Paten in Finsterwalde
: Sie stehen Schülern zur Seite und werden dringend gesucht

Im Programm „Ich will!“ von der Böllhoffstiftung werden Jugendliche im Raum Finsterwalde von Paten unterstützt. Das berichten die ehrenamtlichen Helfer.
Von
Mario Sanders
Finsterwalde
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Zum Advent 2024 wurde neue Patenschüler von ihren Paten in das Programm der Böllhoff-Stiftung "Ich will!" für die nächsten drei Jahre aufgenommen

Neue Patenschüler und ihre Paten für das Programm der Böllhoff-Stiftung „Ich will!“. Die Erwachsenen begleitet die Jugendlichen für drei Jahre.

Roland Porepp
  • Das Programm „Ich will!“ der Böllhoff-Stiftung unterstützt Schüler der Klassen 8–10 in Finsterwalde.
  • Ehrenamtliche Paten fördern sie drei Jahre lang bei Schulabschluss und Berufseinstieg.
  • Es werden dringend neue Paten gesucht – Kontaktaufnahme über Roland Porepp möglich.
  • Paten bieten individuelle Förderung, Vertrauen und praktische Hilfe im Alltag.
  • Erfolgsbeispiele zeigen: Patenschaften fördern Entwicklung und eröffnen Perspektiven.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Wolfgang und Regina Böllhoff Stiftung hat als westdeutsche Stiftung aus Bielefeld seit 2018 auch einen Standort in der Sängerstadt Finsterwalde. Der frühere Geschäftsführer für die Böllhoff Gruppe, Roland Porepp, organisiert im Ruhestand das Patenschaftsprogramm „Ich will!“. Porepp ist überzeugt vom Erfolg, hat aber ein großes Problem.

Mit „Ich will!“unterstützt die Stiftung Schüler der 8. bis 10. Klassen beim Schulabschluss und beim Einstieg ins Berufsleben. Zum Fördern gehören individuelle Patenschaften sowie allgemeinbildende Programmpunkte. Wenn die ehrenamtlichen Paten es schaffen, ein Vertrauensverhältnis zu den Schülern aufzubauen, fördern sie deren Persönlichkeitsentwicklung.

Obwohl Porepp aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Geschäftsführer an zahlreiche Kontakte anknüpfen kann, fällt es schwer, ausreichend ehrenamtliche Paten für das Programm zu gewinnen. „Alle, mit denen man spricht, finden das, was wir machen, super. Aber die Bereitschaft, dafür auch selbst etwas über drei Jahre lang zu tun, das ist dann schon schwieriger“, erzählt er.

Persönlichkeiten entwickeln durch individuelle Patenschaften

Seine Frau Ina Porepp erinnert sich: „Ich habe ab 2020 aktive Patenschaften übernommen. Es war in unserer Region dafür Pionierarbeit zu leisten.“

Ihre erste Patenschaft endete im Juli 2023. „Ich kann rückblickend sagen, dass sich diese Patenschaft mit einer Jugendlichen, die aufgrund familiärer Probleme im Wohnheim wohnte, im Laufe der 36 Monate zu einer vertrauensvollen Partnerschaft entwickelt hat, die uns beiden viel brachte.“

Zusätzlich zu den angebotenen zentralen Förderaktivitäten wurden, getreu dem Stiftungsmotto  „Bildung ist der beste Baustein für eine erfolgreiche Persönlichkeitsentwicklung“, sehr viele verschiedenartige Unternehmungen durchgeführt. „Beispielhaft möchte ich hier den Besuch der Gaja Ausstellung in der Frauenkirche Dresden, unsere Basteltermine zur Adventszeit, den Besuch der Weihnachtsmärkte in Berlin, die aktive Bewältigung des Fitness-Pfades in der Bürgerheide oder die vielen kleinen Aufmerksamkeiten zu Geburtstagen auch von meiner Patenschülerin nennen.“

Pate Thomas Haubitz aus Zeckerin kann sich ein Leben ohne Unterstützung für seinen inzwischen dritten Patenschüler nicht vorstellen.

Pate Thomas Haubitz aus Zeckerin begleitet inzwischen seinen dritten Patenschüler.

