Feuer in der Gohrischheide: Wieder großer Waldbrand an der Grenze von Sachsen zu Brandenburg
Wieder Feuer in der Gohrischheide! In den Mittagsstunden des Dienstags (27. Juni) wurden die ersten Rauchwolken gesichtet, inzwischen herrscht bereits wieder größte Anspannung. Nach fast genau einem Jahr – 2022 loderten die ersten Flammen am 23. Juni – steht das Waldgebiet an der Landesgrenze Sachsen/Brandenburg wieder in Flammen. Wie Zeithains Gemeindewehrführer Matthias Heydel am Abend erklärt, sind zum jetzigen Stand (20.24 Uhr) 80 Hektar betroffen. Zur Lageerkundung kam ein Hubschrauber der Landespolizei Sachsen zum Einsatz. Für Mittwoch ist ein Löschhubschrauber angefordert. Am Abend befand sich das Feuer noch ausschließlich auf sächsischem Terrain. Nach Aussage eines Sprechers der Polizeidirektion Dresden am Dienstagabend wird wegen Brandstiftung ermittelt. An mehreren Stellen seien entsprechende Hinweise dafür gefunden worden.
2022 entwickelte sich der Brand zu einem Großfeuer auf mehr als 800 Hektar. Ein Großaufgebot an Feuerwehren, Bergepanzer der Bundeswehr und Hubschrauber waren im Einsatz. Anfang Juli vermeldete die Staatsanwaltschaft Dresden, dass Brandstiftung nachgewiesen werden konnte. Spuren von Brandbeschleunigern wurden gefunden. Die unbekannten Täter hatten am 23. Juni und dann dreister Weise auch während der Löscharbeiten am 25. Juni an zwei weiteren Stellen Feuer gelegt.
Vor einem Jahr: Kritik an der Einsatztaktik in Sachsen
Im Nachhinein gab es Kritik an der Einsatztaktik der sächsischen Feuerwehr und auch darüber, dass es viele zu lange gedauert habe, bis Brandenburger Kameraden einbezogen wurden, bis Panzer eintrafen und Hubschrauber fliegen durften. Das hatte dazu geführt, dass sich das Feuer auch nach Brandenburg ausdehnen konnte.
Diesmal hat die sächsische Seite schneller reagiert und bereits kurz nach 16 Uhr Kräfte aus dem angrenzenden Elbe-Elster-Kreis angefordert. Liebenwerdas Verbandsgemeindewehrführer Mathias Bauer bestätigt: „Wir sind gegenwärtig mit acht Fahrzeugen und 45 Kameraden schon im Raum Nieska/Lichtensee im Einsatz.“ Wie vor einem Jahr erschweren drehende Winde die Brandbekämpfung. Nur eins ist diesmal anders: Es regnet ab und an. Doch ob die Menge ausreicht und am Boden ankommt?
Im Raum Gröditz in der Gohrischheide waren nach Einschätzung der Polizei bereits am Montag zwei Feuer gelegt worden. Die Polizei ermittelt wegen Brandstiftung, wie die Behörde mitteilte. Laut einem Sprecher wird ein Zusammenhang zwischen den Feuern geprüft.
Die Brände brachen kurz hintereinander in unmittelbarer Nähe aus. Es brannte einmal auf 100 Quadratmetern und einmal auf 650 Quadratmetern. Die Höhe des Schadens stand zunächst nicht fest. Das Feuer sei noch am Montag gelöscht worden, sagte der Sprecher.





