Lutz Bohmann aus Sprotta in der Nähe von Eilenburg malt gern. Und das vor allen Dingen auf großen Flächen. Nachdem er bereits einen Wohngebäudegiebel in Falkenberg verschönert hat, ist sein aktueller Einsatzort die Astrid-Lindgren-Grundschule der Stadt. Dort entsteht gerade ein mehrere Meter großes Wandgemälde.
In Auftrag gegeben hat das der Förderverein der Grundschule, auch der Energieversorger Envia M hat 500 Euro dazu gesponsert. „Wir möchten, dass die Schule ein vernünftiges Aussehen nach Außen hat, deshalb die Idee“, sagt Bernd Blüher, der Vorsitzende des Vereins. „Sonst sieht es ja wie ein Null-Acht-Fünfzehn Gebäude aus.“
Also zieren demnächst die Charaktere aus Lindgrens Büchern die Hauswand. Pippi Langstrumpf, Ronja Räubertocher oder Michel; alle sind neben dem Nameszug vertreten. Künstler Bohmann hat aber auch Wert auf etwas anderes gelegt.

Kinder sollen sich einbringen

„Im Vorfeld gab es ein Kunstprojekt mit den Schülern über zwei Tage. Dort sollten sie sich selbst einbringen und Ideen entwerfen. Außerdem ging es auch um die Frage, was ist und kann Kunst? Sie haben verstanden, dass man immer auch viel Persönliches einbringt, egal ob man nun ein großes Maltalent ist oder nicht.“
Acht Kinder hat das insofern überzeugt, dass sie nun auch handwerklich tätig werden wollen. Im Gemälde wird es einen Garten geben, wo sie sich einbringen können. Also hier eine Biene, dort eine Blume.
Für Schulleiterin Simone Lösler gibt es noch einen anderen Aspekt an den laufenden Arbeiten, der ihr zusagt. „Ich bin sehr glücklich darüber, dass das Unterfangen zu Beginn des Schuljahres gestartet ist. So können sowohl die Kinder als auch die Eltern den Entstehungsprozess des Bildes nachverfolgen. Es nehmen alle Anteil daran, wie es vorangeht. Das wäre anders gewesen, wenn nach den Sommerferien das Bild einfach dort geprangt hätte.“

Entwurfsänderungen inklusive

Was die Entstehungszeit angeht, ist Lutz Bohmann vorsichtig. „Ich gehe davon aus, dass nach 14 Tagen Arbeit das Ganze abgeschlossen ist. Aber sicher weiß man das nie im Voraus. Manches wirkt in der Größe auf einmal anders als im Entwurf und dann arbeitet man doch weiter daran. Da schmeißt man nicht einfach den Pinsel aus der Hand.“ Spontane Änderungen sind auch möglich. Vorgesehen war eigentlich ein Ferkel zwischen den Romanfiguren. Aber da es hier auch eine Katze gibt, die quasi „zum Inventar“ gehört, malt er eben eine Katze. Die hat sozusagen Schwein gehabt.