Christoph Schulz aus Atterwasch (Spree-Neiße) hat sich in der Kategorie Geflügelhalter für den Ceres-Award qualifiziert. Er zählt damit  zu den 30 besten Landwirten im deutschsprachigen Raum, teilt der Deutsche Landwirtschaftsverlag in München mit.  Schulz ist als Agrar­scout in das Finale der internationalen Ausschreibung eingezogen. Er ist der einzige Finalist aus Brandenburg.

Der 34-Jährige hatte sich vor drei Jahren mit der Übernahme des Hofes dafür entschieden und sich   nach den Vorgaben des  Deutschen Tierschutzbundes zu richten. Die Anregung kam von der Plukon Food Group Deutschland, die bundesweit mehrere Schlacht- und Zerlegungsbetriebe für Hähnchen betreibt und gehobene Gastronomie sowie mehrere Handelsketten beliefert.  Dafür wachsen auf dem Schulzenhof in Atterwasch statt einst 40 000 Hähnchen in 30 Tagen in konventioneller Mast nun in zwei Ställen jeweils 15 000 Hähnchen auf. Sie bleiben 56 bis 59 Tage im Stall und dürfen so wachsen, dass sie ihr Eigengewicht auch tragen können.
Daneben gibt es auf dem Hof  zwei Legehennenwagen, werden im Hofladen Nudeln, aber auch Wurstwaren aus der hofeigenen Schlachtung verkauft. Mit den Fäkalien der Atterwascher Rinder und Schweine wird die Biogasanlage betrieben, die wiederum die Hühnerställe mit  beheizt. Dadurch sei man nur noch auf zehn Prozent fossiler Energieträger angewiesen, so Christoph Schulz, dessen Hof nun Demonstrationsbetrieb für die Fair Mast ist. Der Sprung ins Finale des  „Landwirtschafts-Oscars“ als einer von zwei ostdeutschen Betrieben sei schon ein Erfolg, freut sich der Landwirt.
Entscheidend seien bei der Preisvergabe nicht nur Höchstleistungen auf dem Feld oder im Stall, so Simon Michel-Berger, Chefredakteur von Agrarheute, sondern auch wirtschaftliche Ergebnisse und die Berücksichtigung bäuerlicher Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum sowie Verantwortungsbewusstsein für Familie, Betrieb, Tier, Natur und Gesellschaft.

Was ist eigentlich der Ceres Award?


Der Ceres Award der Fachzeitschrift Agrarheute umfasst die Prämierung zum „Landwirt des Jahres“ und gilt laut DLV als höchste Auszeichnung in der Landwirtschaft.

Mit 10 000 Euro werden Landwirte prämiert, die sich laut Verlag mit Kreativität, Engagement und fachlicher Expertise in einem herausfordernden Umfeld nachhaltig behauptet haben. Die Sieger der Einzelkategorien erhalten jeweils ein Preisgeld von 1000 Euro.

Ausgezeichnet wird die verantwortungsvolle Teilhabe der Landwirtschaft als aktiver Partner der Gesellschaft. Gekürt werden Sieger in elf Einzelkategorien – Ackerbauer, Biolandwirt, Energielandwirt, Fleischrinderhalter, Geflügelhalter, Geschäftsidee, Junglandwirt, Manager, Milchviehhalter, Schweinehalter und Unternehmerin.

Aus allen Kategoriesiegern wird der „Landwirt des Jahres“ oder die „Landwirtin des Jahres“ gekürt. Der Preis wird am 28. Oktober verliehen.

Vergeben wird der Ceres Award nach einem zweistufigen Verfahren. Zunächst wählt eine unabhängige Jury drei Bewerber je Kategorie ins Finale. Demnächst reisen Jurorenteams zu den insgesamt 30 Finalisten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Namenspatin für den Ceres Award ist Ceres, die römische Göttin des Ackerbaus und Schöpferin allen Lebens auf der Erde. Mehr zu den Finalisten steht auf der Internetseite    https://www.ceresaward.de/shortlist-2020/