Von der Ostsee bis hinunter nach Ostsachsen sind an diesem Mittwochmorgen, 16. November, Polizisten im Sondereinsatz. Im Rahmen einer Großkontrolle gehen die Behörden in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam gegen die grenzüberschreitende Kriminalität vor. An Grenzübergängen und im weiteren Raum der Grenze zu Polen finden offene und versteckte Kontrollen statt. Das hat die Polizei am Morgen bestätigt.
An der Autobahn 15 wurde auf Höhe Forst eine Kontrollstelle eingerichtet. Alle Fahrzeuge werden dort von der Autobahn herunter geleitet und überprüft. Im Fokus der Polizisten: geklaute Fahrzeuge, Fahrzeugteile und Maschinenteile.
Eine ähnliche Kontrollstelle wurde an der A11 eingerichtet.

Geklaute Autos gelangen über Brandenburg nach Polen

Im vergangenen Jahr hat es deutschlandweit nach den Rückgängen während der Corona-Pandemie wieder deutlich mehr Autodiebstähle gegeben. Über 30.000 Fahrzeuge wurden vermisst. Die meisten davon werden über die Grenze nach Polen und weiter gen Osten geschafft. „Der Osten Europas, insbesondere Polen und Litauen, gilt als wichtige Ziel- und Transitregion für in Deutschland entwendete Fahrzeuge in Richtung Ukraine, Russland und Zentralasien“, heißt es im aktuellen Lagebild des BKA zur Kfz-Kriminalität. Die Grenzregion ist meist der letzte Ort, an dem deutsche Behörden den Diebstahl noch vereiteln können.
Mit der Großkontrolle will die Polizei an diesem Morgen auch Präsenz zeigen. Was sonst unauffällig passiert, soll heute für jeden sichtbar durchgeführt werden – auch als Zeichen an die Autoklau-Banden, dass der Weg über die Grenze nicht so leicht ist, wie sie sich das vorstellen.
Oft werden für den Transport der Fahrzeuge Handlanger angeheuert, die gestohlene Autos abholen und für einige Hundert Euro über die Grenze schaffen. Dort übergeben sie das Fahrzeug dann an andere Mitglieder der Banden.
Aber auch gestohlene Autoteile und anderes Diebesgut stehen bei der Großkontrolle im Fokus. Derzeit häufen sich in der Region beispielsweise Fälle von gestohlenen Katalysatoren. Auch dagegen will die Polizei vorgehen.