Lebensmittel in Finsterwalde
: Neue Initiative gegen Wegwerf-Trend – was geplant ist

Ein neues Projekt in Finsterwalde will Lebensmittelverschwendung stoppen und Nachhaltigkeit stärken. Welche Pläne der Initiator verfolgt und warum es noch Herausforderungen gibt.
Von
Kai Roeper
Finsterwalde
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Freiwilliger Helfer sortieren kurz vor Ladenöffnung übrig gebliebene und gespendete Lebensmittel, in einem "Fairteiler" Lebensmittelladen in die Regale ein. (zu "Unser täglich Brot im Müll" vom 24.02.2020) +++ dpa-Bildfunk +++

Täglich landen Lebensmittel im Müll. Laut Bundesumweltamt mehr als zehn Millionen Tonnen im Jahr. In Finsterwalde soll ein Fairteiler jetzt dafür sorgen, dass Lebensmittel noch genutzt werden können.

Karl-Josef Hildenbrand/dpa
  • In Finsterwalde soll ein „Fairteiler“ gegen Lebensmittelverschwendung entstehen.
  • Wettergeschützter Schrank ermöglicht kostenloses Geben und Nehmen von Lebensmitteln.
  • Organisator Friedo Thor sucht seit drei Jahren einen Standort und Freiwillige.
  • Finanzierung über Online-Spenden für Bau, Wartung und Reinigung gesichert.
  • Interessierte können sich unter info@tischlerei-thor.de für das Projekt engagieren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bücherschränke kennt man bereits. Dort kann man aussortierte Bücher hinbringen, die für andere von Interesse sind. In Finsterwalde entsteht jetzt ein ähnliches Projekt. Der Fairteiler soll Lebensmittelverschwendung bekämpfen und Nachhaltigkeit vor Ort stärken.

Das Projekt sieht vor, einen wettergeschützten Schrank aufzustellen, in dem überschüssige, aber noch genießbare Lebensmittel kostenlos und anonym abgegeben oder mitgenommen werden können. In Dresden, Leipzig und Cottbus gibt es ähnliche Projekte bereits. Jetzt soll es auch in Finsterwalde Fuß fassen. Das Motto lautet: „Geben, was übrig ist – nehmen, was man braucht.“

So kam ein Tischler aus Finsterwalde auf die „Fairteiler“-Idee

Friedo Thor ist der Organisator des Fairteilers für Finsterwalde. Mit Bücherschränken kennt sich der Tischler bereits aus. Für Wurzen bei Leipzig hat er schon einen Fairteiler gebaut. Seine Heimatstadt soll nun folgen: „In unserer Nähe haben wir da leider nichts und ich denke, dass er in Finsterwalde gut angenommen werden könnte.“

Laut Umweltbundesamt gibt es jährlich Lebensmittelabfälle in Höhe von 10,8 Mio. Tonnen in Deutschland. Über 50 Prozent fallen in privaten Haushalte an. Gegen diese Verschwendung gibt es nachhaltige Foodsharing-Konzepte. Dabei geht es darum, überschüssige Lebensmittel vor der Entsorgung zu bewahren, sie zu teilen und letztendlich zu verarbeiten. Man besinnt sich auf die Wertschätzung von Lebensmitteln zurück.

Seit drei Jahren verfolgt Friedo Thor das Ziel einen Fairteiler in Finsterwalde aufzustellen.

Seit drei Jahren verfolgt Friedo Thor das Ziel einen Fairteiler in Finsterwalde aufzustellen.

Kai Roeper

Um die Kosten für sein Projekt zu decken, hat Friedo Thor eine Online-Spendensammlung auf gofundme gestartet. „Von den Spenden werden Regale, Türen, Schrauben, Beschläge und Beschilderung finanziert“, erklärt der Tischler aus Finsterwalde. Auch Reinigungsmittel, kleine Reparaturen sowie die regelmäßige Wartung sind eingeplant, um den Fairteiler dauerhaft sauber, sicher und für alle nutzbar zu halten.

Ein „Fairteiler“ für Finsterwalde – das ist das Problem

Der Lebensmittelschrank ist bereits fast fertiggestellt. Doch das Problem sind nicht ausbleibende Spenden. „Seit drei Jahren bin ich auf der Suche nach einem Standort und um jemanden, der sich auch um den Schrank kümmert“, erklärt Friedo Thor.

Vom Entwurf zum Schrank: der Korpus des Fairteilers steht bereits. Er kann jedoch noch nicht in Finsterwalde zum Einsatz kommen.

Vom Entwurf zum Schrank: der Korpus des Fairteilers steht bereits. Er kann jedoch noch nicht in Finsterwalde zum Einsatz kommen.

Kai Roeper

Der Tischler fügt hinzu, dass ein Standort nahe dem Stadtzentrum gut wäre. Der Fairteiler solle gut erreichbar sein, aber auch versteckt – für Leute, denen es unangenehm sein könnte, sich dort zu bedienen. Friedo Thor: „Wir brauchen einfach einen Standplatz und Freiwillige, die sich um den Fairteiler kümmern. Also die aufräumen, sauber machen und Lebensmittel wegschmeißen, wenn sie wirklich verdorben sind.“

Bis alle Fragen geklärt sind, bleibt das Projekt auf Eis. Wer sich engagieren möchte, kann sich bei Friedo Thor unter der E-Mail-Adresse info@tischlerei-thor.de melden. „Jeder kann einen Beitrag leisten, damit der Fairteiler Realität wird“, so der Initiator.