Messe in Herzberg
: Einladung zum Whisky für Kenner und Neulinge

Whisky ist nicht unbedingt deutsches Nationalgetränk. Trotzdem geht die Whiskymesse in Herzberg  in ihre 5. Auflage. Deren Ursprung und was die Besucher diesmal erwarten können.
Von
Rico Meißner
Herzberg
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Zwei, die sich in ihrer Materie bestens auskennen: Frank Theuergarter (l.) und Lars Kirchner in Kaxdorf.

Zwei, die sich in ihrer Materie bestens auskennen: Frank Theuergarter (l.) und Lars Kirchner in Kaxdorf.

Rico Meißner
  • Die 5. Whisky- und Genussmesse Herzberg findet am 9. und 10. Mai 2025 auf Schloss Grochwitz statt.
  • Geboten werden Whisky, irisches Bier, Wein, Rum, Liköre und Livemusik sowie Speisen vom Grill.
  • Der Verein „Kaxdorfer Whiskyfreunde“ organisiert die Messe; gegründet 2015, nicht eingetragen.
  • Die Messe passt sich Besucherwünschen an und bietet jetzt auch andere Genussmittel an.
  • Öffnungszeiten: Freitag 16-22 Uhr, Samstag 14-22 Uhr; Infos unter whiskyfreunde-kaxdorf.de.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Definition für Whisky klingt nicht annähernd so vielseitig, wie die Diskussionen darüber werden können. Es handelt sich schlicht und ergreifend um eine „durch Destillation aus vergorener Getreidemaische gewonnene und im Holzfass gereifte Spirituose“, um einmal ein gängiges Online-Lexikon zu zitieren. Doch schon der Name „Whisky“ klingt irgendwie anders, aufregender, legendärer.

Vielleicht war das auch 2010 ein Grund, als sich einige Herren im Herzberger Stadtteil Kaxdorf in der „Schänke“ trafen, um sich über eben dieses Getränk auszutauschen und natürlich auch davon zu probieren. Dies war der Grundstein für alles, was folgen sollte und was die „Kaxdorfer Whiskyfreunde“ bis heute ausmacht.

Erstes eigenes Tasting in der „Kaxdorfer Schänke“

„Wollen wir nicht auch mal auf eine Messe fahren?“, war eine eher beiläufige Frage in der ersten Runde. Daraus wurde dann 2013 relativ schnell das erste eigen veranstaltete Tasting in der „Kaxdorfer Schänke“. So erinnern sich jedenfalls Lars Kirchner und Frank Theuergarten. Ersterer ist der Chef des 2015 gegründeten Vereins, der als nicht eingetragen gilt. Zweiter ist der „Finanzminister und Organisator“, wie er sagt.

Im selben Jahr ließ man auch eine „Vereinsabfüllung“ in Schottland folgen, um mit einer Flaschenauflage zwischen 50 und 100 auch ein wenig einen Regionalbezug bieten zu können. Zunächst hatte der Verein fünf Mitglieder, inzwischen sind es sieben. Dazu kommen allerdings zahlreiche Unterstützer und Mitstreiter. Neue Mitglieder für den Verein sind immer gern gesehen.

Erste Veranstaltung in Kaxdorf erfüllt Erwartungen nicht

Nach Besuchen von Messen und dort geknüpften Kontakten beschließen die Kaxdorfer, ihre eigene Messe zu veranstalten. Mit Unterstützung von Händlern ist es schließlich 2019 auf dem  Schloss in Grochwitz so weit. „Ohne die Händler hätten wir den Anfang damals gar nicht geschafft“, resümiert Frank Theuergarten.

Doch auch sonst bleibt die glorreiche Idee erst einmal das, was sie war: eine Idee. „Um ehrlich zu sein, unsere erste Veranstaltung damals hat unsere Erwartungen nicht erfüllen können“, sagt Lars Kirchner heute. „Und dann kam auch kurz darauf Corona und damit standen wir ohnehin wieder am Ausgangspunkt und mussten danach noch einmal von null anfangen.“

In diesem Jahr nun wird es im Frühling die fünfte Auflage der Veranstaltung geben. „Wir können langsam wieder steigende Besucherzahlen vermelden. Aber auch durch unser Auftreten auf anderen Veranstaltungen werden wir allmählich bekannter.“

Messekonzept in Herzberg an Besucherwünsche angepasst

Doch einiges hat man gelernt und mittlerweile im Konzept angepasst. Es ist jetzt offiziell die „5. Whisky- und Genussmesse Herzberg/Elster“. „Unsere ursprüngliche Idee war ja, sich ganz allein auf die wahnsinnig vielen Nuancen und Geschmacksrichtungen, die es beim Whisky gibt, zu konzentrieren. Aber es kamen eben auch viele Besucher, die meinten, dass Whisky gar nicht so ihr Gebiet sei und sie zum Beispiel eher Wein oder Rum vorziehen. Daher ist jetzt aus der Veranstaltung auch inzwischen eine Genussmesse geworden, die diesen Bitten Rechnung trägt“, so Kirchner.

