Essen in Guben
: Was in Polen zu Weihnachten auf den Tisch kommt und wo Gubener kosten können

Das Stadtmuseum Guben öffnet beim Adventskalender die Türen. Die Besucher erwartet polnisches Essen – mit diesem außergewöhnlichen kulinarischen Genuss.
Von
Heike Reiß
Guben
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Fotomontage polnische Weihnachtsspeisen auf Gubener Weihnachtsmarkt

Adventskalender in Guben: Im Industrie- und Stadtmuseum können Gäste probieren, was in Polen an Weihnachten 2024 kredenzt wird. Eine Option: der Rote-Bete-Eintopf Barszcz.

Natalie Skrzypczak/dpa, Mateusz Turowski/Stadt Guben, Montage: Sebastian Lehmann
  • Das Stadtmuseum Guben bietet am 9. Dezember 2024 ein kostenloses polnisches Weihnachtsmenü an.
  • Besucher können traditionelle polnische Speisen wie Barszcz und Pierogi probieren.
  • Keine Anmeldung erforderlich; Dolmetscher helfen bei Sprachbarrieren.
  • Teil des Gubener Adventskalenders mit weiteren Veranstaltungen und Weihnachtsmarkt.
  • Polnische Tradition: Essen beginnt erst nach Erscheinen des ersten Sterns.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ente, Gans oder doch lieber Kartoffelsalat mit Wiener Würstchen? Das passende Essen zum Heiligabend ist in vielen Familien lang gepflegte Tradition. Auch das polnische Nachbarland wartet zu Weihnachten mit aufwendigen Gerichten auf.

Wie das schmeckt, können Gäste aus Guben und Umgebung am 9. Dezember 2024 im Industrie- und Stadtmuseum testen.

Zur Genussmeile eines jeden Weihnachtsmarktes gehören Klassiker wie gebrannte Mandeln, Champignons mit Knoblauchsoße und Glühwein. Neben diesen Leckereien werden im Stadtmuseum in Guben diesmal auch kulinarische Köstlichkeiten vom östlichen Ufer der Neiße zu erleben sein.

Weihnachten in Polen – diese Speisen kommen auf den Tisch

„Die Besucher und Besucherinnen erwartet ein bunter Querschnitt durch die traditionelle polnische Küche“, kündigt Museumsmitarbeiter Vincent Birkenhagen an. Was genau geplant ist, bleibt bis kurz vor der Veranstaltung ein Geheimnis. Aber ein Blick auf die zurückliegenden Jahre verrät, worauf sich die Gäste ganz bestimmt freuen können.

Da gab es Pierogi mit Sauerkraut und Pilzen, gefüllte Fischröllchen, ähnlich wie Rollmops, und verschiedene Krautsalate, zählt Birkenhagen auf. Auch die bekannte Rote-Bete-Suppe Barszcz mit Uszka, einer Einlage aus gefüllten Teigwaren, die ähnlich wie kleine Ohrmuscheln geformt sind, stehen dann auf der Karte.

Eine Portion Pierogi steht am 06.12.2015 in Warschau (Polen) in der Bar «Przekaski u Romana» auf einem Tisch. Foto: Natalie Skrzypczak/dpa (zu dpa «Einfach, deftig, hochprozentig: Polnische Tapas erleben Revival» vom 07.01.2016) ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Eine Portion Pierogi gehört bei vielen Familien in Polen zum Essen an Weihnachten dazu.

Natalie Skrzypczak/dpa

Weihnachtliches Essen: Probieren ist kostenlos

Die Speisen werden ab dem späten Nachmittag für die Gäste bereitstehen. Dabei werden neben den polnischen Klassikern auch deutsche Weihnachtsgerichte angeboten. Was kosten die Leckereien? „Das Probieren aller Gerichte ist kostenfrei“, sagt Vincent Birkenhagen. Auch eine Anmeldung sei nicht notwendig. „Jeder, der Interesse hat, kann einfach vorbeikommen“, ergänzt er. Um Sprachbarrieren ein Stück weit abzubauen, sollen genügend Dolmetscher vor Ort sein.

