Brand in Herzberg: Spendenaktion bringt Hoffnung für Familie Woite nach Feuer

Zwischen Ruß und Trümmern: Der Hausrat der Familie Woite wurde beim Brand schwer beschädigt.
Silvana Woite- Hausbrand in Herzberg: Familie Woite verliert neues Zuhause nach nur zwei Wochen.
- Ursache des Feuers unklar – Mehrfachstecker wird untersucht, Ermittlungen laufen.
- Spendenaktion über GoFundMe gestartet: Ziel 11.000 €, bisher rund 10.000 € gesammelt.
- Familie vorübergehend getrennt untergebracht, aktuell keine Sachspenden möglich.
- Hoffnung: Rückkehr ins sanierte Haus bis Ostern, viel Unterstützung aus der Nachbarschaft.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Augenblick reicht aus, um ein ganzes Leben aus der Bahn zu werfen. Für Silvana Woite aus Herzberg ist ihr neues Zuhause in der Anhalter Straße 76 ein Ort des Aufbruchs – ein Haus, das sie nach ihrer Trennung für sich und ihre beiden Töchter gekauft und liebevoll hergerichtet hat. Zwei Wochen lang fühlt es sich nach Neuanfang an. Doch am 19. Dezember nimmt dieser Neuanfang eine dramatische Wendung.
Silvana Woite ist an diesem Vormittag unterwegs, ein paar Besorgungen, nichts Besonderes. Auf ihrem Handy erscheint ein verpasster Anruf ihres Nachbarn. Als sie wieder in die Anhalter Straße einbiegt, sieht sie die Rauchwolke über ihrem Grundstück stehen. „Da ist mir fast das Herz stehen geblieben“, sagt sie. Vor ihrem Haus erkennt sie, dass der Eingangsbereich bereits in Flammen steht.
Ihr Nachbar hat in der Zwischenzeit nicht nur die Feuerwehr alarmiert, sondern mit zwei Feuerlöschern versucht, die Flammen einzudämmen. Kurz darauf treffen der Rettungsdienst, die Freiwillige Feuerwehr Herzberg und weitere Wehren der Region ein, durchsuchen jeden Winkel des Hauses nach Glutnestern. „Die schnelle Hilfe von allen Seiten war großartig. Zum Glück ist niemandem was passiert“, sagt Silvana Woite. Feuerwehrsprecher Björn Horn bestätigt später, dass das rasche Eingreifen des Nachbarn Schlimmeres verhindert hat.
Während die Einsatzkräfte arbeiten, ruft Silvana Woite ihren Partner an, der eine Stunde entfernt wohnt. Er macht sich sofort auf den Weg. Auch ihr Ex‑Mann Marcel Matschke kommt zum Haus gefahren. Er nimmt die jüngere Tochter Jette (16) nach dem Brand bei sich auf. Leonie (21) kommt bei ihrem Freund unter.
Brand in Herzberg: Ermittlungen zur Brandursache
Die Familie ist erst zwei Wochen zuvor ins neu sanierte Haus eingezogen. Viele Kisten stehen noch im Flur – Dinge, die beim Einzug noch keinen festen Platz gefunden haben. Auf dem Tisch in der Küche steht ein Weihnachtskranz. „Ich dachte erst, ich hätte vielleicht vergessen, die Kerzen auszupusten“, sagt Silvana Woite. „Aber das kann nicht die Brandursache gewesen sein.“ Denn als sie ankommt, brennt nicht der Tisch, sondern der Flur. Die Kriminalpolizei nimmt später unter anderem einen Mehrfachstecker aus dem Eingangsbereich mit, der nun untersucht wird. Auch die Polizei sichert Spuren und leitet die Ermittlungen ein.

Silvana Woite (Mitte) mit ihren Töchtern Jette (links) und Leonie. Nach dem Brand stehen sie vor großen Herausforderungen.
Silvana WoiteNach dem Löschen des Brandes fällt auf: besonders die obere Etage und das Bad sind stark beschädigt. Zerstörte Armaturen, kaputte Fenster, verrußte Wände und zerstörtes Mobiliar. Nachdem die Flammen gelöscht sind, setzt die Feuerwehr mobile Entrauchungsgeräte ein, um Ruß und Brandgase abzusaugen. Das Haus bleibt dennoch unbewohnbar. Die Familie verliert nicht nur Räume, sondern auch viele Dinge des täglichen Lebens.