Ohnehin sei es nicht möglich, das Getränk einem bestimmten Nutzer zuzuordnen. „Dafür gibt es einfach viel zu viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen und Nuancen. Es bleibt einfach nur dabei, dass jeder selber herausfinden muss, was ihm wirklich schmeckt. Den sprichwörtlichen –einen – Whisky, den man jedem empfehlen kann, den gibt es so nicht.“

Die 27. Flasche der ersten Abfüllung aus Schottland, die nach Kaxdorf kam.

Die 27. Flasche der ersten Abfüllung aus Schottland, die nach Kaxdorf kam.

Rico Meißner

Dabei sei dies genau die Frage, die man bei der Messe in Grochwitz, die von „Schlossherr“ Dr. Günter Unterkofler, dessen Tochter und auch der Stadt Herzberg nach Möglichkeiten unterstützt wird, am häufigsten höre. „Meistens kommen die Besucher und sagen, gießen sie mir doch mal einen Schluck von ihrem Besten ein.“ An diesem Punkt müssen die beiden Männer kurz lachen. „So etwas funktioniert einfach nicht. Man kann maximal sagen, probieren sie doch mal diesen oder jenen. Und schon kurz danach scheiden sich die Geister. Was dem einen enorm zusagt, damit kann der andere wenig bis gar nichts anfangen“, so Lars Kirchner.

Genussmesse Herzberg: Was den perfekten Whisky ausmacht

Auch abseits der Messe möchten sich die beiden in keinerlei Richtung festlegen. „Auch wenn man kauft, gibt es keine absolute Empfehlung“, meint Kirchner. „Der Preis für eine gute Flasche kann bei ungefähr 30 Euro beginnen. Man kann aber natürlich auch mehr als 8000 Euro für eine besondere Sorte hinblättern.“ Dies bezieht sich auf ein Angebot, das er einmal in Schottland für einen 50 Jahre alten Whisky erhalten habe. Gekauft hat er ihn nicht.

Eine andere Tatsache erscheint in diesem Zusammenhang ebenfalls interessant. Whisky reift nicht nach. Soll bedeuten, ein zehn Jahre in einem Fass gereifter Whisky bleibt nach dem Abfüllen zehn Jahre alt. Auch wenn die Flasche einhundert Jahre im Keller liegt. Dennoch finden die Whiskyfreunde Unterschiede im Geschmack. „Manche Sorten, die heute aus den 70er- oder 40er-Jahren oder noch älter auf den Tisch kommen, schmecken einfach anders. Sie sind zwar nicht nachgereift, aber vielleicht hat man das Handwerk damals anders betrieben“, schätzt Frank Theuergarten. „Vielleicht ist auch einfach die Tatsache, dass man sich mehr Zeit bei der Herstellung genommen hat, ein Faktor.“

Streit um den Ursprung des Whiskys

Heute würde sehr viel in industriellem Maßstab produziert. Auch an entsprechend sorgsam behandelte und hergestellte Eichenfässer zu kommen, würde zunehmend schwieriger. Gerade schottischer Whisky werde nur in vorgenutzten Fässern hergestellt, erklärt Lars Kirchner.

Wo genau das Getränk, das mittlerweile unter anderem auch in Deutschland, Japan, Israel oder Indien produziert wird, nun eigentlich herkommt, ist bis heute nicht ganz geklärt. Am meisten streiten die Iren und Schotten darum. „Man könnte es so sagen“, meint Kirchner augenzwinkernd. „Es waren irische Mönche, die nach Schottland ausgewandert sind.“ Ob das Getränk geschmacklich für jemanden individuell infrage kommt, kann Anfang Mai in Herzberg selbst getestet werden.

5. Whisky- und Genussmesse

Die Messe findet am 9. und 10. Mai 2025 auf Schloss Grochwitz statt.

Geboten werden neben Whisky auch irisches Bier, Wein, Rum, Liköre und vieles mehr.

An beiden Tagen gibt es Livemusik und deftige Speisen vom Grill.

Geöffnet ist am Freitag von 16 bis 22 Uhr, am Samstag von 14 bis 22 Uhr.

Karten und weitere Informationen gibt es unter whiskyfreunde-kaxdorf.de oder unter 0152 34 58 6203.

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