Die Grenze nach Polen ist seit Mitternacht wieder offen. Tausende Deutsche und Polen können jetzt wieder ihre Familienangehörigen, Freunde und Nachbarn über Oder und Neiße besuchen, Tourismus und Wirtschaft können sich wieder frei entfalten. „Wir haben in der Zeit der geschlossenen Grenze erlebt, wie wichtig offene europäische Grenzen sind und wie eng Deutschland und Polen miteinander verbunden sind“, sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Vorfeld.
Mitte März hatte die nationalkonservative Regierung in Warschau als Schutzmaßnahme gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus die EU-Binnengrenzen für Ausländer geschlossen. Ausnahmen galten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Polen, die aus dem Ausland zurückkehrten, mussten für 14 Tage in Quarantäne. Die Einführung dieser Regelung hatte besonders Pendler an der deutsch-polnischen Grenze hart getroffen. Für sie wurde erst später eine Ausnahmeregelung vereinbart.
In Polen haben sich bisher nach Angaben der Johns Hopkins Universität mehr als 28.500 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert, 1222 Menschen starben an den Folgen der Infektion. Warschau hatte relativ früh Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie verhängt. Dies könnte die relativ geringe Sterberate in dem Land mit 38 Millionen Einwohnern erklären. Polen hatte Ende Mai mit der Lockerung seiner Corona-Restriktionen begonnen.

Guben/Bad Muskau