Schulsozialarbeiterin startet Spendenaktion
In dieser Situation erfährt Schulsozialarbeiterin Aline Ciezki aus Schmerkendorf, die am Philipp‑Melanchthon‑Gymnasium in Herzberg arbeitet und über die Europäische Integration Brandenburg e.V. (EIB e.V.) angestellt ist, vom Brand.
Marcel Matschke, Ortswehrführer in der Freiwilligen Feuerwehr in Schmerkendorf, informiert sie darüber, was passiert ist. Beide kennen sich aus dem Feuerwehrdienst. Aline Ciezki kennt zudem die Familie seit Jahren über ihre Arbeit an der Schule.
Als sie das Ausmaß des Brandes erfährt, ist für sie klar, dass sie handeln will. „Es war mir eine Herzensangelegenheit zu helfen – auch, weil es kurz vor Weihnachten passiert ist“, erklärt sie. Daraufhin startet sie eine Spendenaktion über GoFundMe für die Familie. Rund 10.000 Euro kommen bereits zusammen. Das Spendenziel liegt bei 11.000 Euro. Die Unterstützung soll der Familie helfen, die Zeit zu überbrücken, bis Versicherungen und Gutachten greifen.
Getrennt untergebracht – und ohne Platz für Sachspenden
Nach dem Brand lebt die Familie zunächst getrennt. Silvana Woite wohnt vorübergehend in Lübbenau und will sich in den kommenden Wochen eine Pension in Herzberg suchen, um näher am Haus zu sein, sobald der Gutachter seine Arbeit abgeschlossen hat und die Aufräumarbeiten beginnen können.
Gerade deshalb kann sie im Moment keine Sachspenden annehmen, die ihr angeboten wurden. Es gibt schlicht keinen Ort, an dem Kleidung, Haushaltsgegenstände oder Möbel gesammelt oder gelagert werden könnten. „Wir wissen noch gar nicht genau, was fehlt – und wir haben im Moment keinen Platz, irgendetwas unterzustellen“, sagt sie. Sie ist aber dankbar für die vielen Angebote.
Um herauszufinden, was das Feuer überhaupt verschont hat, sind Silvana Woite und ihre Töchter bereits mit Schutzanzügen und Masken durch die Räume im Haus gegangen. Vieles ist verrußt, manches kaum noch zuzuordnen. Erst bei weiteren Begehungen wird sich zeigen, was tatsächlich ersetzt werden muss.
Gleichzeitig erlebt die Familie viel Unterstützung. Nachbarn bringen Essen, Getränke und Kleidung. Freunde wie Ines Kuring aus Beyern stehen der Familie zur Seite. Auch Menschen, die sie kaum oder gar nicht kennen, bieten Hilfe an. „Ich hätte nie gedacht, dass so viele Menschen an uns denken“, zeigt sich Silvana Woite gerührt. „Das vergesse ich nicht.“
Hoffnung auf Rückkehr zu Ostern
Eine Frau bot sogar an, Kuchen zu backen, weil sie selbst nicht genug Geld hat, um zu spenden. Silvana Woite antwortete auf ihre E-Mail, doch diese ließ sich nicht zustellen. „Wir würden uns so gerne bedanken. Vielleicht liest sie das ja“, sagt sie.
Die Mutter zweier Töchter wirkt noch immer erschöpft. „Ich bin ein Nervenfrack. Aber es ist unglaublich, wie viele Menschen sich kümmern.“ Ihr größter Wunsch zurzeit: Zu Ostern wieder in das Haus zurückkehren zu können, das sie und ihre Töchter erst kurz vor dem Brand zu ihrem neuen Zuhause gemacht hatten.
Spendenaktion:
- Für Silvana Woite und ihre beiden Töchter wurde eine GoFundMe‑Kampagne eingerichtet. Die Unterstützung soll der Familie helfen, die Zeit zu überbrücken, bis Versicherungen und Gutachten greifen.
- Spendenziel: 11.000 Euro
- Bisher gespendet: rund 10.000 Euro
- Link zur Aktion: https://www.gofundme.com/f/u2hn3u-familie-in-not

