Wahl 2024 in Guben
: Das sind die Kandidaten ‒ verliert die AfD ihre Dominanz?

86 Bewerber und Bewerberinnen wetteifern um den Einzug ins Stadtparlament von Guben. Die meisten Kandidaten und Kandidatinnen kommen von lokalen Wählerbündnissen. Bröckelt die Dominanz der AfD?
Von
Heike Reiß
Guben
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Blick auf die Gubener Altstadt mit dem Rathaus, dem Friedrich–Wilke–Platz und der Alten Färberei. Hier sollen auch in den kommenden Monaten wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Stadt erfolgen.

Blick auf die Gubener Altstadt mit dem Rathaus, dem Friedrich–Wilke–Platz und der Alten Färberei. Über die politische Zukunft der Doppelstadt entscheidet die Kommunalwahl am 9. Juni 2024.

Michael Helbig

Am 9. Juni 2024 wählt Guben eine neue Stadtverordnetenversammlung. 86 Kandidaten und Kandidatinnen konkurrieren um einen Sitz im Rathaus. Wer die Bewerber und Bewerberinnen sind, wer geht und wer jetzt für eine andere Vereinigung antritt: ein Überblick.

13.000 Einwohner und Einwohnerinnen sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Derzeit lenken 29 Stadtverordnete die Geschicke der Stadt. Vier Mitglieder des Parlaments sind im Laufe der aktuellen Legislaturperiode ausgestiegen. Die meisten Sitze vereinigt die Alternative für Deutschland (AfD) auf sich (acht Stück), gefolgt von der Christlichen Demokratischen Union (CDU), der Linken und der Vereinigung „Wir Gubener Bürger“ (WGB) mit je vier Sitzen.

Bisherige SPD-Stadtverordnete treten für neues Bündnis an

Zwölf Kandidaten und Kandidatinnen stehen für die CDU um die bereits als Stadtverordnete tätigen Thomas Laugks, Kai Birkenhagen und Andreas Neumann, zur Wahl, darunter Susan Bärwolf, Prokuristin der TV Netzgesellschaft mbh Guben, der derzeitige Schlagsdorfer Ortsvorsteher Benjamin Geller und Thomas Röttger, Kreiselternsprecher und Unternehmer. Karl-Heinz Mischner, Stadtverordneter bis zum November 2023, ist nicht mit dabei.

Christlich Demokratische Union (CDU)

Die Kandidaten: Thomas Laugks, Kai Birkenhagen, Susan Bärwolf, Andreas Neumann, Regina Kühn, Thomas Röttger, Benjamin Faulhaber, Sibylle Kühne, Robert Fritzschka, Marcel Jurack, Benjamin Geller, Glenn Splittgerber

Für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) stehen zwei Personen auf der Liste. Ilse Jannaschk und Sylvio Sroka hoffen auf ein Mandat. Die 2019 gewählten Nancy Renz und Stefan Labahn kehren nicht als Anwärter für die SPD zurück: Sie treten nun für das Bündnis „Gemeinsam für Guben“ an. Nach der letzten Kommunalwahl 2019 hatten sie sich mit dem Einzelbewerber Klaus Schneider und mit Werner Fuchs (Bündnis 90/Die Grünen) zur Konstellation SPD/Grüne zusammengeschlossen.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Die Kandidaten: Ilse Jannaschk, Sylvio Sroka

Inzwischen sitzt Werner Fuchs allein für Bündnis 90/Die Grünen im Stadtparlament. Er wird neben Martin Schrode im Juni erneut kandidieren. Auch Klaus Schneider, 2019 aus der damaligen CDU-Fraktion ausgetreten, kehrt auf die Kandidatenliste zurück. Er ist derzeit Mitglied des Ortsbeirats Groß Breesen.

Bündnis 90/Die Grünen

Die Kandidaten: Martin Schrode, Werner Fuchs

Die Bitte um schriftliche Anfragen an die Verwaltung hat in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung für Kritik bei den Parlamentariern gesorgt. ⇥

Im Juni wird sich entscheiden, wer als Parlamentarier oder Parlamentarierin die Zukunft von Guben mitgestaltet.

Daniel Schauff

Neben ihm gibt es einen weiteren Einzelkandidaten: Steffen Rosenkranz. Er ist Geschäftsführer einer Firma im Bereich Organisationsberatung und Strategieentwicklung.

Die Einzelbewerber

Klaus Schneider

Steffen Rosenkranz

WGB stellt die meisten Kandidaten und Kandidatinnen

Das Bündnis „Wir Gubener Bürger“ (WGB) ging 2019 mit 21 Bewerbern und Bewerberinnen ins Rennen. Auch zur diesjährigen Kommunalwahl stellt die Gruppe die meisten Kandidaten und Kandidatinnen.

