötzner mit einem Mikrofon. Sie testet, ob sie zu hören ist. Die Schulleiterin der Oberschule „Am Planetarium“ und künftige Schulleiterin der neuen Oberschule ist angespannt. Gleich sieht Hoyerswerda zum ersten Mal die neue Vorzeige-Schule in einem Stadium, in dem sie nahezu fertig ist.

Neue Oberschule für Hoyerswerda Der Bau ist auf der Zielgeraden

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Lernkojen zur Förderung starker Schüler

Drei Minuten vor dem Start: Mirko Pink schlüpft durch die Aula-Tür. Der neue Hoyerswerdaer Bürgermeister ist dort noch in seiner Funktion als Sachgebietsleiter da. Eine kurze Ansprache folgt. „Die Leute stemmen hier eine ganze Menge“, betont Pink in Richtung der Lehrer und wendet sich an Romy Stötzner: „Ich freue mich sehr, dass wir Dich gefunden haben“, sagt er. Die Schulleiterin hat ein paar Tränchen im Auge. Für alle im Lehrer-Team sind es harte Wochen. „Die Arbeit für die neue Oberschule läuft quasi nebenbei“, sagt Pink.

Dann öffnen sich die Türen. Die Menschen strömen hinein. Besonders gefragt: die kurzen Touren durch die Baustelle. Nach einigen Minuten bildet sich eine lange Schlange. Jetzt sind es knapp 100 Personen, die einen Blick erhaschen wollen. Es wird eng in der Aula. Der erste Tag der offenen Tür ist schon wenige Minuten nach der Eröffnung ein Erfolg.

Los geht es auf die erste Tour. Schulleiterin Romy Stötzner geht voran – vorbei an von der Decke hängende Kabel und neu eingebaute Türrahmen. Noch ist überall Baustelle. Aber: Mirko Pink ist zuversichtlich. Jetzt geht alles schnell, sagt er im Gehen. Erster Schultag ist im September.

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Romy Stötzner muss ein wenig gegen die Gruppe anschreien. Doch es ist zu merken, dass sie schon jetzt stolz auf die neue Schule ist. Angekommen im Neubau: Es gibt nur einen Bruchteil zu sehen – aus Sicherheitsgründen. Noch sieht es nach Rohbau aus. Romy Stötzner steht in einem großen Raum, von dem drei größere Zimmer und zwei kleinere abgehen. Ein Wort, an das sich Schüler, Eltern und Lehrer ab sofort gewöhnen müssen: Lernlandschaft. Fünf solcher Lernlandschaften gibt es für die Klassenstufen fünf bis neun. Das sind drei Klassenräume plus Gemeinschafts-, Lehrer- und Abstellraum. In der Mitte des großen Zimmers: eine Abtrennung. „Dort ist die Lernkoje“, erzählt Romy Stötzner. Dort können starke Schüler aus allen drei Klassen einer Klassenstufe zusätzlich gefördert werden. Da alle Türen Glasscheiben haben, können Lehrer sie aus fast jedem Winkel der Lernlandschaft sehen. Unter der Besuchern wird diskutiert: Kann das klappen? Oder war es früher effektiver? Die ersten Schuljahre in der neuen Oberschule werden es zeigen.

„Morgenband“ vor dem Unterrichtsstart

Ebenfalls neu: die Zeiten. Die Zeit vor dem Unterricht heißt künftig „Morgenband“. Zwischen 7.30 Uhr und 8 Uhr sollen die Schüler ankommen, ihre Materialien für den Tag zusammenstellen und – besonders wichtig – mit den Lehrern sprechen. Haben sie irgendwo noch Fragen oder Sorgen? Lehrer sollen mehr denn je Ansprechpartner sein. Zudem sollen auch die Lehrer kontrollieren können, ob die Arbeitsmaterialien der Jugendlichen vollständig sind. „Ordnung halten ist heute nicht mehr selbstverständlich“, betont Romy Stötzner. Um 8.10 Uhr geht der Unterricht los – bis 9.30 Uhr. Dann ist Pause bis um 10 Uhr, danach folgt Unterricht bis 11.20 Uhr. Es folgt eine lange Mittagpause – und damit der Start in das „Mittagsband“, die zweite Phase des Tages. Erst um 12.30 Uhr geht es weiter. Schulende ist kurz vor 15 Uhr.

Kosten belaufen sich auf rund 13 Millionen Euro

Auch mit der Fertigstellung der Schule im Sommer 2020 werden nicht alle Arbeiten beendet sein. Bis dahin haben alle Arbeiten an der neuen Oberschule, die ihren Namen noch finden muss, rund 13 Millionen Euro gekostet. Anschließend geht es mit Planung und Bau der Sporthalle los.

Wer jetzt schon neugierig auf die neue Schule ist, kann Mitglied im neuen Förderverein der Oberschule werden. Kosten pro Jahr: 15 Euro. Kontakt per E-Mail: foerderverein@oshy.schule