Mario Sanders

Von Anfang an bemühte sie sich, auf Augenhöhe mit ihrer Patenschülerin zu kommunizieren, zuzuhören und über gemeinsame Interessen interessante Erlebnisse zu schaffen, die neben den Themen des Erwachsenwerdens, den Austausch zu den Herausforderungen des Schulalltages, Einblicken in neue Lebensbereiche auch eine Menge Spaß für beide brachte, erzählt Ina Porepp.

Das wirkt bis heute nach. Ina Porepp sagt: „Wir treffen uns noch heute und teilen unsere Erlebnisse miteinander. Meine ehemalige Patenschülerin ist auf einem guten Weg, ihre Ausbildung zu einer Erzieherin erfolgreich abzuschießen. Ich bin sehr stolz auf sie.“

Warum sich Thomas Haubitz aus Zeckerin als Pate engagiert

Thomas Haubitz ist 62 Jahre alt, lebt in Zeckerin und ist seit vielen Jahren Mitglied im Rotary Club. Elf Jahre lang leitete er dort den Jugenddienst. Sein Herz schlägt für die Arbeit mit jungen Menschen.

Seit 2018 engagiert er sich auch als Pate für das Programm „Ich will!“ der Böllhoff-Stiftung. „Mir macht es große Freude, Jugendliche eins zu eins zu betreuen“, sagt Haubitz. Was ihn daran besonders begeistert? „Es ist ein tolles Ehrenamt. Ich würde es vermissen, wenn ich es nicht mehr machen könnte.“

Für ihn ist klar: Die Arbeit als Pate lebt vom gemeinsamen Anpacken und der Lust, etwas zu bewegen – nicht vom Ärgern oder vom Pflichtgefühl. „Wir opfern beide unsere Freizeit, das sage ich meinen Patenschülern offen. Wenn du willst, dann können wir gemeinsam die nächsten drei Jahre viel erreichen.“

Paten und ihre Patenschüler unterstützen 2023 den NABU bei einer Baumpflanzaktion in der Bürgerheide von Finsterwalde

Paten und ihre Patenschüler unterstützen 2023 den NABU bei einer Baumpflanzaktion in der Bürgerheide von Finsterwalde

Roland Porepp

Der Kontaktaufbau ist für ihn der erste Schritt: Er spricht mit den Eltern und dem Kind, formuliert mit ihnen konkrete Ziele – zum Beispiel, in drei Jahren eine Lehrstelle zu finden. Die Umsetzung geschieht in kleinen, machbaren Etappen: Bewerbungstraining, Unterstützung bei schulischen Herausforderungen, praktische Tipps fürs Leben.

Patenschaften ebnen Schülern den Weg ins Berufsleben

Besonders bewegend war für ihn die Patenschaft mit einem Jungen, der einen Schicksalsschlag verkraften musste. „Ich durfte miterleben, wie er aufblühte. Ich habe ihn dort abgeholt, wo er stand, und ein Stück auf seinem Weg begleitet.“ Am Ende gelang gemeinsam die Vermittlung in eine Lehre bei der Bahn – der Kontakt zur Familie besteht noch heute.

Sein Umgang mit den Jugendlichen orientiert sich an seinen eigenen Erfahrungen als Vater: „Ich warte ab, höre genau zu und reiche meine Hand. Das Prinzip für den Patenschüler heißt: ‚Ich will!‘ Er bestimmt, was gemeinsam erreicht wird.“

Aktuell betreut Thomas Haubitz seinen dritten Patenschüler. „Ich kann mich einbringen, den Jungen persönlich unterstützen und ihm spielerisch und praxisbezogen Basiswissen vermitteln – zum Beispiel in Mathematik.“ Für ihn ist klar: Jeder Jugendliche ist anders, aber alle profitieren davon, wenn jemand an sie glaubt und sie auf ihrem Weg begleitet.

Patinnen und Paten gesucht

  • Für das Programm „Ich will!“ sucht die Wolfgang und Regina Böllhoff Stiftung in Finsterwalde weiter ehrenamtliche Patinnen und Paten.
  • Ehrenamtlich Tätige begleiten Jugendliche über drei Jahre in der schulischen, persönlichen und beruflichen Entwicklung. Ziele sind ein bestmöglicher Schulabschluss und ein erfolgreicher Übergang ins Berufsleben.
  • Interessierte können sich beim Programmleiter Roland Porepp melden: per E-Mail an porepproland@gmail.com. Weitere Informationen unter www.boellhoff-stiftung.de/wir-suchen/