Oktoberfest 2023 in München
: An der Elster fließt wieder das Bier – was die Gäste erwartet

Die letzten Vorarbeiten sind so gut wie abgeschlossen. Am Abend wird das erste Bierfass angestochen. Was die Besucher beim Oktoberfest 2023 in München (Elbe-Elster) erwartet und wo sie parken können.
Von
Rico Meißner
München/Elster
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  • Auch Maria Winter als neue Chefin hält an der Tradition fest, dass über den Tresen nur original bayrisches Bier aus München gehen wird.

    Auch Maria Winter als neue Chefin hält an der Tradition fest, dass über den Tresen nur original bayrisches Bier aus München gehen wird.

    Rico Meißner
  • Am Donnerstagnachmittag bleibt im Zelt noch einiges zu tun, um rechtzeitig zum Beginn am Freitag alles an Ort und Stelle zu haben.

    Am Donnerstagnachmittag bleibt im Zelt noch einiges zu tun, um rechtzeitig zum Beginn am Freitag alles an Ort und Stelle zu haben.

    Rico Meißner
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Der Countdown läuft. Am Freitagabend (29. September) geht es in München an der Elster wieder an den Start: jenes „kleine“ Oktoberfest, das in der Region und darüber hinaus längst einen Kultstatus erreicht hat. Zur Erinnerung, das München in Elbe-Elster hat nur um die 20 Einwohner. Die Zahl der Besucher auf der „Wies'n“ am Fluss hingegen dürfte in die Tausende gehen.

Am Donnerstagnachmittag (28. September) ist davon noch nichts zu sehen. Dafür aber jede Menge Arbeit, denn auch wenn das Festzelt inzwischen steht, gilt es noch immer, tausend Kleinigkeiten bis zum Freitagnachmittag fertigzustellen.

Das Fest steht erstmalig unter der Leitung von Maria Winter (die Rundschau berichtete), die diese Aufgabe von ihren Eltern übernommen hat und sie ist an diesem Nachmittag vor allen Dingen eines: vollkommen im Stress.

Oktoberfest 2023 in München: 20. Auflage des Festes

Es wird die 20. Auflage der Veranstaltung werden, wenn auch nicht nach gleichmäßiger Jahresreihenfolge. Corona und organisatorische Schwierigkeiten haben drei Jahre das Fest verhindert. „Umso glücklicher sind wir nun, dass es wirklich wieder losgehen kann“, sagt die Chefin in einer kurzen Pause. „Wir haben ein gutes Programm auf die Beine stellen können, von dem wir hoffen, dass es die Besucher zufriedenstellen wird.“

Der traditionelle Fassbieranstich am Freitag gehört natürlich dazu. Anstechen wird das Fass Landrat Christian Jaschinski. „Das war für das 20. Jubiläum schon lange vereinbart. Jetzt ist es soweit“, so Maria Winter. Am Abend wird dann die Partyband „WEST“ aus Bayern alles tun, um das Zelt zum Kochen zu bringen.

Für den Sonnabend sollen „DJ Thom“ und „Mister Feelgood-die Stadlrogga“ diese Aufgabe übernehmen. Am Sonntag gibt es unter anderem den traditionellen Frühschoppen mit den Falkenberger Blasmusikanten und den 20. Wiesntriathlon. Überhaupt soll der Sonntag im Zeichen der Familien stehen. Auch der Falkenberger Karnevalsclub und die Jugendfeuerwehr Uebigau sind mit am Start, ergänzt durch Ponyreiten und Hüpfburg. „Der Eintritt auf das Gelände ist frei. Lediglich für das Zelt wird Eintritt verlangt“, sagt Winter.

Karten auch an der Abendkasse erhältlich

Der Vorverkauf der Karten, der zum großen Teil bereits online erfolgt ist, sei „ausgesprochen gut verlaufen“. Für jeden Abend gibt es aber nach wie vor die Möglichkeit, Karten an der Abendkasse zu erhalten. Der Preis liegt bei 12 Euro pro Person.

Bei der traditionellen „Maß Bier“ ist man sich treu geblieben. Es bleibt beim Original Münchner Hofbräu, auch das Weizenbier kommt von dort. „Das gleiche gilt auch für die Bierkrüge, die verwendet werden. Alles das kommt original aus Bayern“, verspricht Winter. Das gelte auch für alles, was für den Fassbieranstich benötigt werde. Lediglich die Frage, was die Maß kosten soll, mag sie noch nicht beantworten. „Das bleibt bis zur Eröffnung unser Geheimnis.“ Es wird aber vermutlich unter den Preisen des großen Bruders in Bayern liegen. Aber wird die Menge denn reichen, wenn das Zelt einen Ansturm erfahren sollte? Maria Winter lacht: „Da bin ich sehr zuversichtlich. Wir haben doch etliche Liter besorgt.“ Gereicht werden dazu natürlich auch Brezeln, Leberkäsesemmeln und Brathähnchen. Wem das nicht zusagt, der nimmt eben dann die klassische Bratwurst.

Parkplätze sind vorhanden, aber kein Shuttleservice

Das Parken am Festgelände stellt keine Schwierigkeit dar, die Parkplätze sind ausgeschildert. „Um diese Organisation kümmert sich der Jugendclub Zeischa.“ Das sollte die Parkgebühr in Höhe von einem Euro den Gästen wert sein. „Was wir sehr bedauern, ist, dass wir leider keinen Shuttleservice anbieten können. Wir haben mit sehr viel Aufwand versucht, ein Unternehmen dazu zu bewegen. Aber leider haben alle abgelehnt.“

Ein bisschen Basteln ist hier und da ebenfalls angesagt, da auch der Zeltbauer in diesem Jahr ein anderer ist. „Dadurch variieren einige kleine Details“, meint Andreas Schwörer, der Lebenspartner von Maria Winter. „Aber das ist eigentlich kein Problem. Auf jeden Fall nichts, was nicht lösbar gewesen wäre.“

Und wie sieht es mit der Kleiderordnung aus? Sind Dirndl und Lederhose beim Erscheinen Pflicht? „Auf jeden Fall definitiv nicht“, sagt Winter. „Aber für die meisten gehört es mittlerweile einfach dazu. Trotzdem kann natürlich jeder Besucher in dem Outfit kommen, in dem er sich am wohlsten fühlt.“

Neben ihr steht, für eine kurze Pause, inzwischen Vater Matthias Winter. Der ehemalige Chef und jetzige „Berater“, wie er sich scherzhaft nennt, scheint mit den Vorbereitungen seiner Tochter sehr zufrieden zu sein. „Das wird schon alles“, meint er. „Bisher musste ich jedenfalls nicht viel eingreifen, bis vielleicht mal auf ein paar Kleinigkeiten.“

Ambiente neu gestaltet

Auch das Ambiente sowohl im Zelt als auch im Außenbereich haben die diesjährigen Organisatoren komplett neu aufgebaut. Die Anordnungen sind anders, ebenso die Ansicht. „Wir hoffen darauf, dass das Gesamtbild auf die Besucher ansprechend wirkt. So wie wir es uns vorgestellt hatten, konnten wir es auf jeden Fall umsetzen. Jetzt muss es nur noch den Leuten gefallen.“

Dann ist die Pause beendet, es geht weiter. Vermutlich wird Maria Winter in der nächsten Woche vor allen Dingen eines tun: sich ausruhen. Denn, wie sie halb im Scherz, halb im Ernst sagt: „Zum Schlafen komme ich im Augenblick seit Tagen nicht mehr wirklich.“