„Bierpreise sind eine sensible Sache“, sagt Uwe Köhler, kaufmännischer Geschäftsführer der Brauerei Landskron aus Görlitz. Gemessen am medialen Echo der Bierpreis-Erhöhung ist das offensichtlich geworden. Auch in Forst sind Gaststätten von den steigenden Bierpreisen betroffen. Die RUNDSCHAU wollte wissen, wie sie damit umgehen.

Frankfurt/Kreuztal

„Was sollen wir da schon machen?“, fragt Gerd Schiemann erst mal zurück. Er ist der Inhaber der Gaststätte Gerichtslaube in Forst. Krombacher und Landskron habe er im Ausschank. „Da muss man schauen, ob die betroffen sind und dann müssen die Preise vielleicht auch angepasst werden“, so Schiemann.

Bekannt ist in dieser Hinsicht noch nicht viel: Krombacher teilt zwar mit, dass der Bierpreis zum 1. März angehoben werde. Um wie viel er dann steigen wird, darüber äußere man sich generell nicht. Über Jahre habe man den Bierpreis stabil gehalten, aber könne jetzt eine Anpassung nicht umgehen.

Forster Hundehütte bezieht Bier aus der Region

Landskron hingegen scheint sehr wohl zu können. „Wir habe auch über eine Preiserhöhung nachgedacht, uns dann aber dagegen entschieden“, so Uwe Köhler. Im letzten Jahr habe man den Preis leicht erhöht, weiter möchte man in diesem Jahr nicht gehen. Michael Behrendt, Inhaber der Hundehütte in Forst ist damit zufrieden. „Als Forster Gaststätte bezieht man sein Bier aus der Region“, sagt er. Weil er sein Bier von Landskron bekomme, sei er von der Preiserhöhung nicht betroffen.

Fred Lehmann, Inhaber der Forster Bauernschänke hingegen ärgert sich über seinen Lieferanten. „Fast jedes Jahr wird der Bierpreis erhöht“, sagt er. Als der Euro eingeführt wurde, habe er rund 50 Euro pro Fass gezahlt. Jetzt, 18 Jahre später, zahle er das Doppelte. „Wenn man als Wirt die Preise erhöht, ist das nicht, weil man reich werden will. Sondern, weil die Kalkulation nicht aufgeht“, so Lehmann.

Brauereien stehen unter Druck

Es ist eine ganze Branche, die unter Druck steht. „Glas, Plastik, Maut – alles wird teurer“, erklärt Uwe Köhler. Brauereien hätten Riesenprobleme mit Planungsunsicherheiten wie einer CO2-Steuer und anderen Gesetzesvorhaben. Gleichzeitig versuche man, vorsichtig mit den Preisen umzugehen. Nicht nur Gaststätten, sondern auch Supermärkte hingen davon ab. „Für die Verbraucher ist Preisstabilität sehr wichtig“, so Köhler.