Demenz: Aktionstag in Hoyerswerda für Erkrankte und pflegende Angehörige

Carola Metasch, Simone Riemer, Manuela Strack und Anja Münster engagieren sich im Landkreis für Demenz-Kranke und pflegende Angehörige.
Ronald UferIn Hoyerswerda leben immer mehr hochbetagte Einwohner. Damit wächst die Zahl derer, die an Demenz leiden. Immer mehr Familien stehen somit vor der Aufgabe, erkrankte Angehörige zu betreuen. Unterstützung erhalten sie vom Netzwerk „Älter werden im Landkreis Bautzen“. Dabei wirken Volkssolidarität, Caritas, AWO und die Selbsthilfe-Kontaktstelle des Landkreises zusammen.
Dieses organisieren am 18. September einen Aktions- und Informationstag rund um die Krankheit, an der 1,8 Millionen Menschen in Deutschland leiden. 440.000 kommen jährlich bei Personen über 65 Jahre hinzu. Die Vorträge, Gesprächsrunden und Vorführungen in der Kulturfabrik richten sich vor allem an pflegende Angehörige. Für sie gibt es neben Informationen über die Krankheit viele praktische Hinweise.
Diese reichen von der Vorsorgevollmacht und Handreichungen zu Pflegestufen und Pflegeleistungen bis hin zu Informationen über ambulante und stationäre Pflege. In den vergangenen Jahren habe sich in dem Bereich im Landkreis und in Bautzen viel getan, es fehle aber noch an Heimplätzen und Wohnformen wie Demenz-Wohngemeinschaften, meint Manuela Strack vom Kreisverband der Volkssolidarität. Niederschwellige Angebote wie Hilfen im Alltag oder Nachbarschaftshilfen müssten dringend ausgebaut werden.
Weniger Hilfsangebote für Demenz-Kranke im ländlichen Raum
Benachteiligt sind nach Einschätzung Stracks Erkrankte und pflegende Angehörige im ländlichen Raum, wo es weniger Hilfsangebote gebe, es aber auch an Informationen zu den bestehenden Möglichkeiten fehle. Deshalb wurden für den 18. September neben Pflegedienstleistern, Kliniken und Pflegeschulen auch Gemeindeverwaltungen als erste Ansprechpartner ihrer Einwohner eingeladen.
Strack sieht aber noch ein weiteres Defizit. Viele Angehörige und Betroffene versäumten es, eine Pflegestufe und die damit verbundenen Leistungen zu beantragen oder würden dies erst nach intensiver Beratung tun. Dabei stehe ihnen das Geld zu, sagt die Expertin.
Kontakt mit anderen pflegenden Angehörigen fördern
Neben den Fachvorträgen am Demenztag sollen viele Begegnungen von pflegenden Angehörigen dazu dienen, Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und die Einsicht zu fördern, „ich bin mit meinen Problemen nicht allein, viele andere sind in einer ähnlichen Situation“.
Damit möglichst viele Betroffene die Veranstaltung in Hoyerswerda nutzen können, findet diese ab 9.30 Uhr ganztägig statt. Der Hauptvortrag des früheren Chefarztes Dr. Friedemann Ficker wird vormittags und nachmittags gehalten, gleiches gilt für die Gesprächs- und Begegnungsrunden.


