Hund in Forst: Familie gesucht – das ist das traurige Schicksal von Gismo

Seit Monaten wartet der bildschöne Hund Gismo im Tierheim von Forst auf eine neue Familie und ein neues Zuhause.
Robert Richter, Tierschutzverein Forst (2), Marcel Laggai (1)„Es bricht mir das Herz, ihn hier bei uns im Tierheim zu sehen, denn er leidet ganz offensichtlich“, sagt Angelika Noack, Vorsitzende des Tierschutzvereins Forst. Seit vielen Jahren schon betreibt der Verein das Tierheim Forst. Und immer wieder gibt es Schicksale wie das von Gismo.
Angelika Noack betont jedoch, dass das Leiden des zweijährigen Rüden nicht auf mangelnde Betreuung zurückzuführen ist, sondern vielmehr auf das fehlende familiäre Umfeld. Der Hund bekomme zwar täglich seine Pflege und Aufmerksamkeit, sagt sie, aber er brauche noch viel mehr – auch Erziehung.
Zweijähriger Rüde aus Forst braucht Erziehung
Nach Aussagen der Vereinsvorsitzenden ist Gismo derzeit in einem Alter, in dem man ihn erzieherisch noch auf den richtigen Weg bringen kann. „Natürlich kann man einen Hund sein Leben lang erziehen, aber im Alter dauert es eben länger und ist mit mehr Aufwand verbunden.“ Diese wichtige Erziehung hat der Rüde bei seinen beiden Vorbesitzern offenbar überhaupt nicht bekommen.
Das merkt auch Robert Richter jedes Mal, wenn er im Tierheim zu Besuch ist. Richter ist Geschäftsführer des Vereins, und auch ihn berührt das Schicksal. „Die beiden Vorbesitzer hatten wohl psychische Probleme und haben sich kaum um das aufgeweckte Tier gekümmert.“
Die Familie des letzten Besitzers hat sich des verwahrlosten Hundes zwar dann irgendwann angenommen, ihn dann aber in einer Wohnung sich selbst überlassen, erinnert sich Richter. „Zum Glück haben sie irgendwann eingesehen, dass das kein Leben für einen Hund ist und sich gemeldet“, sagt Angelika Noack. Das war vor gut zwei Monaten.
Seitdem musste Gismo von den Tierheimmitarbeitern regelrecht aufgepäppelt werden. Heute sieht man dem Rüden sein Martyrium nicht mehr an, aber sein Blick spricht eine andere Sprache. „So ein Zwinger ist nichts für einen so stattlichen Hund und außerdem braucht er endlich richtigen Familienanschluss“, sagt der Geschäftsführer des Vereins.
Die Energie des Forster Rüden muss gebändigt werden
Richter selbst hätte Gismo übrigens gern genommen, allerdings sei er stets lange auf der Arbeit und für seine Frau sowie Schwiegermutter habe er zu viel Power. „Deshalb braucht er unbedingt Besitzer, die schon Erfahrung in der Hundeerziehung und auch Zeit haben“, wünscht sich Angelika Noack.
Dass der Rüde manchmal nicht weiß, wohin mit seiner Energie, merken auch die Besucher des Tierheims immer wieder. Denn sobald sie sich seinem Zwinger nähern, springt er vor Aufregung und Freude auf und ab. Schade, findet Richter, denn er will ja nur auf sich aufmerksam machen, aber so schreckt er potenzielle Interessenten eben auch leicht ab.
Aber auch Gismos Gene würden die Leute oft abschrecken. Denn der zweijährige Rüde ist eine Mischung aus Rhodesian Ridgeback, Dobermann und Rottweiler. „Gerade Dobermann und Rottweiler haben leider einen sehr schlechten Ruf, sind aber eigentlich sehr liebe und familienfreundliche Rassen“, weiß Angelika Noack aus ihrer langjährigen Erfahrung im Tierheim. Dass Gismo ein überaus freundliches Gemüt hat, wenn sich die Aufregung gelegt hat, kann auch Richter bestätigen. Deshalb möchte er ihn lieber heute als morgen in guten Händen wissen.
Heim-Hund aus Forst kommt mit Artgenossen und Katzen klar
Dabei ist der Rüde keineswegs ein Einzelgänger, sondern versteht sich auch mit anderen Tieren. „Neulich haben wir ihn mit einem anderen Hund auf der Wiese toben lassen, und die beiden hatten sichtlich Spaß.
Keine Spur von negativem Verhalten gegenüber seinem Artgenossen“, versichert Richter, was Angelika Noack mit einem Nicken bestätigt. Selbst mit Katzen würde er sich gut verstehen, ergänzt die Geschäftsführerin des Tierschutzvereins. Umso weniger können die beiden verstehen, warum Gismo noch immer kein neues Zuhause gefunden hat.
Die einzige Erklärung für Richter ist, dass der Rüde mit seiner Energie etwas abschreckend wirkt. „Man braucht schon eine gewisse Kraft, um mit ihm umzugehen.“ Aus diesem Grund würden bisher nur Männer mit ihm spazieren gehen, ergänzt die Vereinsvorsitzende. Sie ist sich aber sicher, dass auch Frauen mit Gismo umgehen können.
„Man braucht nur Erfahrung im Umgang mit ihm und dann bin ich fest davon überzeugt, dass er sich wunderbar in seine neue Familie integrieren wird.“ Sowohl Angelika Noack als auch Robert Richter hoffen derweil inständig, dass Gismos Tierheim-Dasein bald ein Ende hat.
Tierheim Forst
Das Tierheim von Forst wird vom Tierschutzverein Forst e.V. geleitet. Zu finden ist es Am Pferdegarten 6. Am Donnerstag ist stets Besuchertag: 8 bis 17 Uhr. Allerdings ist das Tierheim-Team von Montag bis Freitag (8 bis 17 Uhr) vor Ort. Abseits der Besuchzeiten wird allerdings um eine Terminabsprache unter der Telefonnummer 03562/983023 gebeten. Sach- oder Geldspenden seien jedoch jederzeit willkommen, um einen Weiterbetrieb gewährleisten zu können.

