Brauereifest 2026 in Wittichenau: Bier, Musik, Wettkämpfe - was das Event bietet

Die beiden Brüder Johannes und Stefan Glaab führen die Stadtbrauerei Wittichenau. Sie laden zum Brauereifest ein.
Julia Jannaschk- Wittichenauer Brauereifest findet dieses Jahr vom 25. bis 27. September statt.
- Drei Tage Musik, Spaß und viele Biersorten – inklusive Brauereirundgängen und Wettkampf.
- Höhepunkt ist der Brauereimehrkampf mit Fass-Parcours, Wagenziehen und geheimer Disziplin.
- Die Brauerei setzt auf Regionalität und feiert zugleich 670 Jahre Unternehmensgeschichte.
- Wirtschaftliche Lage bleibt schwierig, doch Photovoltaik und alkoholfreies Bier gewinnen an Gewicht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Drei Tage lang wird bei der Wittichenauer Brauerei wieder gefeiert, ausgeschenkt und um die Wette gezogen. Das jährliche Brauereifest verbindet Tradition mit Unterhaltung – vom 3,5 Tonnen schweren Traditionswagen bis zu Kettenkarussell und regionaler Musik.
Doch hinter dem Fest steht auch ein Unternehmen, das sich in einem stark veränderten Biermarkt behaupten muss. Das Brauereifest, das dieses Jahr vom 25. bis 27. September stattfindet, feiert gleichzeitig das 670‑Jahre-Jubiläum der kleinen Brauerei.
Die Glaab-Brüder setzen auf Regionalität und wollen sich genau dadurch von großen Brauereien absetzen. „Der regionale Gedanke ist ein bisschen mehr geworden durch die Krabat-Region und das Lausitzer Seenland“, sagt Geschäftsführer Stefan Glaab.
Die große Vielfalt an Wittichenauer Bieren bietet für die Krabat-Fans unter anderem auch das Krabat-Pils und den Schwarzen Müller. Man wolle auch den Touristen zeigen, dass es hier eine regionale Brauerei gibt. „Man muss sich um die Leute kümmern, die unser Bier mögen, und dass sie es nach außen strahlen lassen.“
Marketing ist für eine Brauerei in diesen Zeiten essenziell. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes schlossen zwischen 2019 und 2025 137 Betriebe, der Bierumsatz ging um 15,7 Prozent zurück. „Ich denke, wir sind der letzte von 16 Betrieben im Getränkebereich, der nach der Wende überlebt hat“, sagt Johannes Glaab. Der Markt der Bierhersteller in Deutschland ist hart, da könne es von Vorteil sein, wenn man als kleine Brauerei etwas unter dem Radar fliege.

Die Wittichenauer Brauerei gibt es seit dem Jahr 1435, im Jahr 1940 kaufte sie Eduard Glaab. Seitdem ist das Unternehmen in Familienbesitz.
Julia JannaschkSchwere Zeiten für die Brauereien
Vertriebsleiter und Marketingchef Johannes Glaab ergänzt: „Die wirtschaftliche Lage ist schwer. Vor allem die hohen Spritpreise sind aktuell eine große Herausforderung, sowie die steigenden Energiekosten. Jeder Liter Bier muss ja gekocht werden, dafür braucht man Gas. Wir wollen die gestiegenen Kosten aber nicht an die Endverbraucher weitergeben.“
Doch selbst wenn in der Bierbraukunst weiterhin die jahrhundertealte Reinheitsformel gilt, in Bezug auf Unternehmertum und Zeitgeist ist man in der Familie Glaab keineswegs rückwärtsgewandt. So gewinnt die Brauerei ihren Strom inzwischen mit eigener Photovoltaikanlage, um ein Stück weit autark von den Energiepreisen zu sein.
Ein weiterer großer Trend, den die Brauereifamilie schnell genug erkannt hat, ist das alkoholfreie Bier. Heute macht das alkoholfreie Bier bereits zehn Prozent des Umsatzes aus – Tendenz steigend. „Die Herstellung ist aufwendiger“, erklärt Johann Glaab. „Wir machen das mit spezieller Hefe, die den Alkohol nicht entstehen lässt.“ Die Brauerei testete dafür lange mit dem Romeis-Institut nach der perfekten Rezeptur, „bis das Bier konkurrenzfähig war“.
Brauereifest mit Bier, Spaß und Musik
An die 2000 Gäste werden dieses Wochenende beim Brauereifest dieses Bier verkosten. Interessierte können auf Brauereirundgängen einen Blick hinter die Kulissen werfen. Live-Musik, unter anderem von „Na und“ und der Kapelle „Blech gehabt“, sorgt für Stimmung, genau wie der Brauereimehrkampf der Vereine.
Diesen bezeichnen die Brüder als Höhepunkt des Wochenendes. Der Wettkampf besteht aus einem Parcours-Wettlauf mit traditionellem alten Holzfass, einem Traditionswagen-Ziehen und einer geheimen Disziplin, die jedes Jahr neu ist. „Damit es nicht langweilig wird“, scherzt Stefan Glaab. Der alte Brauereiwagen mit Holzfelgen und Stahlbereifung wiegt dreieinhalb Tonnen, die Vereinsmitglieder fungieren als Pferde: vorn zwei, die ziehen, hinten vier Mann, die schieben.
Der Aufbau für das Fest ist bereits im vollen Gang, Laster fahren Essen heran, und in Wittichenau hängt an jeder Ecke Werbung für das Brauereifest. „Auch der Rest der Familie wird mithelfen müssen“, sagt Stefan Glaab. Damit meint er nicht nur seine beiden Söhne Jakob und Jonathan, die im Familienunternehmen als Braumeister und Brauer arbeiten, sondern auch die weitverzweigte Verwandtschaft. Als Brauereifamilie hält man zusammen und hilft sich, wo man kann. Vermutlich ist es auch der einzige Weg, ein so großes Unternehmen zu bewahren.

