Persönliche Erinnerungen aus der Wendezeit 1989 interessieren dreißig Jahre später – auch unabhängig von offiziellen Veranstaltungen – ein breites Publikum. Ein Beleg dafür ist, dass das erst im September 2019 erschienene Buch „Mauerfall Deutsche Einheit – Gott sei Dank“ nun schon seine zweite Auflage erlebt.

Die Forster Journalistin Ingrid Ebert hat an diesem Buch als Autorin mitgearbeitet. Insgesamt sind hier über dreißig Berichte aus der Zeit um 1989 aus eigenem Erleben von sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten zusammengefasst, viele davon aus dem Bereich Sachsen und Thüringen – vom sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer bis zum Unternehmer aus dem Vogtland.

Auf die Autorin aus Forst ist der Herausgeber Frieder Seidel nach dem Hinweis einer anderen Autorin gekommen – der aus Bad Muskau stammenden Carmen Schirrmacher. Sie arbeitet heute für den Marburger Medien Verlag, für den ihrerseits Ingrid Ebert schon Texte zu den Geschehnissen der Wendezeit geliefert hatte.

„Die Menschen vergessen, wie es wirklich war“

„Ich habe mich gern an dem Buchprojekt beteiligt weil Gedanken und Gefühle aus dieser Zeit unbedingt an die nächste Generation weitergegeben werden sollten“, sagt Ingrid Ebert. Die Erinnerung sei auch vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen nötig „Die Menschen jammern immer mehr rum und vergessen, wie es wirklich war, in einer Diktatur zu leben“, so die Autorin, die in ihrem Beitrag auch beschreibt, wie befreundete Jugendliche verhaftet wurden. Auf Anfrage wäre sie jedenfalls gern bereit, eine Lesung zu dem Buch durchzuführen.