Unfall in Herzberg: Spendenaktion für Motocross-Fahrer – gemeinsam Hoffnung schenken

Ein schwerer Unfall veränderte das Leben von Kevin Wilkniß für immer. Bei einem Training im Motocross springt er zu kurz und stürzt dabei.
Kevin Wilkniß- Kevin Wilkniß erlitt bei einem Motocross-Training im März 2025 einen schweren Unfall.
- Der 33-Jährige ist seitdem querschnittsgelähmt und kämpft um Selbständigkeit.
- Eine Spendenaktion auf GoFundMe wurde gestartet, um die hohen Kosten für Reha und Umbauten zu decken.
- Kevin möchte nach der Reha wieder arbeiten und ein eigenständiges Leben führen.
- Sein Freund Stephan Büttner unterstützt ihn emotional.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Moment, eine Entscheidung – und das Leben nimmt eine dramatische Wendung. Kevin Wilkniß aus Herzberg lebt für den Motocross-Sport. Seit seiner Kindheit ist die Strecke sein zweites Zuhause, Geschwindigkeit und Präzision seine Leidenschaft. Er gewinnt zahlreiche Preise. Doch im März 2025 ändert sich alles innerhalb weniger Sekunden.
Beim Training setzt Kevin zu einem Doppelsprung an. Aber die Landung ist zu kurz, der Aufprall zu hart. „Ich habe sofort ein Knacken im Rücken gespürt und konnte nicht mehr aufstehen“, erinnert er sich. Seine Teamkollegen eilen herbei, leisten Erste Hilfe. Ein Rettungshubschrauber bringt ihn in die Universitätsklinik Leipzig.
Kevin aus Herzberg: Viele Operationen und ein riskanter Eingriff
In Leipzig kämpfen die Chirurgen um seinen Rücken. Der sechste und siebte Brustwirbel ist zertrümmert, der Spinalkanal schwer beschädigt. „Es war alles so unwirklich“, sagt seine Partnerin Carolin Lange. Während der OP sitzt sie mit Kevins Mutter im Wartezimmer. In dieser Nacht geht es nicht nur um die Frage, wie groß die Schäden sind – sondern darum, ob Kevin jemals wieder laufen kann.
Um halb fünf morgens betritt der Chefarzt das Zimmer. Sein Blick ernst, seine Worte endgültig: Kevin wird nie wieder laufen.

Kevins Partnerin, Carolin Lange, hält fest zu ihm und unterstützt ihn bei seinem Kampf.
Carolin LangeDoch es bleibt kaum Zeit zum Verarbeiten. Weitere Operationen sind nötig. Der siebte Brustwirbel wird durch ein künstliches Implantat ersetzt. Es kann sein, dass auch der sechste Wirbel entfernt wird, um mehr Stabilität zu bieten, erklären die Ärzte. Einer der Eingriffe ist riskant: Kevin muss dazu auf dem Bauch liegen, von der Seite aus wird zwischen den Rippen ein Schnitt gesetzt. Dabei fällt seine Lunge zusammen – das ist gewollt, damit wir an die zerstörten Brustwirbel herankommen, erklären Mediziner dem Paar.
Neben der Rückenverletzung sind auch sein Sprunggelenk und mehrere Rippen gebrochen – weitere Hürden auf dem Weg zur Genesung. Nach der OP kommt es zu Komplikationen: Eine Lungenembolie bringt ihn in Lebensgefahr. Doch Kevin kämpft sich zurück. „Das Fieber ist weg, ich kann jetzt an der Physiotherapie teilnehmen“, sagt er.
Reha und Lebensumbau: Ein neuer Start mit hohen Kosten
Nach der staatlichen Rehabilitation will Kevin eine private Reha in Pforzheim beginnen. „Hier wird nicht nur der Umgang mit dem Rollstuhl geschult, sondern auch, wie man sich ohne Hilfsmittel bewegt, falls der Rollstuhl einmal nicht da ist oder nicht funktioniert“, erklärt seine Partnerin Carolin.
Doch die Kosten sind hoch. Die Krankenkasse übernimmt sie nicht. „Allein die Reha kostet eine riesige Summe, von den weiteren Ausgaben ganz zu schweigen“, sagt Carolin emotional aufgewühlt. Das Paar hatte gerade geplant, ins Elternhaus von Carolin in Hohenkuhnsdorf bei Schönewalde zu ziehen – doch nun muss alles barrierefrei umgebaut werden. Breitere Türen, ein barrierefreies Bad, ein Treppenlift für die obere Etage. „Man denkt gar nicht, was da alles neu gebaut werden muss.“
Spendenaktion: Hilfe für einen Weg zurück ins Leben
Um diesen Neustart zu ermöglichen, hat sein Schwager Jack Krupke eine Spendenaktion auf GoFundMe ins Leben gerufen. Viele Menschen haben bereits ihre Unterstützung gezeigt, und jede weitere Hilfe trägt dazu bei, Kevin auf seinem Weg zurück ins Leben zu begleiten. „Wir sind dankbar für jede Zuwendung – sie hilft uns, die kommenden Herausforderungen zu meistern“, sagt Carolin.

Sein Freund Stephan Büttner (rechts im Bild), der ebenfalls seit einem Unfall querschnittsgelähmt ist, steht ihm mit Rat und Tat zur Seite.
Kevin WilknißDoch für Kevin steht mehr auf dem Spiel als nur die finanzielle Belastung. Der 33-Jährige muss sein neues Leben akzeptieren – etwas, das ihn täglich fordert. Kraft gibt ihm sein enger Freund Stephan Büttner, der ebenfalls seit einem Motocross-Unfall querschnittsgelähmt ist. „Er versteht mein Leid“, sagt Kevin. Besonders schwer, fällt ihm die Trennung von seiner achtjährigen Tochter. „Da sie erkältet ist, kann ich sie nicht sehen – mein Körper ist derzeit nicht in der Lage, mit Keimen umzugehen. Aber wir telefonieren jeden Tag.“
Der 33-Jährige weiß, dass sein Weg noch lange nicht zu Ende ist. Er hofft, bald seinen Alltag weitgehend selbstständig bewältigen zu können. „Kevin ist ungeduldig, er fühlt sich in seinem Körper gefangen“, sagt seine Partnerin Carolin. Doch er kennt auch seine Grenzen. „Wenn du merkst, dass du bei der Physio nicht mehr kannst, dann gönn dir eine Pause“, rät er anderen Betroffenen. Es sei wichtig, mit den eigenen Kräften sorgfältig umzugehen.
Sein größter Wunsch: Selbständigkeit durch Arbeit
Nach der Reha möchte er unbedingt wieder arbeiten – sein größter Wunsch ist es, eine passende, behindertengerechte Stelle zu finden. „Ich will nicht nur überleben, sondern wirklich leben“, fügt er entschlossen hinzu.
Spendenaktion für Kevin Wilkniß aus Herzberg:
- über die Crowdfunding-Kampagne sind bisher 37.375 Euro gesammelt worden
- der Link zur Spende: https://www.gofundme.com/f/kevin-wilkniss-33-querschnittslahmung

