Bahn in Falkenberg: Seltene DDR-Elektroloks kommen in die Stadt

Der elektrische Sonderzug aus Halle/Saale erreicht am 27. September 1986 Falkenberg/Elster – der Start des elektrischen Betriebs im Bahnknoten. Zum Erlebnistag werden noch weitere Attraktionen und Fahrzeuge gezeigt.
Markus Winter- Falkenberg/Elster feiert „40 Jahre Elektrifizierung am Dienstort“ mit Erlebnistagen.
- Das Museum zeigt seltene Elektroloks, u. a. E 7710 und die Baureihe 143.
- Führerstandsmitfahrten sind geplant, abhängig vom begleitenden Lokpersonal.
- DB InfraGO kommt mit Oberleitungsrevisionstriebwagen, dazu Info- und Rahmenprogramm.
- Fotoausstellung zeigt 72 Aufnahmen zu 15 Jahren BLG und dem oberen Güterbahnhof.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eisenbahnfans dürfen sich in Falkenberg/Elster auf ein besonderes Erlebnis freuen. Zum Jubiläum „40 Jahre Elektrifizierung am Dienstort“ öffnet das Brandenburgische Eisenbahnmuseum am 10. Oktober ab 10 Uhr seine Tore – und zeigt Elektrolokomotiven, die eng mit der Geschichte des Bahnknotens verbunden sind. Der Förderverein Brandenburgisches Eisenbahnmuseum Falkenberg/Elster hat dafür Fahrzeuge aus mehreren Epochen organisiert, darunter Maschinen, die sonst kaum öffentlich zu sehen sind.
Der Anlass ist ein Moment, der sich tief in die lokale Eisenbahngeschichte eingeschrieben hat. Am 27. September 1986 fährt in Falkenberg zum ersten Mal ein elektrisch betriebener Zug ein. Ein Sonderzug aus Halle/Saale rollt damals am Bahnsteig 1 ein, begrüßt von Kommunalpolitikern, Eisenbahnern und Dienststellen. „Das war der Beginn einer neuen Zeit“, sagt Vereinsvorsitzender Rainer Rahnfeld. Er hat den historischen Augenblick fotografisch festgehalten – das Originalbild liegt heute im Archiv des Museums.
Rainer Rahnfeld erklärt, warum die Elektrifizierung in der DDR gerade Mitte der 1980er Jahre vorangetrieben wird. „Die zweite Ölkrise hat die DDR hart getroffen“, sagt er. „Diesel wurde knapp, die Preise stiegen, und plötzlich fuhren wieder Dampfloks, die eigentlich längst ausgemustert waren.“
Wie die DDR‑Elektrifizierung Falkenberg verändert
Die Lösung lag für die Deutsche Reichsbahn im elektrischen Betrieb – gespeist aus Braunkohlestrom, der unabhängig von Ölimporten war. Falkenberg als wichtiger Güter- und Kohleknoten rückte damit in den Fokus. „Hier liefen die großen Ströme zusammen. Die Elektrifizierung war ein strategischer Schritt“, so der Vorsitzende.
Für das Jubiläum holt der Verein jetzt Lokomotiven nach Falkenberg, die die Entwicklung der elektrischen Traktion zeigen. Der stellvertretende Vorsitzende Markus Winter betont, wie besonders einige der Maschinen sind. „Wir zeigen Elektroloks verschiedener Epochen – darunter die E 7710, die einzige erhaltene Stangenlok ihrer Bauart“, sagt er. Die Lok stammt aus dem Jahr 1977 und gilt unter Fans als seltenes Stück DDR‑Eisenbahntechnik. Auch die Baureihe 143, früher als DR 243 unterwegs, wird zu sehen sein. „Genau solche Loks haben den elektrischen Betrieb hier in Falkenberg geprägt“, so Markus Winter.
Besucher können die Fahrzeuge nicht nur von außen betrachten. „Die Loks sollen besichtigt werden können“, so der Stellvertreter. Führerstandsmitfahrten sind ebenfalls vorgesehen – abhängig vom Lokpersonal, das die Maschinen begleitet. Für Fans ist das ein Höhepunkt, denn solche Gelegenheiten sind selten.
Neben den historischen Elektroloks präsentiert sich die DB InfraGO (Tochter der Deutschen Bahn, zuständig für Infrastruktur) mit einem Oberleitungsrevisionstriebwagen, einem Spezialfahrzeug für Arbeiten an der Fahrleitung. Dazu gibt es einen Informationsstand. Auf der kleinen Feldbahn des Museums sind Fahrten mit einer Dampflok geplant. Auch die Falkenberger Oldtimerfreunde sind zu Gast, ebenso eine Einschienenbahn aus Dresden. Ergänzt wird das Angebot durch einen Stand der Stiftungsfamilie BSW (Bahn-Sozialwerk) und EWH (Eisenbahn-Waisenhort).

Von links: Markus Winter, Rainer Rahnfeld und das ehrenamtliche Mitglied des Fördervereins, Klaus‑Peter Drasdo, stehen vor der Dampflok auf dem Gelände des Eisenbahnmuseums Falkenberg/Elster. Der Verein lädt im Oktober zu den Erlebnistagen zum 40. Jubiläum der E-Loks am Dienstort Falkenberg.
Isabell HartmannFotoausstellung erzählt die BLG‑Geschichte in Falkenberg
Parallel zum Jubiläum zeigt der Verein eine Fotoausstellung mit 72 großformatigen Aufnahmen. Sie dokumentieren 15 Jahre BLG Logistics Group, jene Firma, die den oberen Güterbahnhof restauriert hat. 2011 fuhr dort der erste Autozug ein. Die Ausstellung ist in den Schaukästen auf dem Museumsgelände zu sehen.
Für den Vorsitzenden des Fördervereins ist das Jubiläum mehr als eine Rückschau. „Elektrifizierung war ein Wendepunkt“, sagt er. „Sie hat den Dienstort verändert – technisch, wirtschaftlich und im Alltag der Eisenbahner.“ Markus Winter fügt hinzu: „Wir wollen zeigen, wie viel Eisenbahngeschichte hier in Falkenberg steckt. Und wir wollen sie erlebbar machen.“
Eisenbahnerlebnistage Falkenberg/Elster
Samstag, 10. Oktober 2026: 10.00 Uhr – Eröffnung
Rahmenprogramm: Musik mit DJ im Zelt, Freiwillige Feuerwehr Falkenberg, Ruderverein Mühlberg, Buch- und Trödelmarkt im Museum, Glücksraddrehen
14.00 Uhr – Programm des ASB‑Kindergartens
Sonntag, 11. Oktober 2026: 10.30 Uhr – Frühschoppen mit den Kremitzmusikanten
14.00 Uhr – Bühnenprogramm des Falkenberger Carnevalsclubs (FCC)
Eintritt pro Tag: Erwachsene: 4,00 Euro, Kinder (6–14 Jahre): 2,00 Euro





