Der private Investor, der an der Alten Heerstraße in Döbern einen Solarpark errichten möchte, muss sich noch gedulden. Der Bauausschuss, der sich in dieser Woche in Döbern getroffen hat und eine Empfehlung für die Stadtverordnetenversammlung abgeben sollte, vertagte eine Entscheidung.
„Die Unterlagen sind zu umfangreich, um sie in der Kürze der Zeit durchzuarbeiten“, monierte Mario Handrek (SPD). Zudem hätten nicht alle Stadtverordneten die Unterlagen in Papierform erhalten.

Das Verfahren für den Solarpark in Döbern dauert schon vier Jahre

In knapp zwei Wochen will sich der Ausschuss jetzt noch einmal zu einer Sondersitzung treffen. Am 18. Juni soll dann in der Stadtverordnetenversammlung das endgültige Votum abgegeben werden – und damit ein jahrelanges Verfahren zum Abschluss gebracht werden.
Bereits vor rund vier Jahren war ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst worden. Verschiedene naturschutzrechtliche Belange erforderten laut Verwaltung zahlreiche Beratungen, Konzepte und Stellungnahmen. Letztlich habe der Investor viel Geld investiert, um die Planung umsetzen.

Die Unterlagen zum Solarpark in Döbern wurden nochmals ausgelegt

Zuletzt wurden die Unterlagen noch einmal bis Anfang April öffentlich ausgelegt sowie Behörden und andere Träger öffentlicher Belange um Stellungnahmen gebeten. Hinweise und Anregungen gab es daraufhin zum Artenschutz und zu Kompensationsmaßnahmen, zur Waldbetroffenheit, zum Immissionsschutz, zum Rückbau- und Entsorgungskonzept, zum Grundwasser- und Gewässerschutz sowie zu vorhandenen Leitungsbeständen der regionalen Versorger. Soweit die Hinweise verfahrensrelevant waren, sind sie laut Verwaltung in der nun vorliegenden Satzung berücksichtigt worden.
Die Fotovoltaikmodule sollen auf einer knapp vier Hektar großen Fläche installiert werden. Zum Schutz der Bewohner eines Hauses, das sich rund 15 Meter zur östlichen Baugrenze befindet, wird ein Sichtschutzzaun errichtet sowie eine Heckenpflanzung vorgenommen.

Der Solarpark in Döbern darf 25 Jahre genutzt werden

Die Fotovoltaikanlage darf für einen Zeitraum von 25 Jahren bis spätestens Ende 2045 genutzt werden. Danach sind die Module einschließlich Unterkonstruktion, Nebenanlagen, Trafostationen, Wechselrichterstationen, Verkabelung und Zaunanlagen kontaminationsfrei zurückzubauen. Der Rückbau ist durch einen Vertrag zu sichern. Außerdem rechnet die Stadt mit Einnahmen von rund 200 000 Euro.