Zudem wird den Besuchern und Besucherinnen der Brauch des Oblaten-Teilens näher gebracht. Der hat seinen Ursprung in der katholischen Kirche: Jedes Familienmitglied und jeder Gast bekommt eine Oblate und bricht sich vom Gegenüber eine Hälfte ab. Die andere Person tut es ihm gleich. Dabei wünschen sich die Beteiligten Glück und Segen für das kommende Jahr.

Weihnachten 2024 in Guben – Traditionelles Zwölf-Gänge-Menü

In den meisten Familien in Polen besteht das Menü zum Heiligabend, auf Polnisch „Wigilia“ genannt, aus zwölf Speisen. Der Hintergrund dafür ist in der Bibel zu finden: Weil Jesus zwölf Jünger hatte, werden zwölf Gerichte serviert. Die Tradition orientiert sich aber auch an den zwölf Monaten eines Jahres.

Das Essen ist aufwendig und erfordert eine akribische und vorausschauende Planung. Fleisch, übrigens, sucht man dabei vergebens: Es handelt sich ausschließlich um fleischlose Gerichte. Häufig werden stattdessen Speisen mit Fisch integriert.

In den einzelnen Regionen Polens haben sich mit der Zeit unterschiedliche Zusammenstellungen dieser zwölf Gerichte herausgebildet:

  • gebratener Karpfen, Hering und Fisch nach griechischer Art
  • Kompott aus getrockneten Früchten wie Äpfeln, Birnen und Pflaumen
  • Mohn- und Lebkuchen
  • der Rote-Bete-Eintopf „Barszcz“
  • Kartoffel-, Gemüse- oder Heringssalat
  • Pierogi
  • Kraut mit Erbsen oder Pilzen
  • Kutia (süße Getreidespeise mit Honig und Mohn)

Dabei spiegeln die Gerichte verschiedene Aspekte der Bibel wider. Neben den Oblaten spielt in Polen häufig auch eine Nuss zu Weihnachten eine größere Rolle: Sie wird im Kuchen versteckt. Wer sie findet, dem blüht ein erfolgreiches neues Jahr.

Adventskalender: weiteres Programm im Stadtmuseum in Guben

Das grenzüberschreitende kulinarische Projekt des Stadtmuseums in Guben ist Teil des jährlichen Gubener Adventskalenders. Neben der Verkostung der Weihnachtsspeisen finden nonverbale Vorführungen des Sandmännchens, Lesungen polnischer und deutscher Märchen sowie Bastelaktionen statt.

Zum Adventskalender öffnen verschiedene Örtlichkeiten in der Neißestadt ihre Pforten, zum Beispiel das Pestalozzi-Gymnasium und das Museum Gubener Tuche. Des Weiteren wird am 14. und 15. Dezember 2024 der Gubener Weihnachtsmarkt auf dem Friedrich-Wilke-Platz stattfinden.

Weihnachtstradition in Polen – Warten auf den Stern

  • In Polen werden zum Heiligabend nicht nur die Geschenke nach dem Essen geöffnet. Auch das Essen selbst muss warten. Bevor sich alle Gäste an den reich gedeckten Tische setzen, blicken sie gen Himmeln und warten darauf, dass der erste Stern am Firmament zu sehen ist. Erst dann folgt das gemeinsame Essen.
  • Dieser Brauch geht auf die Erzählung des Sterns von Bethlehem zurück. Dieser erschien den Heiligen Drei Königen und führte sie zum Jesuskind.
  • Aber was passiert, wenn der Himmel bedeckt ist? Dann helfen etwas Geduld und, im Notfall, etwas Fantasie.

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Von der Lausitz bis ins Oderbruch, vom Havelland bis in die Uckermark - Brandenburg ist keineswegs die kulinarische Wüste, als die das Land oft geschmäht wird.

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