Feuer in der Gohrischheide: Kräfte aus Brandenburg rücken ab – Brand unter Kontrolle

Brand in der Gohrischheide: In den Mittwoch-Morgenstunden werden die Einsatzkräfte aus Elbe-Elster zum zweiten Mal getauscht.
Feuerwehr/M. NeumannIn den Mittagsstunden des Dienstags, 27. Juni, wurden die ersten Rauchwolken in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg gesichtet. In den angrenzenden Ortslagen Lichtensee, Zeithain (Sachsen), aber auch Kröbeln, Kosilenzien und Altenau (Elbe-Elster, Brandenburg) kamen die Erinnerungen an den verheerenden Großbrand im Jahr 2022, bei dem 800 Hektar Wald vernichtet und Einsatzkräfte tagelang gegen das Feuer kämpften, sofort wieder hoch.
Schnell waren auch diesmal 80 Hektar erfasst. Gegen Mitternacht teilte die Feuerwehr Zeithain in sozialen Medien mit, dass sich der Brand inzwischen auf 150 Hektar ausgebreitet habe und dass bis zu diesem Zeitpunkt 220 Einsatzkräfte vor Ort waren.
Elbe-Elster am Morgen mit frischen Kräften
Neben den Feuerwehren aus dem Landkreis Meißen unterstützen auch Kameraden aus Elbe-Elster. Liebenwerdas Verbandsgemeindewehrführer Mathias Bauer erklärte am Mittwoch, 28. Juni, um 6.45 Uhr zur Lage im zugewiesenen Abschnitt unweit der Biogasanlage bei Lichtensee: „Die Nacht verlief ruhig. Unsere Kräfte sind in ihrem Abschnitt Patrouille gefahren und haben von den Wegen aus gelegentlich kleinere Brandherde gelöscht. Wir haben von 22 bis 7 Uhr alle Kräfte getauscht und tauschen 7 Uhr gleich für den Tag.“
Am Mittwochmorgen waren Kameraden aus Bad Liebenwerda, Dobra, Großrössen, Winkel, Maasdorf, Theisa, Langennaundorf und Neuburxdorf ausgerückt und haben die Nacht-Einsatzkräfte aus Beyern, Beiersdorf, Martinskirchen, Lausitz, Domsdorf, Mühlberg und Elsterwerda abgelöst, so sein Stellvertreter Martin Neumann.
Mittlerweile seien die Einsatzkräfte aus Bad Liebenwerda wieder zurück im Depot, heißt es am Mittwoch gegen 17.45 Uhr. Demnach seien keine Kräfte aus Brandenburg mehr im Einsatz.

Das Feuer in der Gohrischheide hatte bis in die Dienstag-Nachtstunden etwa 150 Hektar erfasst.
Jens BergerZwei Hubschrauber der Polizei in der Gohrischheide im Einsatz
Schon kurz vor 7 Uhr spricht Dorit Riedel, Pressesprecherin der Feuerwehr Zeithain, von einer ruhigeren Lage in der Nacht und erklärt: „Es wird davon ausgegangen, dass das Geschehen im Tagesverlauf wieder dynamischer wird. Während der Nacht waren etwa 120 Kräfte im Einsatz, für den Tag sind wieder über 200 geplant.
Zwei Helikopter der Polizei waren vor Ort, einer mit Wärmebildkamera zur Erkundung, der andere konnte Löschwasser aufnehmen. Außerdem waren zwei Drohnenstaffeln zur Erkundung eingesetzt.“ Problematisch waren bei den Löscharbeiten bislang vor allem Bahnschwellen, die mit Öl durchtränkt sind. Aus Sicherheitsgründen sollte versucht werden, diese Glutnester von der Luft aus zu lokalisieren und zu löschen.

Kurze Pause für Hubschrauber und Besatzung beim Brandeinsatz in der Gohrischheide.
Dorit RiedelUm 16 Uhr berichtet Dorit Riedel: „Die verbrannte Fläche ist auf 140 Hektar angewachsen, die Lage aber jetzt unter Kontrolle. Alle Feuer an den Rändern sind, auch mit Hilfe des Hubschraubers, abgelöscht. Aufgestellte 2x800 Meter Kreisregner haben Wirkung hinterlassen.“
Am Donnerstag solle ein gepanzerter Harvester kommen, der Schneisen in den Wald schlägt, sodass dann auch im Inneren zielgerichteter gelöscht werden könne.
Die Großschadenslage sei bislang nicht ausgerufen worden, die Einsatzleitung habe noch die Feuerwehr Zeithain. Meißens Landrat Ralf Hänsel habe sich am Dienstagabend vor Ort ein Bild von der Lage gemacht. Die B169-Ortsdurchfahrt Lichtensee ist weiterhin gesperrt.

Ein Jahr nach dem verheerenden Großbrand auf 850 Hektar brennt es wieder in der Gohrischheide an der Landesgrenze Sachsen/Brandenburg.
Dorit Riedel
Brand in der Gohrischheide. Weil es zahlreiche Munitionsverdachtsflächen gibt, können Feuerwehren oft nur vom Rand aus löschen. Ein Löschhubschraiber soll zum Einsatz kommen.
Dorit RiedelTäter in der Gohrirschheide aus 2022 nicht ermittelt
Inzwischen ermittelt die Polizei weiter wegen Brandstiftung. An mehreren Stellen habe es dafür Hinweise gegeben. So berichten Feuerwehrleute, dass der oder die Täterin vermutlich durch den Wald gefahren sein muss und in gewissen Abständen immer wieder Feuer gelegt hat.
Der Brandstifter des Jahres 2022 ist übrigens bislang nicht gefasst worden. Das bestätigt Oberstaatsanwalt Jürgen Schmidt von der Dresdner Staatsanwaltschaft. „Wir haben keinen dringend Tatverdächtigen„, sagt er am Mittwoch gegenüber LR.de. Die Ermittlungen würden weiterlaufen. Mehr Informationen wolle die Staatsanwaltschaft nicht geben.
Millionenschaden bei Feuer in der Gohrischheide im Juni 2022
Ein großes Feuer in der Gohrischheide an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze hatte sich im Juni 2022 zum größten Waldbrand in Sachsen seit 30 Jahren entwickelt. Dabei entstand ein Millionenschaden. Auch damals wurde Brandstiftung vermutet.
In einer vorherigen Version des Artikels war von 240 Hektar Wald berichtet worden, die verbrannt sind. Dabei handelte es sich um ein Missverständnis. Es sind 140 Hektar. Die Zahl wurde im Text korrigiert. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

