Von Stefan Lötsch

Für die Besucher des Eisenhüttenstädter Stadtfestes dürfte ein Anblick besonders ärgerlich gewesen sein: Am Ende der Festmeile in der Lindenallee, an der Kreuzung zur Straße der Republik, rottet weiter das ehemalige Hotel Lunik vor sich hin.

Als kürzlich Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) auf Einladung von Bürgermeister Frank Balzer (SPD) bei einer Einwohnerversammlung zum Thema Sicherheit zu Gast war, da spielte auch das Lunik eine Rolle. Ein Eisenhüttenstädter brachte die Möglichkeit einer Enteignung ins Spiel. Schröter erteilte dem Vorschlag aber eine Absage. „In einem Rechtsstaat kann man gegen eine solche Entscheidung rechtlich entsprechend klagen. Ich halte ein solches Enteignungsverfahren für nahezu aussichtslos. Es sei denn, es sind Vereinbarungen im Kaufvertrag zwischen den Parteien, die nicht eingehalten sind.“

Bürgermeister Frank Balzer sah aber nicht nur die Eigentümer in der Verantwortung: „Es ärgert mich, dass wir Vandalen in der Stadt haben, die sich um Privateigentum einen Scheißdreck kümmern, dort eindringen, randalieren, demolieren und zerstören.“ Wenn das nicht wäre, würden viele Gebäude nicht so aussehen. „Natürlich, auch wir als Stadt haben Verantwortung, Eigentümer anzuschreiben, dass sie Gebäude sichern“, ergänzte der Bürgermeister. Allerdings: „Nicht bei allen bekommen wir Antworten. Nicht bei allen wissen wir, wer die Eigentümer sind.“

Die Stadt hatte Interesse, das Gebäude zu kaufen und zu sanieren. Allerdings hat es ein Veto der Kommunalaufsicht gegeben, die den Kauf nicht genehmigt hätte – unabhängig davon, dass der Lunik-Eigentümer andere Kaufinteressenten hat abblitzen lassen.