(dcz) Das Leben könnte so schön sein – wären da nicht Gefahren wie eine schwere Erkrankung, die die eigene Berufstätigkeit behindert, der Tod eines Familienmitgliedes oder der unbeabsichtigt, aber schuldhaft verursachte Unfall einer Person, die nun Schmerzensgeld oder eine lebenslange Rente einfordert. In all diesen Fällen greifen Versicherungen, die schon junge Menschen sinnvoll schützen. Wie genau das funktioniert und was man beachten muss? Darüber informiert die Leiterin der Verbraucherzentrale Hoyerswerda: Angelika Große.

Wenn ein Paar die erste eigene Wohnung bezieht, sollte es eine Privathaftpflichtversicherung abschließen, die alle Schäden abdeckt, die anderen Personen oder ihrem Besitz zugefügt werden könnten. Die Hausratversicherung ist so lange verzichtbar, wie der Hausrat nach einer Beschädigung oder Zerstörung ohne großen finanziellen Aufwand ersetzt werden kann.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat demgegenüber viel mehr Bedeutung, weil sie den Verlust der Arbeitskraft durch Krankheit oder einen Unfall finanziell dauerhaft absichert. Die Police ist zu Beginn der Berufstätigkeit abzuschließen und bis zum Renteneintritt beizubehalten, informiert Angelika Große. Der Beitrag sollte so hoch sein, dass die im Schadensfall ausgezahlte Rente dem monatlichen Nettogehalt entspricht.

Kommt ein Kraftfahrzeug in die Familie, muss dafür unbedingt eine Haftpflicht abgeschlossen werden. Kasko oder Teilkasko? Das ist Ermessenssache. Ist dann das erste Geld für einen Urlaub im Ausland angespart, sollte das junge Paar nicht ohne Auslandsreisekrankenversicherung fahren. Passiert ein Unfall oder ist eine ärztliche Behandlung nötig, muss der Kranke sowieso erst einmal die Kosten übernehmen. Er bekommt sie aber zu Hause von seiner Krankenversicherung und der Auslandsreisekrankenversicherung zurückerstattet. „Den Rücktransport aus dem Urlaubsland zahlen übrigens nur Auslandsreisekrankenversicherungen“, weiß die Expertin von der Verbraucherzentrale. Die Police kann für die einzelne Reise oder jährlich abgeschlossen werden. Wer sie ganzjährig hat, kann sie auch in Anspruch nehmen, wenn beim Einkauf im grenznahen Raum etwas passiert und eine Behandlung notwendig ist. 

Wird nach dem Urlaub ein Baby geboren, sollte dieser Umstand versicherungsseitig berücksichtigt werden. Denn Eltern können nicht jedes Risiko im Leben ihres Kindes abfangen. Um den Nachwuchs finanziell abzusichern, empfiehlt Angelika Große eine Kinderinvaliditätsversicherung. Sie zahlt eine lebenslange monatliche Rente oder einen Einmalbetrag, wenn das Kind nach einem Unfall oder durch Krankheit schwerbehindert wird. Der Versicherungsbeitrag ist höher als bei der bekannteren Unfallversicherung, die nur nach dem Unfall bei dauerhafter Gesundheitsschädigung zahlt. Eine Risikolebensversicherung verschafft dem Kind im Fall des Todes von einem oder beiden Elternteilen zumindest finanzielle Sicherheit und sollte 250 000 Euro betragen, empfiehlt Angelika Große. „Die staatliche Halbwaisen- oder Waisenrente ermöglicht keinen optimalen Start ins Leben.“

Mehr Informationen gibt es in der Hoyerswerdaer Verbraucherzentrale unter Telefon 03571 406492.