Kufa Hoyerswerda
: Wer nutzt Kultur- und Bildungsangebote? Umfrage gestartet

Warum kommen nicht noch mehr Leute in die Kufa, den Zoo, Vereine oder die Volkshochschule? Die Kulturfabrik will es genauer wissen und fragt nach.
Von
Ronald Ufer
Hoyerswerda
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Christian Völker Kieschnick von der Kulturfabrik in Hoyerswerda bringt zu den Gesprächen Kaffee und Kuchen mit.

Christian Völker Kieschnick von der Kulturfabrik in Hoyerswerda bringt zu den Gesprächen Kaffee und Kuchen mit.

Christian Völker Kieschnick
  • Kulturfabrik Hoyerswerda startet Umfrage zur Nutzung von Kultur- und Bildungsangeboten.
  • 19 Fragen zu Interessen und Hindernissen der Bürger, online und bei Café-Gesprächen.
  • QR-Code-Samentütchen sollen Teilnahme im Mai erhöhen, Blumen verschönern das Stadtbild.
  • Ziel: Verbesserte Informationskanäle und neue Service-Ideen wie Fahrgemeinschaften.
  • Vorschläge wie eine Weihnachtsbrücke zwischen Alt- und Neustadt erwünscht.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie finden die Einwohner von Hoyerswerda eigentlich zu den vielen Kultur- und Bildungsangeboten und den zahlreichen Vereinen? Das will die Kulturfabrik genauer wissen, um noch mehr Einwohner für die Nutzung gewinnen zu können. Die notwendige Daten- und Informationsgrundlage soll eine umfangreiche Nutzerbefragung liefern.

„Wir wollen sehen, was den Leuten wichtig ist, wo ihre Interessen liegen, was sie an der Teilhabe hindert. Letztlich wollen wir die Menschen mehr in das Leben von Hoyerswerda einbinden und sie zueinander bringen“, erläutert Christian Völker Kieschnick von der Kulturfabrik.

„Was interessiert die Bürger? Wie erfahren die Einwohner eigentlich von den Angeboten? Warum nutzen viele diese nicht? Wie könnten Informationen über die Angebote besser zu den Bürgern gelangen?“, sind nur einige der 19 Fragen.

Hoyerswerda: Umfrage in gemütlicher Atmosphäre

Gestellt werden sie beispielsweise bei Kaffee und Kuchen im fahrenden Café. Christian Völker Kieschnick verlädt dafür Sitzgelegenheiten, Tisch und Schmackhaftes auf ein Lastenfahrrad und fährt damit zu belebten Plätzen. Das sind die Bibliothek, Treffpunkte, Spielplätze, Veranstaltungen und Märkte.

Dort baut er auf und kommt mit Bürgern ins Gespräch. Künftig wird das noch leichter möglich sein. Es wurden Möbel aus Pappe angeschafft, die sich nach dem Transport ziehharmonikaartig auseinanderziehen lassen. Das erleichtert Logistik und Aufbau.

Doch mit dem fahrenden Café lässt sich nur eine begrenzte Zahl an Bürgern erreichen. Zumal die Beantwortung der inzwischen 19 Fragen doch Zeit zum Nachdenken und für detaillierte Antworten erfordert. Die aber bei Kaffee und Kuchen natürlich schneller vergeht.

Möglichst viele Bürger in Hoyerswerda erreichen

Deshalb läuft die Befragung auch online, aber noch etwas schleppend. Im Mai soll sie einen Schub erhalten. Dann werden Samentütchen mit einem QR-Code verteilt. Die Proben sind schon in der Kulturfabrik zur Abnahme eingetroffen. Der positive Nebeneffekt dieses Impulsgebers besteht darin, dass die in den Tütchen enthaltenen Blumen- und Kräutersamen das persönliche Umfeld der Teilnehmer und die Stadt insgesamt bunter werden lassen, für ein schöneres Stadtbild sorgen.

Ausgelotet werden mit den Fragen die Informationswege. Auch, weil die Kulturfabrik und andere Gastgeber oft nach Veranstaltungen zu hören bekommen, wenn wir davon gewusst hätten, wären wir gekommen. Die Studie soll deshalb Anregungen vermitteln, auf welchen Kanälen die Bürger besser angesprochen werden können.

Fest steht bereits, das Informationsverhalten hat sich in den vergangenen Jahren deutlich geändert. Einige klassische Wege wie Zeitungen haben an Bedeutung verloren. Ein neuer Informationsmix soll aus der Umfrage abgeleitet werden.

Christian Völker Kieschnick hofft zudem auf Anregungen, welche Arten von Service mehr Menschen zur Nutzung der Kultur- und Bildungsangebote bewegen könnte. „Ich komme nur schlecht zu den Veranstaltungsorten“ tauchte bereits wiederholt als Hindernisse auf. Fahrgemeinschaft, Mitfahrgelegenheiten, eine Art ehrenamtliches Kultur- oder Bildungstaxi könnten vielleicht helfen. Und das nicht nur am ÖPNV-freien Sonntag.

Manchen fehlt aber auch nur eine Begleitung, allein macht ihm eine Veranstaltung keinen Spaß. Vielleicht traut er sich einfach aber auch allein nicht. Ob ein Begleitservice Sinn macht, entsprechender Bedarf besteht, darüber wollen sich das Team der Kulturfabrik und weitere Partner erst nach einer Auswertung einer größeren Zahl an Befragten einen Kopf machen.

Weihnachtsbrücke zwischen Altstadt und Neustadt

Auch nach Vereinsmitgliedschaften und entsprechenden Interessen wird gefragt. Damit könnten Interessierte in Richtung der Kulturtafel, zu Nachbarschaftaktionen oder ihren Neigungen entsprechenden Vereinen gelenkt werden. Beim fahrenden Café geschieht das bereits direkt.

Aber im Rahmen der Befragung können die Bürger auch Ideen einbringen, mit denen sie Hoyerswerda und das Leben in der Stadt verändern wollen. Spontan fällt Christian Völker Kieschnick die Anregung eines Einwohners ein, zwischen Alt- und Neustadt zur Weihnachtszeit eine festlich leuchtende Verbindung zu schaffen. Eingebunden werden könnte das Lausitz-Center.

Die Umfrage

Die Umfrage „Nutzer*innenforschung Stadtgebiet Hoyerswerda“ ist in Zusammenarbeit der Kulturfabrik mit zahlreichen Akteuren der Stadt Hoyerswerda entstanden. Sie eigentlich im fahrenden Café persönlich bei Kaffee und Kuchen besprochen. Die Initiatoren freuen sich aber auch über eine Onlineteilnahme. Die Umfrage erfolgt anonym.