In der Neujahrsnacht waren zahlreiche Beamte der Polizeidirektion Görlitz in den Kreisen Görlitz und Bautzen unterwegs, um unter anderem das Böller-Verbot durchzusetzen und die Ausgangsbeschränkungen in Folge der Corona-Pandemie zu kontrollieren. Dabei war „im Allgemeinen ein ruhiger Einsatzverlauf zu verzeichnen“, teilte die Polizeidirektion am Freitag mit.
Es gab allerdings auch einige Ausnahmen: Rettungskräfte und Polizei wurden am Silvesternachmittag in den Hoyerswerdaer Ortsteil Schwarzkollm in den Krabatweg gerufen. Dort hatte sich nach Angaben der Polizeidirektion Görlitz vermutlich durch den unsachgemäßen Umgang mit pyrotechnischen Erzeugnissen ein 39-Jähriger Deutscher schwerverletzt und den rechten Daumen amputiert. Er kam unverzüglich in ein Krankenhaus. Die Polizei ermittelt zu den näheren Umständen.

Polizisten bei Kontrolle in Bautzen angegriffen

In der Silvesternacht bestreiften Polizisten in Bautzen die Friedensbrücke. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich rund einhundert Menschen auf der Brücke. Gegen 00:15 Uhr warfen einige Personen Feuerwerkskörper in Richtung der Einsatzkräfte sowie unter die Fahrzeuge. Die Polizeibeamten begaben sich zu den Werfern, um die Personalien festzustellen. Sie wurden nach Angaben der Polizeidirektion unvermittelt durch zwei Personen mit Faustschlägen angegriffen. Drei Polizisten erlitten demnach Verletzungen, einer musste seinen Dienst beenden.
Die beiden 22- und 48-jährigen Deutschen konnten überwältigt und kurzzeitig in Gewahrsam genommen werden. Bei dem Jüngeren wurde eine Vielzahl von pyrotechnischen Erzeugnissen gefunden. Die Polizei ermittelt nun unter anderen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Körperverletzung.

Mehrere Schaufenster in Görlitz gesprengt

In Görlitz wurden durch Böller in der Neujahrsnacht in zwei Passagen mehrere Schaufensterscheiben gesprengt. Im Einkaufszentrum der Straßburgpassage zwischen der Berliner Straße und der Jakobstraße gingen durch einen unbekannten Sprengkörper mindestens neun Schaufensterscheiben von Geschäften zu Bruch. Außerdem wurde am Neujahrsmorgen auch ein Schaden am Dach der Passage entdeckt. Die Schadenshöhe kann nach Polizeiangaben noch nicht genau beziffert werden, wird aber mindestens 50.000 Euro betragen.
Am Freitagmorgen beschädigten unbekannte Täter auch in der Theaterpassage zwei Schaufensterscheiben. Vermutlich entzündeten sie unbekannte Pyrotechnik. Der Schaden beläuft sich auf rund 25.000 Euro. Die weiteren Ermittlungen hat in beiden Fällen die Kriminalpolizei übernommen.
Mit Bezug auf Silvester mussten insgesamt 23 Strafanzeigen im Gebiet der Polizeidirektion Görlitz aufgenommen werden. So unter anderem drei Anzeigen wegen Körperverletzungen, fünf Anzeigen wegen Sachbeschädigung, fünf Anzeigen wegen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz und drei weitere wegen Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion. Zu 13 Einsätzen wurde die Polizei gerufen, wegen der Verursachung unzulässigen Lärmes. Den größten Teil der polizeilichen Einsätze waren im Bereich der Gefahrenabwehr angesiedelt.