Ab Mitte August und im September hatten Kulturfreunde, Veranstaltungsliebhaber und Partygänger die Qual der Wahl und wussten oft nicht, wohin man zuerst gehen sollte. Ist das jetzt im Herbst vorbei und gibt es kulturelle Veranstaltungen nur noch auf Sparflamme wegen Energiekrise und Sparzwängen bei Veranstaltern und Besuchern?
Zwar liegen die großen Freiluftevents erst einmal hinter uns, reizvolle Veranstaltungen im kleineren Rahmen gibt es trotzdem zur Genüge. Wenn wir das Pferd von hinten aufzäumen, dann soll zuerst der 30. Oktober erwähnt werden. Das Kino „Weltspiegel“ ist im 110. Jahr seines Bestehens. Gefeiert werden soll 2023 der 111. Geburtstag. Neben einem anspruchsvollen Filmangebot werden weitere Highlights in den Kinosaal zu holen.
Diesmal ist es Andrea Sawatzki, die als Schauspielerin und mit flinker Zunge in vielen unterschiedlichen Rollen im Film und Fernsehen glänzt. Inzwischen hat sie sich auch als Buchautorin etabliert. Nicht auf der Leinwand, sondern persönlich kann man sie am 30. Oktober ab 17 Uhr erleben, wenn sie aus ihrem, an der eigenen Kindheit orientierten, Buch „Brunnenstraße“ lesen wird.

Diese Lesungen stehen im Oktober in Elbe-Elster im Programm

Lesungen haben auch andere Veranstalter im Herbst auf dem Schirm, so die Lions-Frauen Finsterwalde am 10. Oktober in der Arche mit dem bekannten Krimi-Autor Frank Goldammer, der im „Schatten der Wende“ ermittelt.
Wer ein literarisches und schmackhaftes Erlebnis miteinander verbinden möchte, der ist am 8. Oktober im Café „zur alten Praxis“ in Doberlug-Kirchhain, bestens aufgehoben: Daniel Andrich liest aus seiner Autobiografie „Erika – Melodien, Hüte und Meer“. Der nicht mehr ganz junge Musiker der Band „Inge & Heinz“ ist bekannt als Träger alberner Hüte und als umtriebiger Musiker, der in seinem Buch unterhaltsam Fragen stellt und beantwortet oder auch nicht.
Besonders schmackhaft wird es im „Goldenen Hahn“ in Finsterwalde, wo zu den Köstlichkeiten von Sternekoch und Küchenchef Frank Schreiber seine Frau Iris, Wirtin und Autorin gleichermaßen, ihre eigenen Geschichten passend zum Thema „Delikat – nichts wird so heiß gegessen wie gekocht“ zum Besten gibt.

Wollen sich die Bürger Kultur noch leisten?

Natürlich hoffen Veranstalter, dass trotz der finanziellen Ängste bei vielen Bürgern die Lust auf Kultur erhalten bleibt. „Kultur gehört zum Wohlbefinden“, meint „Weltspiegel“-Chefin Sabine Siegert. Die Sorge, genügend Zuhörer locken zu können, treibt auch die Kammermusikfestival-Organisatoren Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh um.
Schon vor zwei Jahren begeisterte das Trio Eisa mit Jussef Eisa (v.l.), Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh beim Finsterwalder Kammermusik-Festival.
Schon vor zwei Jahren begeisterte das Trio Eisa mit Jussef Eisa (v.l.), Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh beim Finsterwalder Kammermusik-Festival.
© Foto: Jürgen Weser
In den vergangenen Jahren stets ein musikalisches Highlight in der Sängerstadt waren die Konzerte beim 12. Festival bisher nicht so gut nachgefragt. Jetzt stehen noch zwei Herbstkonzerte im Logenhaus auf dem Programm, auf die sich jeder Freund anspruchsvoller Kammermusik freuen kan. Wie schon vor zwei Jahren, will das „Trio Eisa“ mit Jussef Eisa, Johanna Zmeck und Nassib Ahmadieh die Zuhörer begeistern. „Aufbruch“ haben sie programmatisch ihr Konzert genannt. Den Abschluss des diesjährigen Festivals bildet am 15.10 das Larimar Duo am Klavier mit dem Programm „Licht und Schatten“.

Das ist in Doberlug los

Wenn der Wettergott am Tag der Deutschen Einheit mitspielt, dann dürfte das Weinfest des Fördervereins Schloss Doberlug am 3. Oktober wieder ein Publikumsmagnet werden. Auf zwei sächsische Weinprinzessinnen dürfen sich die Besucher freuen wie auf Stimmungskracher bei der One-Man-Show von Remmi von Demmi und auf tanzende Power-Frauen aus Friedersdorf. Viele Informationen rund um den Wein machen Lust auf edle Getränke aus Meißen und Schlieben.
Jan Schönberg (l.) und Mirko Warnatz garantieren beste theatralische und musikalische Unterhaltung am 18.10. im Refektorium Doberlug mit "Country Crash".
Jan Schönberg (l.) und Mirko Warnatz garantieren beste theatralische und musikalische Unterhaltung am 18.10. im Refektorium Doberlug mit „Country Crash“.
© Foto: Jürgen Weser
Auch in Doberlug, im Refektorium, gibt es am 14.10. „Country-Crash“ als Aufführung der neuen Bühne Senftenberg mit den beliebten humorvollen Schauspielern und Musikern Jan Schönberg und Mirco Warnatz vom Senftenberger Theater. Dorthin ist auch ein Theaterausflug zu empfehlen, wo noch bis zum 9. Oktober täglich das Theater FestSpiel „Neue Heimat“ mit vier Premieren an der Neuen Bühne und Standorten in Brieske zu erleben ist (03573/801280 oder oeffentlichkeitsarbeit@theater-senftenberg.de).