Vier Personen des Bündnisses zogen 2019 in die Stadtverordnetenversammlung ein. Der Kandidat mit den meisten Stimmen, Frank Kramer, verließ das Parlament im Juni 2020. Derzeit stellt das Bündnis mit Berit Kreisig die Vorsitzende des Stadtparlaments. Sie und der bereits als Abgeordnete tätige Gottfried Hain, ehemaliger Verwaltungsdirektor des Naëmi-Wilke-Stifts, kandidieren erneut. Kathrin Lieske wird nicht wieder antreten.

Wir Gubener Bürger (WGB)

Die Kandidaten: Berit Kreisig, Gottfried Hain, Anke Schade, Ralf Geßler, Silvana Gohlisch, Steffen Janitz, Ivo Knöfel-Mückisch, Thomas Kramer, Lars Krüger, Barbara Nix, Dirk Olzog, Chris Prauser, Stephan Ramin, Elke Wetzel, Horst Wetzel, Peter Wiepke

Die im März dieses Jahres neu gegründete Wählergruppe „Gemeinsam für Guben“ (GFG) nennt Handel, Soziales, Gesundheit und Kultur als ihre Kernthemen. Neben Guben wird sie auch Kandidaten und Kandidatinnen für den Kreistag Spree-Neiße und den Ortsbeirat Kaltenborn stellen.

Ähnlich verfährt die Gruppe Unabhängiger Bürger Spree-Neiße (GUB-SPN): Neben zwölf Bewerbern und Bewerberinnen für die Wahl der Gubener Stadtverordnetenversammlung tritt sie auch für den Kreistag Spree-Neiße an. Der Stadtverordnete Gunnar Geilich, der zur letzten Wahl den Großteil der Stimmen für die GUB-SPN auf sich vereinigte, kehrt nicht auf die kommunalpolitische Bühne zurück. Er schied 2022 aus dem Gubener Stadtparlament aus.

Gemeinsam für Guben (GFG)

Die Kandidaten: Stefan Labahn, Nancy Renz, Jan During, John Schölzke, Beatrice During, Lucian Phillin Schönfeld, Anne-Careen Stoltze-Siebmann, Tobias Kubec, Beate Klock

Gruppe Unabhängiger Bürger Spree-Neiße (GUB-SPN)

Die Kandidaten: Herbert Gehmert, Marlen Thiele, Yves Kötteritzsch, Christian Sperling, Kerstin Geilich, Petra Kubec, Veronita Hamrol, Dieter Hausmann, Charlotte Scharras, Martina Petri, Christina Fiedler, Beate Roch

Für die AfD stehen in diesem Jahr 15 Kandidaten und Kandidatinnen auf dem Stimmzettel. Mit 2.715 Stimmen war Daniel Münschke 2019 Zugpferd der Partei. Während bei der letzten Kommunalwahl die Liste der AfD nur aus Männern bestand, ringen dieses Jahr auch drei Frauen um einen Sitz im Stadtparlament. Hartmut Holzmann hat sich bereits 2019 aus der Stadtverordnetenversammlung zurückgezogen.

Alternative für Deutschland (AfD)

Die Kandidaten: Daniel Münschke, Olaf Franz, Konstantin Benardos, Thomas Schreiter, Pascal Natho, Sirko Wolff, Olaf Hartmann, Petra Illinger, Detlef Schwaeger, Mathias Illinger, Karin Franz, Volkmar Splitt, Stefan Burisch, Jörg Trempler, Loreen Gumprecht

Freie Gubner stehen zum ersten Mal auf dem Stimmzettel

Zudem wird im Juni zum ersten Mal die Wählergruppe „Freie Gubner“ (FG) bei der Kommunalwahl vertreten sein. Ihre Köpfe Roland Prauser und Steffen Junge sind derzeit für die AfD im Stadtparlament aktiv. Beide agieren bereits als Fraktion unter dem Namen der Freien Gubner. Zwei weitere Bewerber konkurrieren mit ihnen und den anderen Kandidaten und Kandidatinnen um den Einzug ins Rathaus.

Freie Gubner (FG)

Die Kandidaten: Roland Prauser, Steffen Junge, Olaf Handke, Thomas Leopold

Die Partei Die Linke gehört zu den vier stärksten Fraktionen in der aktuellen Legislaturperiode. Die gewählten Steffen Buckel-Ehrlichmann, Peter Stephan, Anke Schwarze und Gabriele Scholz wollen ihre Plätze verteidigen. Mit ihnen hoffen sechs weitere Vertreter und Vertreterinnen der Partei auf die Gunst der Wähler und Wählerinnen. Für die Freie Demokratische Partei (FDP) ist derzeit Monika Birkholz in der Stadtverordnetenversammlung aktiv. Sie und ein weiterer Kandidat werden im Juni ebenfalls auf dem Stimmzettel stehen.

Die Linke

Die Kandidaten: Anke Schwarze, Steffen Buckel-Ehrlichmann, Juliane Lehmann, Peter Stephan, Gabriele Scholz, Andrej Britner, Sonja Sage, Jan Ullrich, Gerhard Lehmann, Jonas Glaser

Freie Demokratische Partei (FDP)

Die Kandidaten: Monika Birkholz, Patrick Otto