In Bautzen alarmierten in der Nacht zum Dienstag Bürger die Polizei, weil aus dem geöffneten Fenster einer Wohnung laute „Sieg Heil“-Rufe zu hören waren. Als die Beamten die Tatverdächtigen des rechtsextremen Vorfalls ausfindig machten, zeigte sich, dass die Polizei nun in den eigenen Reihen ermitteln muss.

„Einsatzbeamte der Polizeidirektion Görlitz stellten vor Ort drei Tatverdächtige fest. Hierbei handelt es sich um Polizeikommissaranwärter, die am Standort Bautzen der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) das erste Studienjahr absolvieren“, berichtet Polizeisprecher Thomas Knaup am Donnerstag.

Gegen die drei jungen Männer (18 bis 22) wurden Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet. Doch sie müssen sich nach den faschistischen Ausfällen auch auf dienstliche Konsequenzen gefasst machen.

Der Rektor der Hochschule, Carsten Kaempf, sagt: „Wir werden keine verfassungsfeindlichen Einstellungen in der sächsischen Polizei dulden. Ich habe unverzüglich veranlasst, dass den drei Studenten das Verbot der Führung der Dienstgeschäfte ausgesprochen wird. Sie dürfen bis auf weiteres nicht mehr am Studium teilnehmen.“ Weitere personalrechtliche Maßnahmen würden folgen, so Kaempf.