Weiterbildung in Finsterwalde
: Das haben Volkshochschule und DAA zu bieten

Deutsche Angestellten Akademie oder Kreisvolkshochschule Elbe-Elster. Menschen in Finsterwalde haben verschiedene Möglichkeiten, sich weiterzubilden oder Abschlüsse nachzuholen.
Von
Rolf Kühne
Finsterwalde
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Ines Engel ist bei der DAA Finsterwalde die Maßnahme-Verantwortliche für Fort- und Weiterbildung.

Ines Engel ist bei der DAA Finsterwalde die Maßnahme-Verantwortliche für Fort- und Weiterbildung.

Rolf Kühne

Die Motivationen, sich nochmal auf die Schulbank zu setzen, sind ebenso unterschiedlich wie die Wege dorthin. Der Angebote gibt es viele. Filtern müssen sie der Bildungsanwärter und auch die Bildungsanbieter wie die Kreisvolkshochschule Elbe-Elster (KVHS) oder die Deutsche Angestellten Akademie (DAA).

„Jeder Bewerber bekommt bei uns zunächst ein Beratungsgespräch. Er soll schon etwas erlernen, was wirklich zu ihm passt“, sagt Ines Engel. Die Maßnahme-Verantwortliche für Fort- und Weiterbildung bei der DAA würde auch schon mal einen Umschüler ablehnen, wenn es dann so gar nicht passt. Schließlich geht es um viel Geld. 20.000 Euro kostet eine Umschulung, die bei positiverer Bewertung für den Bewerber die Agentur für Arbeit zahlt.

Der Weg dorthin ist aber ein längerer, weil Entscheidungsträger zwischengeschaltet sind. Der kürzere Weg zu fortführender Bildung ist der über die KVHS. Allerdings unterscheiden sich deren Angebote von denen der DAA. Zudem sind die Schüler in der Regel Selbstzahler.

„Viele Lernwillige haben schon einen höheren Bildungshintergrund oder wollen über den 2. Bildungsweg Schulabschlüsse nachholen, um beruflich weiterzukommen“, sagt Christoph Butters, Fachbereichsleiter 2. Bildungsweg in der KVHS-Regionalstelle Finsterwalde.

Etwas für das Leben lernen

Oder aber man will aus Interesse in zeitlich begrenzten Kursen etwas für das Leben lernen, weil privat und beruflich alles geordnet und es Zeit für etwas Neues ist. „Das sind oftmals ältere Frauen“, so der Fachbereichsleiter.

Was hier Eigeninitiative ist, läuft bei der DAA über die Vermittlung durch die Agentur für Arbeit, das Jobcenter oder die Rentenversicherung. „Über die Rentenversicherung kommen Bewerber für Umschulungen, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Zum Beispiel ein Bauarbeiter, der einen Bandscheibenvorfall hatte“, erklärt Ines Engel.

Auch Menschen mit psychischen Problemen oder die lange aus ihrem erlernten Beruf raus sind, sind Kandidaten für Umschulung oder Weiterbildung. In diesen Fällen kommen sie im Auftrag der Agentur oder des Jobcenters zur DAA. „Nach dem Beratungsgespräch bekommt der Bewerber ein Angebot, das er der Agentur vorlegen muss“, berichtet Ines Engel.

Die würde ihrerseits nochmal prüfen, ob der Bewerber für das Angebot geeignet ist und vergibt dann den Bildungsgutschein, so Ines Engel weiter. Dann sind die Klassenzimmertüren geöffnet für das Erlernen eines neuen Berufes. Bei der DAA geht es dabei viel um Berufe mit IHK-Abschluss. Die Renner bei den Männern wären laut Ines Engel Industriekaufmann und Informatiker, bei den Frauen Kauffrau im Gesundheitswesen oder Büromanagement.

Viele Berufsmöglichkeiten in der Wirtschaft

Besonders Letzteres wäre sehr gefragt, weil es damit „viele berufliche Möglichkeiten gibt, zum Beispiel in der Wirtschaft, in der Verwaltung, im Steuerbüro oder beim Notar“, so Ines Engel. Die Renner bei der KVHS sind dagegen die Sprachkurse. Die laufen immer längerfristig, einmal pro Woche. Dazu Christoph Butters: „Die können auch über mehrere Jahre gehen, vorausgesetzt, der Schüler bleibt dabei.“

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Dabei bleiben sollten die Schüler auf jeden Fall, wenn es um das Nachholen von Schulabschlüssen an der KVHS geht. Kontinuierlich besetzt dafür wären laut Christoph Butters die 9. Klasse (Berufsbildungsreife) und die 10. Klasse (Fachoberschulreife). „Für das Abitur haben wir nie genügend Teilnehmer“, bedauert der Fachbereichsleiter, der auch als pädagogischer Mitarbeiter agiert.

Apropos Teilnehmer: Pro Kurs müssen es mindestens sechs sein. Dann können die Dozenten – ehemalige oder noch aktive Lehrer oder selbstständige Künstler – neben den Themen zum 2. Bildungsweg auch ihr Wissen über Yoga, Mosaikkunst, Honigherstellung oder Puppenspiel weitergeben.

Je nach Kurs sind die Abschlüsse unterschiedlich. Nachweise gibt es für Schulabschlüsse, Deutschkurse für Migranten oder bei Agrarkursen (zum Beispiel qualifizierter Pflanzenschutz). Für andere Angebote ist kein Abschluss vorgesehen.

Christoph Butters in seinem Büro in der KVHS-Regionalstelle Finsterwalde. Der pädagogische Mitarbeiter ist Fachbereichsleiter 2. Bildungsweg.

Christoph Butters in seinem Büro in der KVHS-Regionalstelle Finsterwalde. Der pädagogische Mitarbeiter ist Fachbereichsleiter 2. Bildungsweg.

Rolf Kühne

Apropos Abschluss: Dem sollte, vornehmlich bei beruflicher Bildung, eine Festanstellung in der Wirtschaft folgen. Laut Ines Engel wäre das immer das Ziel der DAA. Sie bestätigt: „Wir haben eine hohe Rate bei den Vermittlungen.“

Angebote und Kontakte

» An der KVHS, Regionalstelle Finsterwalde, gibt es aktuell Sommerangebote für Yoga in der Bürgerheide, einen Mosaikkurs auf dem Atelierhof in Werenzhain und eine Honigschulung. Informationen unter 03531 7176100.

» Die DAA arbeitet nach einem modularen Weiterbildungssystem. Alle Themen zur Umschulung und Weiterbildung finden sich auf der Internetseite daa.bb.de. Weitere Informationen unter 03531 6749812.