Fronleichnam 2023 in Wittichenau: Festliche Prozession, aber mit einem Abschied
Wittichenau zu Fronleichnam: Viele Straßen sind festlich mit grünen Birken geschmückt. Im Pflaster gibt es extra Öffnungen, in denen die jungen Bäume befestigt werden können. Früher wurde statt des Birkenschmucks einfach Gras auf die Straßen gelegt. Sowohl Birken als auch Gras symbolisieren den Frühling und die Fruchtbarkeit. Die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt scheint aus allen Nähten zu Platzen. Türen und Fenster sind geöffnet, längst nicht alle Kirchgänger finden einen Sitzplatz.
Nach der Messe beginnt die festliche Fronleichnams–Prozession. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist es für die gläubigen Einwohner eine Selbstverständlichkeit am Feiertag und am darauffolgenden Sonntag singend und betend durch die Straßen zu gehen. Während im vorderen Teil der geschätzt mehrere hundert Menschen umfassenden Prozession auf Deutsch gesungen und gebetet wird, erfolgt dies im hinteren Teil auf Sorbisch. Junge Frauen tragen die Druschki–Tracht, die älteren die katholische Festtagstracht. Auf dem Marktplatz des Elsterstädtchens präsentiert sich ein eigens am Vortag aufgebauter Altar.
Pfarrer kündigt seinen Abschied an
Doch in diesem Frühsommer kündigt sich ein Abschied in Wittichenau an. Bereits Mitte Mai hatte sich Pfarrer Dr. Wolfgang Kresak in einem Brief an seine Pfarrgemeinde gewandt. Darin kündigt der Geistliche an, auf die Wittichenauer Pfarrei verzichten zu wollen. Bischof Wolfgang Ipolt vom Bistum Görlitz hat die Verzichtserklärung angenommen. Seit dem 13. Mai ist Domkapitular Pfarrer Ansgar Florian zum Pfarradministrator eingesetzt worden.
Keine Zusammenlegung mit Hoyerswerda geplant
Darüber hinaus hat der Bischof die Pfarrei Wittichenau zur Neubesetzung ausgeschrieben. Die Ausschreibung läuft bis 30. Juni. Die Neubesetzung solle noch in diesem Jahr erfolgen. Damit treten die Geistlichen Gerüchten entgegen, dass es eine Zusammenlegung mit dem benachbarten Hoyerswerda geben könnte.
Anderthalb Jahrzehnte war Wolfgang Kresak Pfarrer in Wittichenau. Als Grund für seinen Abschied gibt der Geistliche gesundheitliche Gründe an. Ob Kresak indes seinen Wohnsitz in Wittichenau behält, sei noch nicht entschieden. Dazu, so sagt er, fühle er sich derzeit noch nicht in der Lage.





