Die Nacht vom 22. zum 23. Mai ist allen Beteiligten als Schreckensnacht in Erinnerung. Von 2.30 Uhr bis zum Vormittag kämpfen mehr als 60 Kameraden von Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Doberlug-Kirchhain, des Amtes Elsterland und aus Finsterwalde, um den lichterloh brennenden Lidl-Markt in der Bahnhofsallee zu löschen. Immer noch mahnt die Brandstelle, vom Markt selbst ist nichts übrig geblieben.
Dass den Einsatzkräften im Nachhinein ein öffentlicher Dank und sogar eine Spende als Aufmerksamkeit entgegengebracht wird, ist nicht alltäglich. Als ein solches Anliegen von der Lidl-Gesellschaft Radeburg an den Bürgermeister der Stadt als Träger des Brandschutzes herangetragen wird, zögert Stadtoberhaupt Bodo Broszinski nicht. Am Donnerstagnachmittag brachte es dann Sophie Bartels an der Feuerwehr im Stadtteil Doberlug auf den Punkt: „Danke für den Einsatz, bei dem glücklicherweise keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Wir haben Hochachtung vor Ihrer Leistung.“ Dazu überreichte sie einen Scheck über 500 Euro – „vielleicht für ein Grillfest“.

Doberlug-Kirchhain

Mitarbeiter vom Doberluger Lidl vorübergehend in anderen Märkten

Sophie Bartels ist seit dem 1. April Filialleiterin in Doberlug, momentan ohne Markt. Die junge Frau aus Hohenleipisch war in der Brandnacht vor Ort. „Der Sicherheitsdienst hat mich angerufen und ich habe mich sofort ins Auto gesetzt“, erzählt sie. Bis Lidl auch wieder in Doberlug-Kirchhain verkaufen kann, seien alle 13 Mitarbeiter des Marktes in anderen Märkten beschäftigt – „ohne Stunden- und Lohneinbußen“, versichert Laura Falcinelli, Verkaufsleiterin für den hiesigen Bezirk, wozu Doberlug-Kirchhain, Finsterwalde, Elsterwerda, Gröden und Lauchhammer gehören.
Sophie Bartels, Laura Falcinelli und auch Jens Köhler, Bereichsleiter Immobilien bei Lidl Radeburg, haben ein solches Großfeuer in einem ihrer Märkte noch nicht erlebt. „Mittelfristig wird es ein Lidl-Provisorium in Doberlug-Kirchhain geben“, verspricht Köhler. Langfristig plant Lidl an gleicher Stelle einen Neubau, wie eine Unternehmenssprecherin bereits informiert hat.

Doberlug-Kirchhain

Dem Dank angeschlossen haben sich Bettina Heinze und Edeltraut Paczynski vom Getränkemarkt Hoffmann mit einem kleinen Obolus zum Durstlöschen für die Wehren. „Das war ganz knapp für uns und es ist den Einsatzkräften zu verdanken, dass das Feuer nicht übergegriffen hat“, betonen beide. „Wir konnten am nächsten Morgen ohne Einschränkungen öffnen.“
Diese Leistung unterstreicht auch Uwe Roland, stellvertretender Stadtbrandmeister: „Das Zusammenspiel der sieben Wehren hat prima geklappt. Dahinter stecken viele Übungsstunden, denn als Feuerwehrmann wird man ja nicht geboren.“ Er sei überzeugt, dass solche Dankesgesten auch Ansporn für die Kameraden sind.