Diese Schandtaten hatten für Empörung in Gesellschaft, Politik und Kirchenkreisen gesorgt: Vermutlich in der Nacht zum 22. Oktober haben bislang unbekannte Täter an insgesamt vier Christus-Kreuzen, die im Bereich Wittichenau, Saalau und Sollschwitz am Rand von Straßen und Wegen aufgestellt waren, schwere Beschädigungen hinterlassen und Teile davon entwendet.
Die Kruzifixe sind in der sorbisch-katholischen Gegend Ausdruck von Glauben und Tradition. Ihre Schändung wird als direkter Angriff auf die Religion angesehen.

Zweiter Zeugenaufruf der Polizei – jetzt mit Belohnung

Um die Täter zu ergreifen, wendet sich die Polizeidirektion Görlitz nun mit einem zweiten Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit – und lobt sogar eine Belohnung aus. 3000 Euro sind für sachdienliche Hinweise ausgesetzt, die zur Ermittlung und Überführung der bislang unbekannten Täter führen.
Ermittelt wird derzeit in vier Fällen der gemeinschädlichen Sachbeschädigung an Kruzifixen in Wittichenau. Betroffen war ein Wegkreuz an der K 9223 bei Sollschwitz in Richtung Liebegast, etwa 500 Meter nach dem Ortsausgang von Saalau. Die Täter rissen ein dort stehendes Kruzifix von einem Granitsockel herunter und hinterließen erheblichen Sachschaden.

Täter zerlegten Kreuze bei Wittichenau mit einer Flex

Ein zweiter Fall ereignete sich an der Saalauer Straße in Wittichenau. Dort wurde der Steinsockel umgeworfen und das darauf befestigte Kreuz aus Grauguss mit einer Flex zerlegt und die Teile weitgehend zurückgelassen. Zwei weitere Fälle registrierten die Beamten an der K 9225 zwischen Saalau und Sollschwitz, wo ein Kruzifix abgesägt und gestohlen und von einem weiteren Kreuz ein ovales Schild mit Inschrift entwendet wurde.
Der Gesamtsach- und Stehlschaden beläuft sich bislang auf rund 15.000 Euro. Der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion, der sich um politisch motivierte Straftaten kümmert, übernahm die weiteren Ermittlungen.

Kruzifix-Schändung ist am Sonntag Thema bei „Kripo live“

Nun hofft die Polizei, mithilfe von Zeugenhinweisen die Taten aufklären zu können. Zeugen, die in der Nacht zum 22. Oktober 2022 im Bereich der genannten Tatorte verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen oder sonstige relevante Beobachtungen gemacht haben, werden gebeten, sich mit dem Führungs- und Lagezentrum der Polizei unter der Rufnummer 03581 468-0 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
Der Zeugenaufruf wird sachsenweite Aufmerksamkeit erfahren. Denn am Sonntag, 4. Dezember, wird die Schändung der Kruzifixe auch Thema in der Fernsehsendung „Kripo live“ um 19.50 Uhr im MDR sein.