Totensonntag
: Grabschmuckausstellung in Schönborn - das erwartet die Besucher

Die Ausstellung von Grabschmuck in Schönborn ist in der Region einzigartig. Das sind dieses Mal die großen Themen der Veranstaltung.
Von
Rolf Kühne
Schönborn
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Rüdiger Winde zeigt einige Grabschmuck-Unilkate, die in seiner Gärtnerei in Schönborn entstanden sind.

Rüdiger Winde zeigt Grabschmuck-Unikate, die in seiner Gärtnerei in Schönborn entstanden sind.

Rolf Kühne
  • Grabschmuckausstellung in Schönborn am 25. und 26. Oktober 2025 mit 90 Gestecken.
  • Gärtnerei Winde bietet kreative und nachhaltige Unikate, inspiriert von Kundenwünschen.
  • Erstmaliger Erfolg 2017 bei der Internationalen Gartenbauausstellung in Berlin mit drei Medaillen.
  • Zentrale Themen der Ausstellung: Herzen und Kränze, z. B. Mooskränze aus Waldmaterialien.
  • Gärtnerei bereitet auch Weihnachtsausstellung mit Adventsgestecken und Deko vor.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein wichtiger Herbsttermin in der Gärtnerei Winde in Schönborn (bei Doberlug-Kirchhain) ist die Grabschmuckausstellung in Vorbereitung auf den Totensonntag. Obwohl sie schon zum 19. Mal stattfindet, hält sie Rüdiger Winde nach wie vor für einmalig.

„So eine Ausstellung gibt es in Brandenburg und Sachsen kein zweites Mal“, ist sich der Gartenbauexperte sicher. „Mit diesem Themenfeld beschäftigen sich wenige, das ist zu schwierig. Deshalb konnte sich auch keiner eine solche Ausstellung vorstellen“, sagt er. Der Termin für die diesjährige Ausstellung ist der 25. und 26. Oktober 2025. Geöffnet ist am Samstag 8 bis 16 Uhr, am Sonntag 9.30 bis 16 Uhr. Gezeigt werden 90 verschiedene Gestecke.

Erstmals Aufsehen erregt mit ihrem speziellen Grabschmuck hatte die Gärtnerei aus Schönborn 2017 bei der Internationalen Gartenbauausstellung in Berlin. Dort hatte das kleine Unternehmen auf 30 Quadratmetern Gelegenheit, sich zu präsentieren. Die Jury aus Fachleuten des Gartenbaus vergab drei Medaillen an die Gärtnerei.

Der Grundgedanke der Grabschmuckausstellung ist an sich einfach. Rüdiger Winde: „Die Menschen haben das Bedürfnis, ihrer Trauer Ausdruck zu geben. Deshalb suchen sie Anregungen zum Gestalten der Gräber.“ Im nächsten Schritt beginnen aber schon die hohen Anforderungen an Kreativität und Handwerkskönnen von Rüdiger Winde und seine Mitarbeiter.

Gartenbauexperte aus Schönborn: Leute wollen Individualität

Der Gartenbauexperte erklärt: „Die Leute wollen etwas Individuelles. Das bekommen sie, denn das Gesteck ist immer ein Unikat mit seinen verschiedenen Formen und Farben. Viele können sich aber nicht vorstellen, wie man mit den verschiedenen Materialien zum Endergebnis kommt. Dafür gibt es diese Ausstellung.“

Beim Anfertigen eines Grabschmuckes folgt Rüdiger Winde immer einem Konzept. Die Rahmenbedingungen gibt der Kunde vor. „Sie äußern ihre Vorstellungen, was in den Grabschmuck soll, und schauen sich die Werkstoffe an. Dabei spielen Dinge eine Rolle, die der Verstorbene gemocht hat. Ketten, Perlen, Kugeln, sogar einen Aschenbecher habe ich schon im Grabschmuck verarbeitet“, berichtet der Schönborner. Wichtig sei für ihn auch das richtige Material. Nachhaltig soll es ein, mit möglich wenig Kunststoff.

Knifflig wird es, wenn es an konkrete Formen geht. Die Kunden würden genau wissen, was sie wollen, könnten es aber nicht ausdrücken, weil oft noch die Trauer mitschwingt, so Rüdiger Winde. In den Jahren habe er gelernt, zuzuhören, um Kundenwünsche zu verstehen.

Gelernt hat Rüdiger Winde seit den ersten Jahren der Grabschmuckausstellung auch für sein Handwerk. Anfangs bestand die Ausstellung nur aus einfachen Gestecken, die es überall gibt. „Nach und nach habe ich gelernt, mit neuen Materialien zu arbeiten und dabei auch die nötigen Techniken zu entwickeln. Zum Beispiel, wie man den Schmuck fest bekommt, wie man ihn schützt oder welche Farben passend sind“, blickt Rüdiger Winde zurück.

Grabschmuck: neue Wege für das freie Gestalten

Auch für das freie Gestalten findet er immer wieder neue Wege. So hat er zum Beispiel Traktoren oder Schiffe als Vorlage selber gebaut und ausdekoriert. Oder einen Spiegel im Grabschmuck integriert, sodass die Blume zweimal zu sehen war.

Eine wichtige Erfahrung aus seinem Tun formuliert er so: „Mit dem Material muss man achtsam umgehen. Nussbaumblüten oder besondere Schalen sind für die Saison nur einmal zu haben.“ Erfahrungen nutzt er auch von seinen Kunden. Er sagt: „Wir bereiten das ganze Jahr über die Ausstellung vor. Dafür bekommen wir Anregungen von den Kunden.“

In der Gärtnerei Winde wird schon die Vorweihnachtszeit vorbereitet.

In der Gärtnerei Winde wird schon die Vorweihnachtszeit vorbereitet.

Rolf Kühne

Im Austausch mit den Anregungen gibt Rüdiger Winde Tipps zum Selber gestalten von Grabschmuck oder zu Befestigungstechniken, zum Beispiel wie ein Kranz mit Kabelbinder stabil wird. Das würde jeder hinbekommen, meint er. Das nötige Material gebe es bei ihm.

Die großen Themen für die kommende Ausstellung sind Herz und Kranz. „Kränze sind für die Gestaltung wieder gefragt. Ein Kranz aus mit Moos bewachsenen Zweigen, selbst im Wald gesammelt, ist ein echtes Highlight“, schwärmt Rüdiger Winde.

Weihnachtsausstellung und Tipp vom Gärtner

▶ Auch die Weihnachtsausstellung ist bei der Gärtnerei Winde in Vorbereitung. Gezeigt werden unter anderem Figuren, Adventsgestecke, Teelichthalter und Schmuck für Lampen.

▶ Tipp von Rüdiger Winde: Baumharz lässt sich von den Händen ganz einfach mit Butter oder Margarine entfernen.