Epikur-Therapiezentrum in Falkenberg: So werden MS-Kranke am neuen Standort behandelt

Mit fachkundiger Hilfestellung durch Christina Scharff (l.) vom Therapieteam versucht Roswitha Geißler die Tücken der Krankheit Multiple Sklerose zu meistern.
Sven GückelLähmungen und Koordinationsstörungen, Taubheitsgefühl in Armen, Rumpf oder Beinen, aber auch Sehstörungen, bei denen man vermeintlich wie durch Nebel oder ein Milchglas schaut oder Doppelbilder wahrnimmt - das alles sind vielfach frühe Symptome einer Multiplen Sklerose.
Die Ursache sind Entzündungen der Schutzschicht von Nervenfasern, in deren Folge die betroffenen Nervenstränge an sie gerichtete Informationen nicht mehr einwandfrei übertragen können. In Deutschland leben nach Zahlen des Bundesversicherungsamtes mehr als 280.000 Menschen, die an der chronisch-entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems leiden.
Gut ausgestattete Praxisräume als perfekte Basis
Eine der Betroffenen ist Roswitha Geißler aus Marxdorf. Die Leiden dieser Krankheit gehören zu ihrem Alltag. Seit mehreren Jahren schon befindet sie sich in ärztlicher Behandlung. Unter anderem sucht sie halbjährlich eine Spezialklinik in Teupitz auf. Um Multiple Sklerose unter Kontrolle zu bekommen, bedarf es jedoch weit mehr Therapien. Die erforderliche Hilfe und Unterstützung garantiert den Patienten das Therapieteam von Epikur.

In dem sanierten alten Postgebäude am Bahnhof in Falkenberg befinden sich auch die Therapieräume der Epikur GmbH .
Ríco MeißnerSeit dessen Umzug von Bad Liebenwerda in die neuen Räumlichkeiten nahe des Falkenberger Bahnhofs, falle den Mitarbeiterinnen die Arbeit noch leichter, sagen sie. Die modernen und voneinander getrennten Praxisräume sind mit allem ausgestattet, was eine gute Therapiearbeit benötigt und bilden die perfekte Basis für eine erfolgreiche Arbeit mit den Patientinnen und Patienten.
Eine vollständige Genesung könne dadurch aber nicht erreicht werden, betont die Leiterin der Physio- und Ergotherapie Sylke-Katrin Schrader. Gleichwohl aber „erhalten Betroffene wie Roswitha Geißler durch uns die Chance, ihre gewohnte Selbständigkeit so lange als möglich zu bewahren“, sagt sie.
Für die an MS Erkrankten ist dieses „Auffangen“ ein Rettungsanker. „Multiple Sklerose gilt als Krankheit mit 1000 Gesichtern. Sie läuft bei jedem Patienten auf unterschiedliche Weise ab“, verdeutlicht Christina Scharff, als fachliche Leiterin der Ergotherapie, die gemeinsam mit Christin Brenner und Leonie Maune das Team der Ergotherapeuten bildet. Unter ihrer Anleitung führen die Patienten Koordinations- und Gleichgewichtstraining durch oder absolvieren Übungen zur Verbesserung der Merkfähigkeit, der Konzentration und des logischen Denkens.
Es gibt gute und es gibt schlechte Tage
Gleichgewichtsprobleme und Schwindelgefühl gehören auch für Roswitha Geißler zu den häufigsten Nebenerscheinungen ihrer MS. Zudem sei sie „jeden Tag unterschiedlich drauf“, sagt sie. Ihre Krankheit verlaufe in Schüben, fügt sie an. „Es gibt gute Tage, aber auch jene, an denen ich weder das Bett und erst recht nicht das Haus verlassen möchte.“ Weder für sie, noch ihre Familie sei das eine einfache Situation.
Schon lange bevor sie zur Physio- und Ergotherapie der Epikur GmbH fand, musste sie mit diesem unangenehmen Krankheitsbild leben. „Die Ärzte schoben es anfangs auf Rückenprobleme und verschrieben mir regelmäßigen Massagen. Die brachten aber keine Verbesserung. Erst ein Orthopäde hatte schließlich den richtigen Verdacht, sodass 2018 bei mir endlich MS diagnostiziert wurde“, erzählt die Patientin.
Breit aufgestelltes Fachspektrum in Falkenberg
Beim Team von Epikur fühlt sich Roswitha Geißler bestens aufgehoben. „Die Fürsorge tut mir gut. Ich spüre, dass man hier mit Herzblut arbeitet“, lobt sie das Team. Anerkennende Worte findet sie zudem für das neue Behandlungsumfeld in Falkenberg. Neben der Möglichkeit, hier auch kreativ zu arbeiten, zum Beispiel Töpfern, was unter anderem eine Verbesserung ihre kognitiven Fähigkeiten bewirkt, schätzt sie das Interdisziplinäre des neuen Epikur-Standortes.
Ein breit aufgestelltes medizinisches Fachspektrum diene allen Patienten, die das Haus aufsuchen, meint sie. „Die Verbesserung, die wir im Vergleich zu den vorherigen Arbeitsbedingungen in Bad Liebenwerda heute vorweisen können, sind gravierend. Die mentale Kraft und die Investitionen, die hier eingeflossen sind, werden unsere Patientenarbeit langfristig auf ein deutlich höheres Niveau heben“, wagt Sylke-Katrin Schrader einen Blick voraus.
Medizinische Vielfalt unter einem Dach
Die Epikur GmbH hat im September vergangenen Jahres ihre Arbeit in der ehemaligen und umgestalteten Post in Falkenberg aufgenommen.
Ärzte, Ergo- und Physiotherapeuten, Tagespflege, Sanitätshaus und Fitnessstudio sind unter einem Dach. Dem Team der Physio- und Ergotherapie der Epikur GmbH gehören aktuell 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an, davon elf am neuen Standort in Falkenberg.
Neben den Physio- und Ergotherapeuten können die Patienten auch die Dienste einer Ernährungsberaterin in Anspruch nehmen.
