Hoyerswerda 1991: Stadt erinnert mit Gedenkwoche an Ausschreitungen - das ist geplant

Das Denkmal im Zentralpark erinnert an die ausländerfeindlichen Ausschreitungen 1991 in Hoyerswerda.
Ronald Ufer- Hoyerswerda plant eine Gedenkwoche zu den Ausschreitungen im Herbst 1991.
- Termin: 21. bis 27. September 2026 – Titel „Hoyerswerda 1991: Erinnerungen – Einsichten – Perspektiven“.
- Fokus liegt auf Erfahrungen mosambikanischer Vertragsarbeiter und den „Madgermanes“.
- Programm mit Ausstellungen, Stadtrundgang, Bildungsprojekt, Film und Begegnungen.
- 26. September: Gedenkstein für Mike Zerna an der Ziolkowskistraße 35 wird eingeweiht.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die rassistischen Ausschreitungen in Hoyerswerda vom Herbst 1991 jähren sich 2026 zum 35. Mal. Am 17. September 1991 griffen Neonazis ein Wohnheim für Vertragsarbeiter aus Mosambik und Vietnam sowie eine spätere Unterkunft für Asylsuchende an. Tagelang belagerte ein Mob von 500 Menschen das Gebäude und bewarf es mit Steinen, Flaschen und Brandsätzen. 32 Menschen wurden verletzt.
Aus diesem Anlass organisieren die Stadt Hoyerswerda, die Initiative Zivilcourage und zahlreiche Partner wie RAA, Kufa oder VHS vom 21. bis 27. September 2026 eine Gedenkwoche. Unter dem
Titel „Hoyerswerda 1991: Erinnerungen – Einsichten – Perspektiven“ finden verschiedene Veranstaltungen statt.
Erinnern hilft, Rassismus vorbeugen
Cindy Paulick, Mitglied der Initiative Zivilcourage, findet es wichtig, weiterhin über den rassistischen Vorfall von 1991 zu sprechen: „Es ist gesellschaftlich wichtig, sich dem Zusammenhalt innerhalb einer Stadt zu widmen und Rassismus vorzubeugen. Auch indem man Menschen, denen es schlechter geht als mir, mal hilft. Es ist etwas, woran wir als Gesellschaft permanent arbeiten müssen.“
Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr besonders die Erfahrungen der ehemaligen
mosambikanischen Vertragsarbeiter in Hoyerswerda. In der DDR wurden Teile ihres Lohns
einbehalten, den die Betroffenen nie erhielten. Bis heute kämpfen die sogenannten „Madgermanes“ um ausstehende Leistungen und die Anerkennung des erlittenen Unrechts.
Pogrom als Schulprojekt für Hoyerswerdaer Schulen
Am Montag, 21. September, startet in der Volkshochschule die Ausstellung „Herbst ’91“. Am Mittwoch folgt im Lausitz-Center die Eröffnung der multimedialen Ausstellung „See my Story. Copyright by Madgermanes“. Am 23. September um 15 Uhr wird am Denkmal im Zentralpark an den Angriff auf das damalige Vertragsarbeiterwohnheim erinnert und ein neues Bildungsprojekt zu den Ereignissen für Schulen von Grit Lemke und der Kufa vorgestellt. Getestet wurde es bereits am Lessing-Gymnasium, nun soll das Unterrichtsmaterial allen Schulen zur Verfügung gestellt werden.
Zur Gedenkwoche gehören außerdem ein historischer Stadtrundgang, Ausstellungen und Begegnungsangebote im Martin-Luther-King-Haus sowie die Vorführung des Dokumentarfilms „Die Möllner Briefe“. Am Sonnabend, 26. September, um 14 Uhr wird an der Ziolkowskistraße 35 ein Gedenkstein für Mike Zerna - dem ersten rassistischen Todesopfer in Hoyerswerda im Jahr 1993 - eingeweiht. Ein Besuch der Veranstaltungen sei laut Cindy Paulick nicht nur ein Erinnern an das Unrecht von damals, sondern auch ein Zeichen von Protest gegen Rassismus in der Gegenwart.

